Muss Grindel seinen Hut nehmen?

Wegbegleiter und Kritiker äußern sich zu den schweren Vorwürfen in Richtung des DFB-Präsidenten

Der RSV Vorsitzende Peter Grewe (l.) steht dem DFB-Boss Reinhard Grindel zur Seite. - Foto: Freese
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Der RSV Vorsitzende Peter Grewe (l.) steht dem DFB-Boss Reinhard Grindel zur Seite.

Rotenburg - Von Vincent Wuttke. Erdogate, frühes WM-Aus und jetzt auch noch der Özil-Rücktritt aus der Nationalmannschaft mit schweren Vorwürfen in Richtung des DFB-Präsidenten Reinhard Grindel. Der oberste Boss aller deutschen Fußballer steht stark in der Kritik.

Muss er die Konsequenzen ziehen und womöglich selbst zurücktreten oder hat er seinen Laden noch im Griff und alles richtig gemacht. Wir wollten von ehemaligen Weggefährten und auch von Kritikern in seiner Heimat Rotenburg, wissen, was sie denken.

Peter Grewe (Präsident des RSV)

„Alle, die die Kritik an Grindel unterstützen, sind auf dem falschen Weg. Die Rassismus-Vorwürfe von Mesut Özil gegen den Präsidenten sind lächerlich und haltlos. Es ist klar, dass alte Gegner von Grindel die Chance sehen, noch einmal nachzutreten. Es ist schlimm, dass die nun alle zitiert werden. Es wäre vielleicht besser gewesen, Özil und und Ilkay Gündogan vor der WM aus der Mannschaft zu nehmen. 

Man hat versucht, diese Foto-Geschichte der beiden zu begraben. Das war in der Nachbetrachtung sicherlich ein Fehler. Dennoch ist es für mich erstaunlich, mit welcher Größe dieses Foto-Thema behandelt wird. Zudem sei gesagt, dass Deutschland ganz sicher nicht wegen Grindel schlecht gespielt hat bei der WM.“

Paul Metternich (langjähriger Begleiter)

„Man muss die Kirche bei all den Themen im Dorf lassen. Es ist immer so, dass die Kritiker aus ihren Löchern kommen, wenn es mal nicht gut läuft. Ich nehme dabei nur die Leute ernst, die in den Vereinen selbst anpacken. Es gibt im Sport einfach zu viele profilsüchtige Personen. Stattdessen muss man selbst etwas tun und nicht immer über die Verbände und handelnden Personen meckern. 

Im September bekommt Deutschland ziemlich sicher den Zuschlag für die Europameisterschaft 2024. Spätestens dann ist wieder alles gut. Bis dahin wird Reinhard über den ganzen Angriffen stehen. Das kennt er aus seinen Zeiten in der Politik.“

Gerd Rathjen (TGLR-Chef)

„Die drei Führungskräfte des DFB – Reinhard Grindel, Oliver Bierhoff und Joachim Löw – haben den Fall mit dem Erdogan-Foto intransparent und schlecht gelöst. Die drei sind aber auch völlig abgehoben von den Amateuren. Grindel macht meiner Meinung nach einen schlechten Eindruck in der Öffentlichkeit. Er hat keine klare Linie und nicht erkannt, welcher Sprengstoff bei diesem Thema um Erdogan verborgen ist. Der Präsident muss sich daher hinterfragen. 

Für mich war Mesut Özil ein Alibifußballer und hat inkompetente Berater, die in drei veröffentlichten Texten eine schwache Vorstellung abgegeben haben. Die Aussage, DFB-Präsident Reinhard Grindel habe sich rassistisch verhalten, kann ich nicht bestätigen. Harald Stenger hat als ehemaliger DFB-Pressesprecher gesagt, dass Grindel der schlechteste Präsident seit 50 Jahren sei. So weit würde ich jedoch nicht gehen. Bei einem erneuten WM-Titel hätte übrigens keiner mehr über die Probleme gesprochen. Das muss auch angemerkt werden.“

Rolf Ludwig (ARS-Boss)

„Grindel zeigt null Herz, beschuldigt schnell andere Leute und hat eine arrogante Art. Der DFB schreibt sich Integration groß auf die Flagge, da hätten die Beteiligten den Vorfall um Özil und Gündogan deutlich besser lösen müssen. Grindel hat bei diesem Thema von Anfang an sehr undiplomatisch agiert. Als DFB-Boss müsste er aber in der Öffentlichkeit ganz anders auftreten. So ist er kein Vorbild, und es wird noch einiges auf ihn zukommen. 

Ich habe deshalb eine klare Meinung: Der DFB muss im Präsidium ganz dringend wieder mit Leuten besetzt sein, die Ahnung von Fußball haben. Es dürfen keine Politiker das Präsidenten-Amt eines Verbandes innehaben.“

Uwe Schradick (NFV-Kreis-Chef)

„Ich bilde mir wie alle anderen Personen die Meinung nur aus der Ferne über verschiedene Presseberichte. Daher weiß ich nicht, was beim DFB alles läuft oder nicht. Deshalb steht es mir meiner Meinung nach ebenso wie vielen anderen Personen nicht zu, mich zu diesen Themen zu äußern.“

Kommentar

Matthias Freese kommentiert den Fall Özil. Er meint: Grindel hat schlechte Berater. Lesen Sie hier.

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