Rotenburg sucht den Retter

Friedrich Behrens (l., neben dem neuen Handball-Abteilungsleiter Bernd Meyer) hält Ausschau nach einem neuen Trainer für den TuS Rotenburg. Foto: Freese

Wie schreitet eigentlich die Trainersuche bei den Oberliga-Handballern des TuS Rotenburg voran? „Läuft“, sagt Friedrich Behrens, der dafür zuständige ehemalige Handball-Boss. Eine Woche nach dem Rücktritt Nils Muches gibt es einige Kandidaten, aber noch keinen Nachfolger.

VON MATTHIAS FREESE

Rotenburg – Friedrich Behrens ist trotz der aktuell bedrohlichen Lage in der Oberliga guter Dinge. Zwar setzt der TuS Rotenburg derzeit keine sportlichen Akzente – auch unter Interimstrainer Thorsten Misere gab es am Samstag bei der HSG Schwanewede/Neuenkirchen eine bittere Niederlage (22:33) –, dennoch glaubt der langjährige Handball-Chef, zeitnah einen geeigneten Kandidaten präsentieren zu können. Nach dem Muche-Rücktritt ist er wieder helfend eingesprungen und betont auf Nachfrage: „Wir haben drei Kandidaten, wollen aber keinen Schnellschuss machen. Es muss alles gut überlegt sein.“

Drei Kandidaten? Über das Wochenende sollen sogar noch zwei weitere dazugekommen sein, wie Michael Polworth, Behrens‘ Mitstreiter bei der Trainersuche, sich entlocken lässt. Namen wollen beide natürlich nicht nennen. Klar ist jedoch, dass einer davon Jörg Leyens ist, mit dem Behrens sich während der Partie in Schwanewede auf der Tribüne gezeigt hatte. Der 61-jährige gebürtige Gummersbacher wohnt in Stuhr und ist ein erfahrener Trainer mit A-Lizenz – in den nächsten zwei Wochen jedoch im Urlaub. Zuletzt war Leyens für die Drittliga-Frauen des TV Oyten zuständig, im November trennte sich der Verein von ihm. Schon Anfang der 90er-Jahre war er in Oyten tätig gewesen, zudem bereits mit der TSG Seckenhausen-Fahrenhorst in die damalige Regionalliga aufgestiegen. Vor seinem letzten Oyten-Engagement coachte Leyens die Herren des TS Woltmershausen in der Landesklasse.

Ohne Vereinsengagement ist mit Thomas Cordes derzeit ein weiterer ehemaliger Oytener Coach. Der Ottersberger hatte bis zum Sommer erfolgreich die A-Jugend in der Bundesliga trainiert, also auch die jetzigen Rotenburger Chris Ole Brandt und Matthis Köhlmoos. Als Landesauswahltrainer ist er dafür bekannt, den Nachwuchs zu fördern. Das könnte angesichts des niedrigen Durchschnittsalters der Rotenburger Sieben also passen.

Erst Anfang Januar war mit Dag Rieken ein in der Liga erfahrener Coach beim Klassenkonkurrenten HSG Barnstorf/Diepholz zurückgetreten. Problem: Er wohnt im 75 Kilometer entfernten Wildeshausen und arbeitet als Lehrer gar in Freistatt (Kreis Diepholz). Da hätte es Karsten Krone dichter. Der frühere Zweitligaspieler des TSV Verden lebt in Achim und wurde vor etwas mehr als einem Jahr beim damaligen Verbandsligisten SG Achim/Baden II entlassen. Der 58-Jährige arbeitete zuvor lange Zeit erfolgreich im Jugendbereich der Weserstädter.

Aus dem Rennen sind derweil zwei andere in der Oberliga erfahrene Trainer: Eine Rückkehr des in Rotenburg wohnenden Steffen Aevermann, derzeit Coach der U 18 des HSV Hamburg, schließen die Rotenburger Trainersucher aus – ebenso wie eine Verpflichtung des Österreichers Jürgen Steinscherer, der bis in den November hinein Spielertrainer beim Ligarivalen SV Beckdorf war. „Kein Thema“, kommentiert Polworth beide Namen. „Wir werden nächste Woche Gespräche führen, aber nichts übers Knie brechen. Wir haben unser Anforderungsprofil, möchten darüber aber nicht groß reden.“ Möglichst in zwei, drei Wochen solle der neue Coach einsteigen. „Und wenn gar nichts geht, macht es Thorsten Misere weiter“, bestätigt Polworth.

Von einem möglichen Abstieg will der langjährige Teammanager jedoch trotz der prekären Lage nichts wissen: „Darüber denken wir gar nicht nach.“ Immerhin: Für die möglichen Relegationstermine herrscht – im Gegensatz zum vergangenen Jahr – ein Abschlussfahrt-Verbot.

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