Ausschreibung für Winterrasen im Dezember / „Künstliche Diskussion“

Rolf Ludwig wäre „längst fertig gewesen“

In diesem Jahr tut sich auf dem Grandplatz in Rotenburg wohl nichts mehr.
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In diesem Jahr tut sich auf dem Grandplatz in Rotenburg wohl nichts mehr.

Rotenburg – In Achim ist vor einigen Wochen ein neuer Kunstrasenplatz eingeweiht worden, in Harsefeld ist der alte kürzlich einem neuen gewichen, in Sittensen gerade der Spatenstich für den modernsten Kunstrasenplatz Europas erfolgt. Und in Rotenburg? In der Kreisstadt gibt es das Kontrastprogramm: Winterrasen statt Kunstrasen, Verzögerung statt eingehaltener Zeitplan. Bürgermeister Andreas Weber (SPD) bleibt jedoch gelassen: „Wir haben keinen Bedarf, auf die Zeit zu gucken“, sagt er und spricht von „künstlichen Diskussionen“.

Rolf Ludwig, der als großzügiger Spender den Winterrasen erst möglich macht, wirkte zuletzt jedoch spürbar angefressen. Über seine gleichnamige Stiftung hatte er bereits vor anderthalb Jahren die Summe von 250 000 Euro überwiesen. Hätte er sie weiter angelegt, „wären es jetzt fast 300 000“, meint er. Im Mai 2019 hatte er noch verkündet: „Ich möchte, dass der Platz zu Beginn der Saison 2020/2021 fertig ist.“ Heute sagt er: „Wenn ich ihn gebaut hätte, wäre er längst fertig gewesen. Aber das durfte man nicht, die Stadt muss es ja ausschreiben.“ Doch das ist noch nicht passiert.

Inzwischen steht fest, dass in diesem Jahr keine Bagger mehr anrollen, um den bestehenden Grandplatz zu bearbeiten. Das bestätigt Weber: „Vor Weihnachten wird nichts mehr passieren.“ Der Bürgermeister nennt unter anderem die Corona-Pandemie, die den Prozess gehemmt hätte. Oder etwa die Entscheidung, die Flutlichtmasten doch mit LED-Licht und nicht mit Halogenstrahlern zu versehen. Offensichtlich ist aber auch, dass die Kommunikation zwischen den Beteiligten nicht immer optimal lief, wie auch Ludwig erwähnt. Ziel jetzt: Ende des Monats soll das Leistungsverzeichnis endlich fertiggestellt sein. Das gehört noch zur Aufgabe des bisherigen Planers Dieter Grundmann (Sarstedt) – quasi seine letzte Amtshandlung, nachdem er im März erstmals den Platz besichtigt hatte. Die sich anschließende öffentliche Ausschreibung übernimmt die Stadt. Sie ist für Anfang Dezember geplant, damit im Januar die Vergabe erfolgen kann. „Wir gehen davon aus, dass im Februar/März die Bauarbeiten beginnen“, erklärt Weber. Im Frühjahr solle dann ausgesät werden.

„Ich habe mich genug geärgert. Es geht jetzt vorwärts, sodass der Platz im September oder Oktober fertig ist und auf ihm gespielt werden kann“, sagt Ludwig. Vom Projekt Winterrasen ist er nach wie vor überzeugt. Umsetzen soll es „Rasenpapst“ Clemens Mehnert aus dem Allgäu. „Und die Nachfrage wird immer größer. Jetzt hat sich auch Gifhorn bei mir erkundigt“, erzählt der 78-jährige Sportfunktionär.

Die entstehenden Kunstrasenplätze in der Region sieht Ludwig weiter kritisch. „Das ist ja schon mal gut“, kommentiert er den Hinweis, dass auf der Anlage in Sittensen keine Mikroplastikpartikel anfallen sollen. Gleichzeitig merkt er an: „Ich bin gegen Kunstrasen. Das ist hier nicht notwendig, hier auf dem Dorf muss so etwas nicht sein. Außerdem kostet die Entsorgung später viel Geld.“ Rotenburgs Bürgermeister Weber pflichtet ihm bei: „Die Argumente, die zum Winterrasen geführt haben, haben sich nicht geändert. Es gibt nach wie vor große Probleme, den Kunstrasen zu entsorgen.“

Von Matthias Freese

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