Ein Plädoyer für Flutlicht

Der RSV ist mit einem Remis in Uelzen gerettet

Unter einer Jubeltraube wurde Jannis Niestädt nach seinem Tor begraben. - Foto: Freese

Rotenburg - Von Matthias Freese. Eine Rekordkulisse im letzten Heimspiel der Saison, eine Landesliga-Partie auf gehobenem Niveau und ein Meister-Bezwinger, der seine Chancen auf den Klassenerhalt deutlich verbessert hat: „Dafür spielt man Fußball!“, stellte Matchwinner Jannis Niestädt nach dem 1:0-Erfolg seines Rotenburger SV am Freitagabend gegen den MTV Eintracht Celle euphorisiert fest. Zwei Tage später folgte die nächste gute Nachricht vom größten Konkurrenten im Klassenkampf – der FC Verden 04 unterlag dem TuS Harsefeld daheim mit 2:4. Dadurch bleibt der RSV auf dem Nichtabstiegsplatz und hat nun alles in der eigenen Hand.

Der Termin fand ganz offensichtlich Gefallen beim Publikum. Mehr als 300 Zuschauer strömten am Freitag ins Ahe-Stadion. Darunter nicht nur zahlreiche Fans aus Celle, sondern auch viele bekannte Gesichter, die sonst nur selten beim RSV zu blicken sind – entweder, weil sie die mögliche Abschiedsvorstellung aus der Landesliga sehen wollten oder aber, weil der Freitag ein beliebter Alternativ-Tag ist. Insofern war das Spiel gegen Celle angesichts der beeindruckenden Kulisse und der vollbesetzten Holzbänke unter der Tribüne vor allem eines – ein Plädoyer für mehr Abendspiele und ein Plädoyer für Flutlicht im Stadion. Viel dunkler hätten die Wolken an diesem Abend jedenfalls nicht werden dürfen, die Sichtverhältnisse wären sonst grenzwertig geworden.

Wichtiger ist für die Elf des ausscheidenden Trainers Andre Schmitz jedoch zunächst der Klassenerhalt. Die Situation vor dem letzten Spieltag stellt sich wie folgt dar: Mit 35 Punkten belegt der RSV den zwölften Rang und steht mit zwei Zählern Vorsprung über dem Strich. Verden liegt einen Platz dahinter in der Abstiegszone und hat das deutlich schlechtere Torverhältnis. Der TSV Ottersberg (3:2 gegen Komet Pennigbüttel) und der TV Meckelfeld (4:3 bei der SV Drochtersen/Assel II) sind gesichert, der TuS Bodenteich (0:4 bei Treubund Lüneburg) quasi abgestiegen. Dem RSV genügt im letzten Spiel, Sonnabend bei Teutonia Uelzen, ein Remis zur Rettung. „Aber wir können nicht auf einen Punkt spielen, wir spielen auf Sieg“, betonte Schmitz.

Matchwinner Jannis Niestädt hatte Energie getankt.

Dass die Rotenburger durch ihre Serie von fünf ungeschlagenen Spielen und der Ausbeute von elf Punkten wieder so gut im Rennen sind, „haben wir uns hart erarbeitet – über Wochen“, stellte Innenverteidiger Jannis Niestädt fest. Und es liegt vor allem an der Abwehrformation, die schon das vierte Heimspiel in Folge und das sechste Mal nach der Winterpause zu null spielte. „Nur vorne können wir den Kopf nicht so ganz ausschalten“, weiß auch Niestädt, der die Partie in der 82. Minute – eben per Kopf – nach Ecke von Jelle Röben entschied.

„Den Sieg haben wir uns verdient“, stellte Schmitz treffend fest. Seit seiner Amtsübernahme Ende Oktober holte das Team 27 Punkte in 17 Spielen, zuvor waren es unter Matthias Rose in zwölf Partien acht Zähler gewesen. „Rose war ein Fehlgriff, den wir vielleicht früher hätten bereinigen müssen“, bemerkte RSV-Präsident Peter Grewe kürzlich selbstkritisch. Nun könnte die Saison aber noch ein gutes Ende nehmen. Schmitz, der sich in Melchiorshausen auf dem Sportplatz ablenkte („Ich hatte einen Puls von 354“), während sein Co-Trainer Olaf Mattner und Offensivspieler Sercan Durmaz in Verden weilten, meinte jedenfalls: „Wir nehmen die Vorlage gerne an.“

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