Rotenburg krönt Aufholjagd im Hit gegen Bützfleth mit 25:25 / Misere mit wichtigen Toren

Leenes macht‘s in letzter Sekunde

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Emotionen und Einsatz gehörten dazu: Der jubelnde Jan Leenes (oben links) war ebenso ein Punktgarant wie der „abgehobene“ Lukas Misere (Bild rechts). Auch Luka Bruns, der von Matthias Friedrich unfair gestoppt wird, steuerte sechs Tore bei.

Rotenburg - Von Matthias Freese. Elf Sekunden, nur noch elf Sekunden waren zu spielen, als Coach Nils Muche die grüne Karte zückte und zur erfolgreichen Auszeit bat. Der letzte Spielzug gegen die HSG Bützfleth/Drochtersen – er endete für den TuS Rotenburg nach exakt elf Sekunden mit dem Tor zum 25:25 (12:17)-Endstand, erzielt von der Linksaußenposition durch Jan Leenes. „Das war im Prinzip so abgesprochen“, verriet Muche. Nach dem Spitzenspiel der Handball-Verbandsliga bleiben damit beide Protagonisten weiter ungeschlagen.

Zwei Worte fand Jan Leenes für seine aktuelle Verfassung, nachdem er den entscheidenden Querpass von Jens Koch verwertet hatte: „Erschöpft, erleichtert.“ Kein Wunder, schließlich lastete ein enormer Druck in dieser Situation auf ihn. Dabei hatte der 30-Jährige lange Zeit auf der Bank verbringen müssen. Erst in der 26. Minute brachte ihn Muche ins Spiel. Hinterher stellte der Coach fest: „Jan hat auch hinten halblinks geackert wie ein Affe. Mit ihm kam so ein bisschen der Ruck.“ Drei ganz wichtige Tore – neben dem letzten auch die zum 17:20 und 19:20 – untermauern diese Feststellung. Zwei Zwei-Minuten-Strafen ebenfalls.

Eine Halbzeit lang lief das Spiel vor fast 300 Zuschauern allerdings ziemlich am Aufsteiger vorbei. „Die Abwehr war ohne richtige Körpersprache“, stellte Muche fest. Und die Keeper passten sich dem nahtlos an. Kein Wunder, dass Muche schon bis zur Halbzeit alle drei, Yannick Kelm, Alexander Jäger und Denis Jäger, ausgetestet hatte – ohne durchschlagenden Erfolg. Da auch vorne „viele Wurfentscheidungen halbherzig“ waren, hatte Bützfleths Torwart Patrick Funck leichtes Spiel, um sich auszuzeichnen. Die 17:12-Pausenführung schien bereits eine Vorentscheidung zu sein.

„Erst als wir in der Abwehr richtig zugepackt haben, haben wir die Dinger auch vorne gemacht“, fand Jan Leenes. Das funktionierte nach Wiederanpfiff auch deshalb zunächst sehr gut, weil nun Yannick Kelm im Kasten auf Betriebstemperatur kam. In der 43. Minute war Rotenburg bis auf ein Tor dran – dann versiebten die Gastgeber etliche Chancen, um vorbeizuziehen – allein Luka Bruns scheiterte drei Mal von der Außenposition. Satte zehn Minuten blieben die Wümme-Handballer ohne Torerfolg, doch Bützfleth machte es nicht viel besser, sodass der Vorsprung nur bis auf drei Tore wieder anwuchs. Als Clemens Hagemann sich dann seine dritte Zeitstrafe abholte und sich kurz danach auch Flemming Stüven ein Foul erlaubte, nutzten Lukas Misere und Bruns die doppelte Überzahl zum schnellen 22:23 (57.). Mit vollem Risiko ließ Misere seine Tore neun und zehn bis zum 24:25 folgen (60.), während Yannick Moje das Leder an den Rotenburger Pfosten setzte und den Hausherren somit erst die letzte Chance zum Ausgleich ermöglichte. „Die drei Dinger von Lukas zum Schluss waren schon glücklich, aber ich denke, das Unentschieden ist für beide Seiten fair“, bemerkte Leenes, während sein Coach resümierte: „Wir haben auch in der zweiten Halbzeit viele Fahrkarten geschossen, haben uns aber für unseren Kampf belohnt.“

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