1. Startseite
  2. Sport
  3. Lokalsport
  4. Kreis Rotenburg

Erster Dämpfer nach 89 Sekunden ‒ Rotenburger SV stolpert gegen Tündern

Erstellt: Aktualisiert:

Von: Matthias Freese

Kommentare

Peter Bolm setzt vor dem Tor gegen Tünderns Keeper Kolja Kowalski nach.
Am Engagement und am Willen lag es nicht, dass Peter Bolm (hier im Duell mit Tünderns Keeper Kolja Kowalski) mit seinem Rotenburger SV die erste Niederlage in der Abstiegsrunde kassierte. © Freese

Im vierten Spiel der Oberliga-Abstiegsrunde hat es die Fußballer des Rotenburger SV erwischt ‒ erste Niederlage. Ausgerechnet gegen das Schlusslicht BW Tündern.

Rotenburg – Tabellenführer gegen Schlusslicht – vielleicht war die Erwartungshaltung da einfach zu hoch, selbst bei den jüngsten Zuschauern im Ahe-Stadion. „Das wäre peinlich, wenn wir jetzt verlieren, richtig peinlich“, rief einer der Knirpse aus der Jugend des Rotenburger SV wenige Minuten vor dem Abpfiff, um danach wieder das Team mit RSV-Rufen anzufeuern. Es war ein etwas zu hartes Urteil, wenngleich die Wümmestädter tatsächlich ihren ersten und unerwarteten Dämpfer in der Abstiegsrunde der Fußball-Oberliga erhielten und am Gründonnerstag vor 160 Besuchern höchst überflüssig mit 1:2 (0:1) gegen Blau-Weiß Tündern unterlagen.

Zwar behält der RSV seine Spitzenposition, doch „jetzt rückt alles wieder zusammen, jetzt wird wieder viel auf null gestellt“, bemerkte Coach Tim Ebersbach. Nun, noch ist es nicht ganz so weit: Vor dem Ausflug am Ostermontag (15 Uhr) zum MTV Wolfenbüttel, der als Tabellenfünfter den ersten Abstiegsrang belegt, beträgt der Vorsprung vor der Gefahrenzone noch sieben Punkte. „Vielleicht war die Niederlage auch nicht schlecht, damit wir wieder aufwachen“, überlegte Innenverteidiger Christoph Drewes.

Björn Mickelat beim Einwurf.
Björn Mickelat kam noch vor der Halbzeit als linker Außenverteidiger ins Spiel. © Freese

Wach waren sie gegen die „Schwalben“ aus Tündern, einem Hamelner Ortsteil, nämlich nicht von Beginn an gewesen. Exakt 89 Sekunden dauerte es, ehe Sören Vespermann erst Tobias Kirschke und dann Yannick Chwolka düpierte, auf Christiano Santos passte, um kurz darauf den Ball nach einem von Luca Althausen abgeblockten Schuss einzuschieben. „Wenn du nach einer Minute zurückliegst, macht das mit der Mannschaft schon was“, erklärte Routinier Björn Mickelat, der noch vor der Halbzeit für den angeschlagenen Yannick Chwolka kam und als linker Außenverteidiger ballsicher agierte. Damit hatte der RSV seine Außen insgesamt mit vier von Haus aus offensiven Spielern besetzt – hinten mit Mickelat und Marcello Muniz, vorne mit Jan Friesen und Peter Bolm.

Doch es lief zunächst wenig zusammen, weil Tündern mit der Führung im Rücken sicher hinten drin und den Rotenburgern auf den Füßen stand. „Wir haben es in der ersten Halbzeit nicht gut gemacht“, räumte Mickelat ein. Und Drewes fand: „Die haben es gut verteidigt, dafür haben wir zu wenig investiert. Ich fand es zudem schwer, gegen die tief stehende Sonne. Uns ist aber auch nicht viel eingefallen.“ Zudem ergänzte er: „Der Platz ließ es aber auch nicht zu.“ Auf dem ungewohnt holprigen Geläuf versprang unter anderem auch später Jan Friesen der Ball und damit die wohl dickste Chance zum 2:2 (83.).

Duell der Kapitäne: Stefan Denker (r.) läuft hinter Kris-Lennart Müller hinterher.
Duell der Kapitäne: Stefan Denker (r.) setzte sich vor dem 1:1 gegen Kris-Lennart Müller durch. Hier ließ ihn der Hamelner aber nicht an den Ball. © Freese

Eine deutliche Leistungssteigerung im zweiten Durchgang hatte den RSV zurück ins Spiel gebracht. Fortan war der Spitzenreiter drückend überlegen und kam auch zum 1:1. Kapitän Stefan Denker köpfte einen Freistoß von Lucas Chwolka ein (52.). Der RSV war nun drauf und dran, die Partie komplett zu drehen, besaß beste Chancen, etwa durch den agilen Friesen (63./66.). Allerdings spielte der Gastgeber auch riskant. So wagte Keeper Jeroen Gies weit vor seinem Strafraum ein „Tänzchen“ mit Kaan Karadeniz, verlor den Ball, foulte und holte sich Gelb ab (69.). Ein zu laxes Defensivverhalten erlaubte Tünderns Flamur Dragusha letztlich den einzigen Torschuss in Hälfte zwei – sein Flatterball überraschte auch Gies (75.).

Ausflug ins Mittelfeld: RSV-Keeper Jeroen Gies verliert den Ball gegen Kaan Karadeniz.
Ausflug ins Mittelfeld: Dort ließ sich RSV-Keeper Jeroen Gies allerdings den Ball von Kaan Karadeniz abnehmen und holte sich wegen eines Fouls Gelb ab. © Freese

„Zwei Vorwürfe“ machte Ebersbach seinen Mannen schließlich: „Am Anfang waren wir nicht da und laufen dann gegen eine robuste Mannschaft hinterher. Vor dem 1:2 wollten wir zu viel, weil wir am Drücker waren, mit einer guten Wucht und der besseren Spielkultur.“ Doch statt sich mit einem Punkt zu begnügen, rächte sich das Risiko.

Hinzu kam, dass auch der unter Beobachtung stehende Referee Sercan Yücel (SC Twistringen) nicht immer richtig lag: Allein zwei der drei Tore kamen nicht ganz regulär zustande. Vor Tünderns Führung war das Bein von Vespermann gegen Yannick Chwolka sehr hoch, beim Ausgleich hatte Denker seinen Bewacher Kris-Lennart Müller mit dem Ellenbogen aus dem Weg geräumt. Auch ein Handspiel, als Lucas Neckritz einen Denker-Kopfball im Strafraum mit dem rechten Arm abwehrte, übersah der Unparteiische (57.). Ebersbach ärgerte sich aber vor allem über die fünfte Gelbe Karte gegen Lucas Chwolka, der damit in Wolfenbüttel ausfällt. „Der Oberwitz“, kommentierte der Coach die Verwarnung. Letztlich hatten sich seine Rotenburger die Niederlage aber auch selbst zuzuschreiben.

Auch interessant

Kommentare