„Hawaii hat seine eigenen Regeln“

Niels Halatsch spricht vor Ironman-Premiere über die Vorbereitung

Bereits seit einer Woche bereitet sich der Mulmshorner Niels Halatsch auf Hawaii auf seine Premiere beim Ironman vor.

Rotenburg - Von Matthias Freese. Für Niels Halatsch ist es die „Insel meiner Träume“ – und sein größter sportlicher Wunsch geht am Samstag in Erfüllung. Der 30-jährige Mulmshorner startet erstmals beim legendären Ironman auf Hawaii (3,86 Kilometer Schwimmen, 180,2 Kilometer Radfahren, 42,195 Kilometer Laufen). Im Königreich Bahrain hatte sich der Triathlet des TuS Rotenburg als Teammitglied der Bundeswehr das Ticket gesichert. Im Interview spricht Halatsch über seine Vorbereitung, die Nervosität und die Kosten, um überhaupt dabei sein zu können.

Herr Halatsch, seit wann läuft Ihre Vorbereitung für den Ironman?

Niels Halatsch: Meine Vorbereitung für den Ironman auf Hawaii begann für mich Anfang Juni. Eigentlich wollte ich in die Vorbereitung mit einer besseren Grundausdauer starten. Leider wurde dieser Plan durch eine Achillessehnenverletzung im April durcheinandergebracht. So musste ich auf geplante Wettkämpfe verzichten, um das verlorene Training aufzuholen.

Und wie sah das Training konkret aus?

Halatsch: Das Training setzte sich ab Juni aus einem Vier- Wochen-Zyklus zusammen, mit drei Wochen Belastung und einer Regenerationswoche. Im Laufe dieser Blöcke stiegen die Stunden an Training in der Woche von 15 auf mehr als 24 Stunden in der Woche.

Worauf haben Sie besonderen Wert gelegt?

Halatsch: An erster Stelle stand nach den Achillessehnenproblemen für mich das Laufen, da ich sechs Wochen lang gar nicht laufen konnte. Um meine Sehne zu schonen, habe ich daher viele Koppelläufe ins Training eingebaut und war quasi nach fast jeder Radeinheit eine kleine Runde laufen.

Stand für Sie von den drei Disziplinen also das Laufen im Mittelpunkt?

Halatsch: Ja. Ich musste versuchen, die langen Läufe gut in den Griff zu bekommen, da die Hitze hier auf Big Island (so auch der Name der größten Insel des Bundesstaates Hawaii, Anm. d. Red.) einfach krass ist.

Für Sie ist es der erste Start auf Hawaii. Nervös?

Halatsch: Die Nervosität steigt schon spürbar, da in wenigen Tagen der Startschuss fällt. Aber ich hatte meine Unterkunft so gewählt, dass ich etwas weiter weg vom gesamten Trubel um den Ironman bin. Ich versuche einfach, mein Ding zu machen und das gesamte Flair der Insel – nicht nur den Sport – zu genießen.

Wovor haben Sie am meisten Respekt, wenn Sie an den Ironman denken?

Halatsch: Vor der zweiten Hälfte beim Marathon. Ich hoffe, dass ich mich ausreichend kühlen kann, um den klimatischen Bedingungen entgegenzuwirken.

Seit wann sind Sie da?

Halatsch: Ich bin mit meiner Familie und Freunden über New York am 3. Oktober angereist.

Allein ist das vor Ort sicher nicht alles zu managen, oder? Wie sieht es mit der Unterstützung aus?

Halatsch: Das stimmt. Mama, Papa, Schwester und Freunde sind mit aus Deutschland angereist, um sich um mich zu kümmern und auf mich zu achten.

Und wie sieht das Training dort in den Tagen unmittelbar vor dem Wettkampf aus?

Halatsch: Das Training besteht fast nur aus dem Akklimatisieren, mit einigen wettkampfhaltigen Spitzen.

Haben Sie sich die Strecke im Detail vorher angeschaut?

