52:64 – Hurricanes steigern sich

Rosemeyer führt ihr Team gegen die Rheinland Lions wieder heran

Im Luftduell angelt sich Leonie Rosemeyer (r.) gegen Rheinlands Brianna Rollerson den Ball.
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Im Luftduell angelt sich Leonie Rosemeyer (r.) gegen Rheinlands Brianna Rollerson den Ball.

Rotenburg – Einige Minuten nach dem Spielende wurde Christian Greve noch mal etwas lauter: „Ihr müsst die Körbe noch hochkurbeln“, rief der Coach der Avides Hurricanes seine Damen am anderen Ende der Pestalozzihalle zu. Mit Melda Tölle und Sophie von Ass fühlten sich ausgerechnet zwei der Kleinsten des Kaders angesprochen, stiegen auf einen Kasten und drehten eifrig den Hebel.

Auch in der Halbzeit war Greve lauter geworden – ebenfalls mit Erfolg. Das sich anbahnende Desaster gegen den Tabellenführer und Titelfavoriten Rheinland Lions wussten die Hurricanes noch abzuwenden. Die Niederlage in der 2. Basketball-Bundesliga hielten sie dank einer klaren Leistungssteigerung mit 52:64 (22:45) in Grenzen.

Da kommt Ex-Nationalspielerin Romy Bär (l.) zu spät: Andrea Baden schließt ab.

Im letzten Viertel wirkte Gäste-Coach Mario Zurkowski deutlich angefressener als Pendant Greve. „Hey guys, it‘s not christmas“, moserte er, weil die Hurricanes Punkt um Punkt herankamen und diesen Durchgang sogar mit 14:5 gewannen. Insbesondere Leonie Rosemeyer war mit ihren Dreiern (am Ende waren es vier und insgesamt 17 Punkte) maßgeblich an der Aufholjagd ab Ende des dritten Durchgangs nach 30 Punkten Rückstand (29:59/28.) beteiligt.

In der ersten Halbzeit waren wir zu ängstlich, zu unaggressiv an beiden Enden des Feldes und haben mit uns machen lassen, was Rheinland wollte.

Pia Mankertz

Wirklich gefährlich sollte es für das Team mit den goldenen Rückennummern aber nicht mehr werden. Dafür hatten die erstligatauglichen Rheinländerinnen mit ihren vier ausländischen Profis und den drei ehemaligen Nationalspielerinnen Birte Thimm, Romy Bär und Kimberly Pohlmann zu sehr vorgelegt. „In der ersten Halbzeit waren wir zu ängstlich, zu unaggressiv an beiden Enden des Feldes und haben mit uns machen lassen, was Rheinland wollte“, stellte Hurricanes-Kapitänin Pia Mankertz fest. Aus einer 5:0-Führung (2.) entwickelte sich fix ein 6:23-Rückstand (7.). Greve kehrte deshalb früh von der Zonenverteidigung ab, weil die Intensität fehlte. „Das hätte sehr deutlich werden können“, gestand er später.

Auch Sophie von Ass sammelte noch fünf Minuten Einsatzzeit.

Schnell machte sich bemerkbar, wie sehr Hannah Pakulat (Handverletzung) fehlte. Gerade einmal elf Rebounds sammelten die Hurricanes bis zur Halbzeit ein. Was Greve wiederum auch an der schwachen Wurfquote festmachte: „Wir haben eben nicht durchweg die Spielerinnen, die dann die Offensiv-Rebounds holen.“ Pakulat dürfte nächste Woche wieder zum Kader stoßen, Anna Suckstorff, die mit einer Gehirnerschütterung fehlte, womöglich auch.

Statistik

Baden (3 Punkte/1 Dreier/3 Rebounds), Beckmann (12 Punkte/1 Dreier/7 Rebounds), Mankertz (7 Punkte/1 Dreier/4 Rebounds/4 Assists), von Ass, Faber, Rosemeyer (17 Punkte/4 Dreier), Tölle (1 Punkt/3 Rebounds), Stach (5 Punkte/1 Dreier/3 Rebounds), Simon (7 Punkte/1 Dreier/9 Rebounds).

Allerdings gab es bereits vor dem Tipoff einen weiteren Ausfall zu beklagen. Michelle Schischkov knickte beim Warm-up um – ihr rechter Fuß „ist ganz dick“, erklärte Physiotherapeutin Anna-Lena Meinke. Schischkov blieb also nur der Platz auf der Bank neben den U 18-Spielerinnen Kristina Bonfils und Carolin Knittler, die dort erstmals saßen. „Sie gehören ja zum Kader und trainieren voll mit. Daher werden sie auch vor den Spielen getestet. Und so können sie die Atmosphäre mitbekommen“, klärte Greve auf. Ab der 32. Minute gesellte sich auch die ohnehin angeschlagene Melda Tölle nach einem Pferdekuss dazu.

Während Anna-Lena Meinke den Fuß von Michelle Schischkov behandelt, verfolgen Kristina Bonfils und Carolin Knittler (v.r.) das Geschehen auf dem Feld.

Trotz dieser personellen Nackenschläge (Ayla Faber bestritt zudem das erste Spiel nach ihrer Prüfungs-Auszeit, Lotta Stach war nach dem U 20-Lehrgang erst am Freitag ins Training zurückgekehrt), zogen die Hurricanes bis zum Schluss durch. Mankertz sieht aber durchaus noch Luft nach oben: „Wir haben erst in der zweiten Halbzeit besser gespielt, aber auch da zu wenig Zug zum Korb gehabt. Das reicht gegen solch ein starkes Team nicht“, resümierte sie. „Natürlich hat Rheinland dann auch einen Gang zurückgeschaltet“, wusste auch Greve. „Aber wir haben uns in der Intensität deutlich verbessert und gute Würfe herausgespielt.“

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