Langjähriger RSV-Spieler ist Co-Trainer bei Werders U 11 / Korb für den TV Sottrum

Röben bekommt seinen Job serviert

Fokussierter Blick: Jelle Röben ist seit knapp einem Jahr Co-Trainer der U 11 des SV Werder Bremen. Mit dem aktiven Fußball hat der ehemalige RSV-Spieler aufgehört.
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Fokussierter Blick: Jelle Röben ist seit knapp einem Jahr Co-Trainer der U 11 des SV Werder Bremen. Mit dem aktiven Fußball hat der ehemalige RSV-Spieler aufgehört.

Bremen/Sottrum – Eigentlich wollte Jelle Röben nur eine Kleinigkeit essen, hatte in dem Imbiss niemanden erwartet, doch plötzlich stand sein damaliger Jugendtrainer Thorsten Bolder ebenfalls im Laden. Nach all den Jahren hatten sich die beiden eine Menge zu erzählen. Am Ende ging Röben quasi mit einem neuen Job in der Tasche aus dem Restaurant. Der langjährige Mittelfeldmann des Fußball-Landesligisten Rotenburger SV ist kurz darauf als Co-Trainer der U 11 bei Werder Bremen eingestiegen.

Das unverhoffte Wiedersehen kam für beide Seiten wie gerufen. Bolder, der mittlerweile beim Bundesligisten als Sportlicher Leiter der U 8 bis U 14 angestellt ist, hatte im Sommer vergangenen Jahres einen Coach für den Nachwuchs gesucht und war bei Röben direkt auf offene Ohren gestoßen. „Ich selbst hatte nicht mehr so die große Lust, noch weiter Fußball zu spielen. Das Gespräch mit Thorsten war sehr interessant. Er hat mich von seinen Vorstellungen direkt überzeugt, es macht total viel Spaß“, erzählt der 27-Jährige, der als Jugendlicher selbst zwei Jahre lang das Trikot der Grün-Weißen getragen hatte. „Allgemein ist bei Werder noch alles wie früher. Es ist ganz interessant, jetzt auf der anderen Seite zu stehen“, findet Röben.

Nach der Saison 2018/2019 zog der Mittelfeldspieler unter seine aktive Laufbahn einen Strich. Sein Pass liegt zwar nach wie vor beim RSV, doch eine Rückkehr kommt für Röben aktuell nicht infrage. „Mit den Jungs habe ich immer noch Kontakt. Natürlich bekomme ich beim Duft von frischgemähten Rasen Lust, mal wieder selbst gegen einen Ball zu treten. Es wäre zeitlich aber gar nicht möglich, neben dem Trainerjob und der Arbeit auch noch selbst zu spielen. Es ist so schon alles gut, ich habe die richtige Entscheidung getroffen“, betont Röben.

Zwar habe es einige Anfragen von Vereinen aus der Umgebung gegeben, „bis jetzt konnte ich aber immer ganz gut absagen“, erklärt Röben. Somit hatte sich unter anderem auch Bezirksligist TV Sottrum einen Korb eingefangen. „Ich bin dort zwar aufgewachsen, irgendwie habe ich aber keine richtige Verbindung zu dem Verein“, sagt der gebürtige Sottrumer offen.

Anders sieht es da bei seiner neuen Tätigkeit aus. Das Training mit den Kindern macht ihm so viel Spaß, dass sich der Bremer nun weiterbilden möchte. Eigentlich war die B-Lizenz jetzt angedacht, doch der Lehrgang findet aufgrund der anhaltenden Corona-Krise nicht statt. „Ich muss leider noch abwarten, einen neuen Termin gibt es bislang nicht. Mal schauen, wie sich alles entwickelt. Meine Trainerscheine möchte ich aber auf jeden Fall machen“, so Röben. Jetzt ist er aber erstmal froh, dass der Trainingsbetrieb trotz der Pandemie langsam wieder angefangen hat. Ein Mal pro Woche darf er mit der Mannschaft auf den Platz, alles unter strengen Vorgaben.

Dass Röben direkt einen so guten Draht zu den Nachwuchsspielern hat, liegt nahe. Der einstige Mittelfeldmann des RSV arbeitet in Bremen seit dreieinhalb Jahren in einem Kindergarten und ist dort mittlerweile als stellvertretende Leitung tätig. „Tiefer als die U 11 darf es aber auch nicht sein, sonst ist es zu nah am Kindergartenalter. Und in meiner Freizeit brauche ich ein wenig Abwechslung“, sagt der Erzieher lachend.

Und wer weiß, wen Röben als nächstes in einem Restaurant trifft. Vielleicht kann er danach doch nicht länger widerstehen und schnürt bald auch noch wieder selbst seine Fußballschuhe.

Von Mareike Ludwig

Jelle Röben war bis zur vergangenen Saison beim Rotenburger SV aktiv. Foto: Freese

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