Halatsch: Ja, ich bin im Energy Lab (eine Schlüsselstelle auf der Laufstrecke, benannt nach dem ansässigen Forschungs- und Energiepark, Anm. der Red.) gelaufen. Und ich bin die Radstrecke 90 Kilometer nach Hawi abgefahren, um die Strecke zu verstehen und meine Kräfte einzuteilen.

Mit welchem Ziel gehen Sie den Wettkampf an. Haben Sie eine bestimmte Zeit, die Sie erreichen wollen, im Kopf?

Halatsch: Ich habe schon klare Zeitvorstellungen, aber dazu muss man einfach sagen, dass Hawaii seine eigenen Regeln hat. Als Rookie auf der Insel kann ich mit einem Finish quasi eine Messlatte für die nächsten Jahre legen, daher setze ich mich im Vorfeld nicht wirklich mit Zielzeiten auseinander.

Sie haben früher eher die kurzen Strecken beim Triathlon bevorzugt. Sehen Sie sich inzwischen auf den Sprint-, Mittel- oder Langstrecken zu Hause?

Halatsch: Mittlerweile würde ich sagen, dass die Mitteldistanz für mich spricht. Eine Bestzeit von 4:18 Stunden ist schon ganz ordentlich. Dazu kommt, dass ich beim Gewoba City-Triathlon in Bremen mit einer Bestzeit von 2:04 Stunden über die Kurzdistanz gefinisht habe. Alles im allem bin ich für mein Niveau ein kompletter Athlet.

Der Ironman fordert die Athleten nicht nur in puncto Physis und Psyche, sondern auch finanziell. Mögen Sie verraten, was Sie das Abenteuer Hawaii kostet? Schon das Startgeld ist ja nicht ohne, oder?

Halatsch: Finanziell ist das Ding für meine Verhältnisse eine ganz schöne Wucht. Das Startgeld betrug circa 850 Euro, die Flüge circa 1250 Euro plus 300 Euro für den Fahrradkoffer. Für die Unterkunft sind es rund 800 Euro, dazu kommt noch die Verpflegung. Und gesundes Essen ist hier echt teuer. Für den Mietwagen zahle ich 350 Euro plus Benzin. Die Kosten kommen bis auf das Startgeld und den Radtransport auf alle Mitreisenden zu. Zum Glück kann man sich das Ferienhaus und den Mietwagen teilen. Durch verschiedene Firmen, die mich sponsern, ist dieser Traum für mich erst möglich geworden.

Das könnte Sie auch interessieren

elona ist da. Ihre lokalen Nachrichten.

waipu.tv feiert Geburtstag: Sichern Sie sich jetzt das Sonderangebot mit Netflix inklusive!

waipu.tv feiert Geburtstag: Sichern Sie sich jetzt das Sonderangebot mit Netflix inklusive!

E.ON-Wallbox effektiv kostenlos: staatliche Förderung nutzen und Ökotarif abschließen

E.ON-Wallbox effektiv kostenlos: staatliche Förderung nutzen und Ökotarif abschließen

Schlemmen im Sommer: Entdecken Sie kreative Rezepte im Magazin „Küchengeheimnisse“

Schlemmen im Sommer: Entdecken Sie kreative Rezepte im Magazin „Küchengeheimnisse“

Der STERNGLAS Topseller im exklusiven Deal - 50 Euro sparen!

Der STERNGLAS Topseller im exklusiven Deal - 50 Euro sparen!

Meistgelesene Artikel

Eichler ist der treffsicherste „Allstar“ beim 62:61 gegen Roys Jungspunde

Eichler ist der treffsicherste „Allstar“ beim 62:61 gegen Roys Jungspunde

Eichler ist der treffsicherste „Allstar“ beim 62:61 gegen Roys Jungspunde
Greve findet die Quote „krass“

Greve findet die Quote „krass“

Greve findet die Quote „krass“
West Ham United – Traditionsclub mit Vorliebe für „Blowing Bubbles“

West Ham United – Traditionsclub mit Vorliebe für „Blowing Bubbles“

West Ham United – Traditionsclub mit Vorliebe für „Blowing Bubbles“
Heeslingen nach 4:0 im Halbfinale

Heeslingen nach 4:0 im Halbfinale

Heeslingen nach 4:0 im Halbfinale

Kommentare