Kapitäne im Doppelinterview

Rehling vor dem Derby: „Rotenburg ist für jeden unbequem“

Kevin Rehling führt den Ball am Fuß und streckt seinen rechten Arm raus.
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Das zentrale Mittelfeld ist sein Revier: Heeslingens Kevin Rehling (am Ball) im Derby der vergangenen Saison.

Die Kapitäne Kevin Rehling und Stefan Denker sprechen im Doppelinterview unter anderem über den Stellenwert des Derbys. Eine kleine Stichelei ist auch dabei.

Heeslingen/Rotenburg – Freitag, Flutlicht, Derby! Um 20 Uhr ertönt aus der Pfeife von Schiedsrichter Tim Lahse im Waldstadion der Anpfiff zur Fußball-Oberliga-Partie zwischen dem Heeslinger SC und dem Rotenburger SV. Kevin Rehling (29) vom Gastgeber und Stefan Denker (31) werden ihre Teams als Kapitäne aufs Feld führen. Die Wege der Routiniers, die jeweils schon mehr als 200 Oberliga-Spiele bestritten haben, dürften sich mehrfach kreuzen, denn beide sind im zentralen Mittelfeld zu Hause – und durchaus torgefährlich. Im Vorfeld haben wir sie zum Doppelinterview gebeten.

Welchen Stellenwert hat das Kreis-Derby für Sie eigentlich?

Rehling: Derbys sind immer cool. Davon haben wir in der Oberliga ja nicht so viele – das ist ja eigentlich das einzig richtige für uns. Und für die Zuschauer ist das auch ganz geil. Allerdings ist es nicht mehr so wie vor zehn Jahren, da war es noch ein bisschen brisanter. Die Generation der Jungs ist inzwischen eine andere.

Denker: Derby ist Derby, keine Frage. Ich kenne als Ottersberger zwar eher andere Derbys, aber ich weiß durch Björn Mickelat, der beide Seiten kennt, oder unseren Coach, dass dieses Spiel was Besonderes ist. Das hat sich im letzten Jahr auch schon widergespiegelt. Von den Zuschauern ist es ja auch gut angenommen worden – vielleicht jetzt am Freitag noch ein bisschen mehr.

Auch Heeslinger SC führt 2G-Regel ein

Nach dem Rotenburger SV führt auch der Heeslinger SC in seinem Waldstadion ab sofort die 2G-Regel ein. Darauf weist der Fußball-Oberligist vor dem Derby (Freitag, 20 Uhr) ausdrücklich hin. „Zutritt ins Stadion nur für geimpfte oder genesene Personen möglich“, schreibt der Verein auf seiner Facebook-Seite und ergänzt: „Keine Masken- und Abstandspflicht im Stadion, Kontaktnachverfolgung via Luca-App. Bitte haltet die entsprechenden Unterlagen am Einlass bereit und achtet auf euch und eure Mitmenschen!“ Tickets für das Derby gibt es an der Abendkasse. maf

In der abgebrochenen Saison gab es in Rotenburg ein 1:1, aber allzu oft sind beide Teams in den vergangenen Jahren nicht aufeinandergetroffen. Was wissen Sie trotzdem voneinander?

Rehling: Ich denke, auf und neben dem Platz kennt man sich gut. Wir gucken ja auch ab und zu ein Spiel von Rotenburg und die von uns. Zwischen Rotenburg und Heeslingen gibt es keine Geheimnisse, höchstens noch bei ein paar kleinen taktischen Kniffen.

Denker: Der Informationsaustausch ist so gut wie bei keinem anderen Team. Da sorgt auf unserer Seite schon der Herr Mickelat für. Das wird auf der anderen Seite durch Björn Müller (Heeslingens Torwarttrainer und Arbeitskollege von Mickelat, Anm. d. Red.) aber genauso sein. Die sprechen ja ganz offen. Ich denke, beide Mannschaften wissen alles von der anderen Seite.

Auch Rotenburgs Stefan Denker (vorne) kann alle Positionen in der Schaltzentrale bekleiden.

Die Voraussetzungen und Zielsetzungen gehen stark auseinander. Die Favoritenrolle fällt Heeslingen zu. Also eine klare Angelegenheit unter Flutlicht?

