Sportlerwahl des Jahrzehnts - Startnummer 15

Badminton-Ass Yannick Rohdenburg nutzt die Coronapause und bringt sich in Topform

Konzentrierter Blick auf den Federball: Yannick Rohdenburg trägt das Trikot von Fortuna Rotenburg.
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Konzentrierter Blick auf den Federball: Yannick Rohdenburg trägt das Trikot von Fortuna Rotenburg.

Rotenburg – Vom Entspannen während der Corona-Pandemie hält Yannick Rohdenburg gar nichts. Stattdessen nutzt der Badmintonspieler von Fortuna Rotenburg die freie Zeit, um sich richtig in Form zu bringen. Der Sieger der Sportlerwahl 2019 hat in den vergangenen Monaten bereits 15 Kilogramm abgenommen und ist so fit wie lange nicht.

„Ich gehe öfter mal Laufen und bei mir zu Hause mache ich auch häufig Übungen“, erklärt Rohdenburg. Er fügt an: „Es klingt komisch, aber mir kam die erneute Pause entgegen. Ich hatte vorher nicht die beste Form und sehe es daher positiv, dass ich jetzt deutlich besser in Schuss bin.“ Mit neuer Topform will er in diesem Jahr noch einmal voll angreifen und die Erfolge aus Zeiten direkt vor Corona wiederholen. Das dürfte aber auch mit deutlich weniger Masse nicht leichter werden. Immerhin schaffte Rohdenburg 2019 gemeinsam mit seinem Partner Enrico Jakobi vom TuS Bietlingen den Landesmeister-Titel im U 22-Doppel, er wurde Bezirksmeister im O 19-Doppel und schaffte die Qualifikation für die Deutsche Meisterschaft in Regensburg. Damit war er der erste Aktive von Fortuna Rotenburg. Bei der DM belegte der Wümmestädter im Einzel Rang neun und im Doppel mit Jakobi Platz fünf. „Das war schon echt geil. Viele hatten uns diese Erfolge nicht zugetraut“, sagt das Badminton-Ass.

Eine so gute Entwicklung war bei dem Rechtshänder ohnehin nicht zu erwarten gewesen. Immerhin übt Rohdenburg die Sportart mit dem weißen Federball noch gar nicht so lange aus. Erst vor zehn Jahren ging er als Jugendlicher zum ersten Training. „Damals hat mich ein Kumpel mitgenommen“, erinnert sich der angehende Physiotherapeut. Aus der Probeeinheit wurde aber schnell mehr und die Leidenschaft bei dem Rotenburger direkt entfacht. Mittlerweile ist er das Aushängeschild des Vereins und Leistungsträger des Erwachsenenteams in der Bezirksliga. „Ich könnte sicher höher spielen. Aber ich will ja bei meinem Verein spielen“, sagt Rohdenburg. „Und für Spiele gegen extrem starke Gegner habe ich ja die Turniere. Von daher passt das so.“

Yannick Rohdenburg setzte sich 2019 durch.

Für seinen Verein setzt sich der Akteur auch neben den Punktspielen und den eigenen Übungseinheiten in der Halle ein. Zweimal pro Woche bringt Rohdenburg dem Nachwuchs den Sport als Trainer näher und kümmert sich damit um die Zukunft von Fortuna Rotenburg. Zudem ist der Kreisstädter auch beim niedersächsischen Verband als Coach eingestiegen und betreut dort die besten Nachwuchsspieler. „Ich fahre mit den Spielern zu Turnieren und bin bei Lehrgängen dabei“, erklärt er seine Aufgaben. Der Großteil der Freizeit wird also in den Hallen mit Badminton verbracht. „Es geht in jedem Ballwechsel richtig rund. Man muss immer da sein“, schwärmt Rohdenburg. „Zudem kann man nahezu alles am Spiel mit seiner eigenen Leistung steuern. Das finde ich am besten.“

Bei all den Vorzügen von Badminton musste Rohdenburgs zweites Hobby, der Fußball, in den vergangenen Jahren kürzertreten. In der Jugend lief der 24-Jährige für den Rotenburger SV auf. Später stand er dann für die JSG KAWU auf dem Rasen. Im Herrenbereich ließ er seinen Pass bei der SG Unterstedt und läuft dort normalerweise für die 3. Herren in der 3. Kreisklasse auf – wenn es der Terminkalender zulässt.

Eines betont Rohdenburg jedenfalls: „Badminton ist die Nummer eins.“ Trotzdem genießt es der Linksfuß, am Sonntag in der Innenverteidigung auf dem Feld zu stehen und mit seinem Team um den Sieg zu kämpfen. „Das ist eine gute Abwechslung. Das Miteinander ist beim Fußball immer echt cool.“ Seine Stollenschuhe an den Nagel hängen, um sich voll auf Badminton zu konzentrieren, will das sportliche Multitalent denn auch nicht. Immerhin ist er ja auch bei der Rückkehr auf die Plätze in der besten Form seit Langem.

Yannick Rohdenburg ist auch als Trainer dabei.

Damit sein Höhenflug dann vor allem unter dem Hallendach mit dem Federball weitergeht, arbeitet Rohdenburg auch an einer weiteren kleinen Schwäche. Er neigt dazu, schnell zu hadern, wenn es nicht rund läuft. „Das war früher noch viel schlimmer und ist besser geworden“, verrät er schmunzelnd. Mittlerweile hat sich der Aktive Tricks angeeignet, um schnell wieder herunterzufahren. „Ich schaue dann immer schnell auf meinen Schläger und zähle die Saiten. Das hilft mir beim Runterkommen.“ Immerhin muss Rohdenburg vor allem beim Badminton schnell wieder konzentriert sein und darf sich keine längeren Schwächephasen in seinen Begegnungen erlauben.

Eines steht jedenfalls fest: Bei der Rückkehr zu den Turnieren wird der Kreisstädter bestens vorbereitet sein. „Es kribbelt auf jeden Fall langsam in den Armen. Es kann wieder losgehen“, sagt Rohdenburg. Denn: Seit Ende Oktober gab es kein Badmintontraining mehr, sondern nur Fitnesstraining.

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