Beschränkungen im Ahe-Stadion

Wegen Corona: Rotenburger SV lässt maximal 240 Fans rein

Lars Neugebauer im Ahe-Stadion
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Hygiene-Herr im Ahe-Stadion: Lars Neugebauer vom Rotenburger SV.

Höchstens 240 Zuschauer dürfen derzeit ins Rotenburger Ahe-Stadion, das bei Länderspielen schon mehr als 2000 Fans beherbergt hat. Die Corona-Regeln machen diese strengen Auflagen nötig. Ausnahmen gibt es keine - auch nicht im Derby.

  • Ins Rotenburger Ahe-Stadion dürfen nur 240 Zuschauer
  • Die Auflage gilt auch in allen Punktspielen
  • Weitere Maßnahmen sind in der Planung

Rotenburg - Eigentlich ist Lars Neugebauer Torwarttrainer beim Rotenburger SV. Nicht nur bei den Oberliga-Herren, auch für den gesamten Jugendbereich. Wenn Bedarf besteht, stellt er sich zudem bei den Altherren, der Zweiten oder der Ersten selbst in den Kasten. Doch momentan kommt eine weitere Tätigkeit hinzu, die ihn fast noch mehr beschäftigt – der 38-Jährige ist der Coronabeauftragte des RSV. Er hat das Hygienekonzept für den Verein verfasst, wacht über deren Einhaltung und hat errechnet, dass exakt 240 Zuschauer ins Stadion dürfen.

An dieser Zahl wird sich auch nichts ändern, wenn die Punktspiele Anfang September starten werden. Auch für das erste Heimspiel, dem Derby gegen den Heeslinger SC am 12. September, zu dem deutlich mehr Besucher erwartet werden dürften, gibt es keine Ausnahme! „Wir werden am Eingang zählen und nicht mehr als 240 reinlassen“, betont Neugebauer. Und er gesteht: „Das stellt uns als Verein vor Herausforderungen!“ Auch was das Personal betrifft. Allein acht bis zehn Ordner sind pro Spiel nun im Einsatz. „Aber wir sind dankbar, dass wir es überhaupt machen können.“ Bei Spielen mit bis zu 50 Zuschauern ist keine Dokumentation der Kontaktdaten nötig, sie dürfen stehen, müssen aber Abstand einhalten. Doch sobald mehr Fans erwartet werden, ist ein Hygienekonzept und ein Sitzplatz für jeden Besucher erforderlich.

Um die Schlangen vor den Kassen nicht zu lang werden zu lassen, bittet Neugebauer die Zuschauer, sich zuvor von der Homepage des Vereins (www.rotenburgersv.de) das benötigte Kontaktdatenformular auszudrucken und ausgefüllt mitzubringen. „Das wäre total klasse.“ Das gilt auch für die Vorbereitungsspiele – wie am Samstag (15 Uhr) gegen Regionalligist Werder Bremen II.

Wie viele Plätze der Verein für Gästefans reserviert, steht noch nicht fest. Denkbar sind bis zu 130. So viele bietet der RSV auf der nicht überdachten Gegengeraden an, sodass hier der Gästeblock entstehen könnte. Auf der überdachten Tribünenseite sind es etwas weniger, da in dem Bereich der festinstallierten Sitze immer zwei Schalen frei bleiben müssen – und damit etwas mehr als der Mindestabstand. „Alle nutzbaren Plätze sind gelb markiert“, erklärt Neugebauer. „Die erste Herren hat die Abstände mit dem Zollstock ausgemessen. Auch die Stühle müssen sie auf- und abbauen. Mit Unterstützung des städtischen Bauhofes haben wir 150 Stühle zur Verfügung gestellt bekommen.“

Gesundheitsamt wünscht sich Kategorisierung

Weitere Maßnahmen sind wahrscheinlich. „Wir arbeiten sehr gut mit dem Gesundheitsamt zusammen“, betont Neugebauer. Dieses würde sich eine Kategorisierung der Sitzplatzbereiche wünschen, berichtet der auch beruflich als Koordinator für Arbeitssicherheit tätige RSV-Verantwortliche. Hintergrund: Um im Falle eines Coronafalles im Stadion nicht alle Besucher überprüfen zu müssen, „werden wir vermutlich die Tribünenseiten dritteln. Den Wunsch verstehen wir. Eine andere Alternative wäre es, die Plätze durchzunummerieren“, meint Neugebauer.

Dass die Bundesliga derzeit trotz Hygienekonzept keine Erlaubnis für Zuschauer bekommt, in vielen (aber nicht allen Bundesländern) Amateurfußballspiele mit Fans jedoch möglich sind, hängt mit der Verordnung zum Schutz vor Corona und der Anzahl an Besuchern zusammen. Schließlich sind bei Sportveranstaltungen in Niedersachsen maximal 500 Zuschauer gestattet – vorausgesetzt, sie alle erhalten einen Sitzplatz mit Mindestabstand. „Ich glaube, dass die Steuerung von Zuschauern in professionellen Stadien durchaus möglich wäre, aber es müssen sich alle an die Verordnungen halten“, findet Neugebauer. „So lange Niedersachsen Fußballspiele auf 500 Zuschauer beschränkt, ist das nicht verhandelbar.“

Er ist ohnehin äußerst skeptisch, ob es aufgrund der steigenden Zahlen von Infizierten überhaupt wieder im September mit den Spielen im Amateurbereich losgeht. „Es kann gut sein, dass wir in den nächsten zwei Wochen in neue Beschränkungen gehen. Der erste Schritt wäre dann, keine Zuschauer zuzulassen – oder gar die Wiederaufnahme der Kontaktbeschränkungen“, fürchtet er.

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