Rehling: Wir sind der Favorit, da brauchen wir nicht drüber zu sprechen, da muss man nur auf die Tabelle blicken. Zudem spielen wir zu Hause. Wer aber denkt, dass es deshalb einfach ist, liegt falsch. Das werde ich den Jungs auch noch mal sagen. Rotenburg ist eine eklig spielende Mannschaft, für jeden unbequem. Auch freitags sind die nicht bequemer zu spielen. Und gegen Rotenburg war es immer eine enge Kiste.

Denker: Eine klare Angelegenheit wird das nicht – und vorher die Punkte wegschenken werden wir auch auf keinen Fall. Ich springe aufs letzte Jahr zurück, da waren die Voraussetzungen ja auch klar.

Was gefällt Ihnen am Kreisrivalen?

Rehling: Für mich als Außenstehenden wirkt es so, dass Rotenburg ein sehr eingeschworener Haufen ist – vom Trainerteam bis zum letzten Spieler. Und für das, was sie zur Verfügung haben, holen sie sehr viel raus und machen dort alle gute Arbeit.

Denker: An Heeslingen gefällt mir das Flutlicht am Stadion. Das hätte ich gerne bei uns, denn nur dadurch sind solche Spiele möglich. Mal sehen, vielleicht nehmen wir es mit. Zum Teamgefüge selbst kann ich nicht viel sagen, dafür kenne ich die Jungs nicht so genau.

Letztes Duell im Waldstadion 2012

Streng genommen ist es ein Derby-Debüt: Als es zum letzten Punktspiel mit dem Rotenburger SV im Waldstadion kam, hieß der Heeslinger SC noch TuS Heeslingen. Am 8. September 2012 war es. Nach Toren von Benedict Griemsmann und Thomas Friauf siegte der Gastgeber unter Trainer Torsten Gütschow in der Oberliga mit 2:0. Aufseiten des RSV wirkten aus dem aktuellen Kader Christoph Drewes, Tobias Kirschke, Björn Mickelat und Trainer Tim Ebersbach mit, bei Heeslingen Oliver Gerken und Kevin Rehling. Anschließend stiegen beide Clubs ab und auf – aber bis 2020 aneinander vorbei. maf

Wo sehen Sie die Vorteile Ihrer Mannschaft und warum wird Ihr Team das Derby gewinnen?

Rehling: Wir spielen zu Hause und wollen unseren Platz unter den Top Drei der Staffel festigen, da brauchen wir jeden Punkt. Ich habe mir noch mal die Statistik angeguckt und denke, dass wir offensiv noch ein bisschen stärker sind als Rotenburg. Wir haben es aber auch bisher in jedem Heimspiel spannend gemacht. Wenn also einer die Einstellung hat, wir gewinnen schon, dann viel Spaß beim Training. Den werden wir schon zurechtweisen.

Denker: Wenn wir unsere Tugenden auf den Platz bringen, von der Ordnung, über die Zweikämpfe bis zum Zusammenhalt, und dann die spielerische Komponente reinbringen, können wir Heeslingen ärgern. Wichtig ist, von der ersten Sekunde an da zu sein. Nur aufs Verteidigen zu setzen, bringt aber nichts. Wir müssen auch nach vorne kommen und spielerische Akzente setzen. Da haben wir uns entscheidend gesteigert. Und dann braucht man das Fünkchen Spielglück.

Und was wünschen Sie dem Rivalen diese Saison?

Rehling: Ich wünsche denen wirklich, dass sie jedes Spiel gewinnen – außer gegen uns. Und dass sie in der Oberliga bleiben, das ist schließlich auch für die Region gut.

Denker: Außer bei den zwei Spielen gegen uns, wo ich ihnen keine Punkte gönne, wünsche ich Heeslingen alles Gute und in der jetzigen Zeit Gesundheit. Sportlich können sie gerne den maximalen Erfolg haben. Für mich ist es cool, wenn eine Mannschaft aus dem Umkreis den Aufstieg schafft statt eine aus Braunschweig oder Hannover. Ich würde mich bei aller Rivalität freuen, wenn die ihr Ziel erreichen.

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