Lasse Mertins lebt seit 2005 in den USA / Kontakt zu alten Kollegen der BG ’89

„Rotenburg wird für mich immer die Heimat bleiben“

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Früh übt sich: Lasse Mertins coacht in Baltimore die Fußballmannschaft seiner Tochter Lina (2.v.r.).

Rotenburg - Von Mareike Ludwig. Obwohl er bereits seit 2005 in den USA lebt, bezeichnet Lasse Mertins Rotenburg nach wie vor als seine Heimat. Der einstige Fußballer des Rotenburger SV sowie Basketballspieler der BG ’89 Hurricanes kommt nach wie vor noch regelmäßig in die Wümmestadt, um sich mit seiner Familie und den alten Kumpels zu treffen.

Gerade in dieser Woche ist der zweifache Vater mit seiner Frau Rachel und den Kindern Lina und Fritz in Rotenburg zu Besuch. Seine sportliche Laufbahn hat der heute 35-Jährige jedoch mittlerweile beendet.

Im jungen Alter von nur vier Jahren hatte Lasse Mertins einst beim RSV mit dem Kicken angefangen. In der D- und C-Jugend zog es ihn dann zum SV Werder Bremen, ehe er wieder zurück an die Wümme wechselte. Im Herrenbereich angekommen, trug er zunächst das Trikot des TuS Ahausen, ehe es ihn zum TV Sottrum in die Bezirksklasse zog. „Dort hatte ich damals mit Dennis Ritter zusammengespielt. Er ist jetzt noch einer meiner besten Freunde“, sagt der Wahl-Amerikaner, der diese Woche extra für Ritters Hochzeit eingeflogen ist.

„Nebenbei“ stand Mertins zudem auch noch für die BG ’89 Hurricanes in der 1. Regionalliga auf dem Parkett. Seine damaligen Fußball-Trainer waren ihm sehr entgegengekommen, sodass der gebürtige Rotenburger nur ein Mal pro Woche zum Training kommen musste. „Am Wochenende durfte ich dann aber zum Glück trotzdem spielen. Mehr Fußballtraining war bei der hohen Basketballbelastung auch nicht drin“, erinnert sich Mertins, der an der Towson University in Baltimore als Assistant Professor im Bereich Controlling arbeitet.

Zu seinen größten sportlichen Erfolgen bei der BG ’89 zählen unter anderem die Deutsche B-Jugend-Vizemeisterschaft sowie der dreimalige Klassenerhalt in der 1. Regionalliga. Außerdem wurde Mertins 1993 und 1994 bei „Jugend trainiert für Olympia“ Bundessieger mit dem Ratsgymnasium. Noch heute hat er mit seinen einstigen Teamkollegen Sven Sackmann, Holger Jacobsen und Christoph Cordes guten Kontakt. „Die drei waren auch schon des Öfteren bei mir in den USA zu Besuch. Auch mit Jochen Miesner treffe ich mich noch regelmäßig, wenn ich in der Gegend bin“, freut sich der 35-Jährige. Und er ergänzt: „Der Zusammenhalt bei der BG ’89 war damals unglaublich. Jeder war für den anderen da, daher besteht auch nach wie vor ein so guter Kontakt.“

Um sich fußballerisch weiterzuentwickeln, hörte er 1999 mit dem Basketballspielen auf und ging zum damaligen TSV Verden in die Niedersachsenliga. „Zu der Zeit wollte ich einfach noch mal wissen, wie weit ich es im Fußball schaffen kann“, erklärt Mertins. In der darauffolgenden Saison schaffte er unter Trainer Jürgen Rynio dann den Sprung in die Oberliga-Elf des Rotenburger SV. „Wir wurden damals Siebter“, erinnert sich der gelernte Stürmer noch an die Saison 2000/2001.

Studienbedingt zog es ihn vor elf Jahren dann aber nach Blacksburg an die Virginia Tech. „Dank eines Fußballstipendiums konnte ich mir so mein Studium finanzieren“, erklärt Mertins. Zwar kehrte er nach seinem Studium nochmals nach Deutschland zurück und arbeitete für knapp zwei Jahren in Lübeck, doch war die Sehnsucht nach Amerika zu groß. „Ich fühle mich hier sehr wohl, aber die Heimat wird immer Rotenburg bleiben“, versichert Mertins, der die Fußballmannschaft seiner Tochter Lina trainiert. „Früh übt sich“, sagt der Vater mit einem Augenzwinkern. Und er fügt hinzu: „Um selbst noch richtig sportlich aktiv zu sein, fehlt mir einfach die Zeit.“

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