Neutralität vermisst

Rotenburger SV raus aus der ARS?

Auf der Jahreshauptversammlung des RSV soll darüber diskutiert werden, ob der Verein die ARS verlässt. - Foto: Freese
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Auf der Jahreshauptversammlung des RSV soll darüber diskutiert werden, ob der Verein die ARS verlässt.

Rotenburg - Von Matthias Freese. Der Tagesordnungspunkt elf hätte unbemerkt unter „Verschiedenes“ verschwinden können. Doch das Anliegen birgt so viel Brisanz, dass ihm auf der Jahreshauptversammlung des Rotenburger SV am 2. März ein eigenes Kapitel eingeräumt wird. Der Fußball-Club denkt über seinen Austritt aus der Arbeitsgemeinschaft Rotenburger Sportvereine (ARS) nach. Die „Notwendigkeit und Sinnhaftigkeit“ der Mitgliedschaft, so Henning Schwardt vom geschäftsführenden Vorstand, wird diskutiert.

Der Hintergrund ist klar: Der RSV fühlt sich bei seinem bisher vergeblichen Kampf um einen Kunstrasenplatz von der ARS und deren Geschäftsführer Rolf Ludwig nicht vertreten. Im Gegenteil, Ludwig hatte sich öffentlich stets gegen den Bau eines solchen Platzes ausgesprochen. „Da wäre Neutralität der richtige Weg gewesen. Aber wenn aus der ARS heraus gegen die Interessen eines einzelnen Vereins gearbeitet wird, ist der Moment, in dem man über den Austritt nachdenken muss, gekommen, weil die Mitgliedschaft eher ein Nachteil ist“, bezieht Schwardt Stellung. Die Meinung im Vorstand sei „recht einheitlich“, bestätigt der Schatzmeister. Soll heißen: Die RSV-Führungsriege tendiert zum Austritt. „Aber es ist nichts in Stein gemeißelt und noch keine Entscheidung getroffen“, betont Geschäftsführer Joschka Kleber. Womöglich kommt es auf der Mitgliederversammlung zur Abstimmung.

Ende 2009 war es, als der RSV schon mal raus aus der ARS war – damals hatte Ludwig dem Verein öffentlich eine Zweckentfremdung von Sponsorengeldern vorgeworfen. Auf Vermittlung des damaligen Bürgermeisters Detlef Eichinger kehrten beide Seiten an den Verhandlungstisch zurück und der RSV einige Monate später in den Schoß der Rotenburger Sportfamilie, sprich in die ARS – mit der Zusage, einen Vorstandsposten in der Arbeitsgemeinschaft zu erhalten.

Doch auch in den Folgejahren lief es längst nicht immer harmonisch zwischen Ludwig und dem RSV ab. Im September 2015 erhielt der 75-jährige Sportfunktionär beispielsweise kurzfristig ein Stadionverbot, verhängt vom Sicherheitsbeauftragten Paul Metternich. Wenige Tage später folgte die Entschuldigung in Richtung Ludwig.

Jetzt scheinen die Fronten wieder so verhärtet zu sein, dass die endgültige Trennung droht. Die ARS würde auf 38 Mitgliedsvereine schrumpfen. „Es ist nur konsequent, bevor die sich ärgern und wir uns ärgern“, nimmt Ludwig den möglichen Vereinsverlust gelassen zur Kenntnis und meint: „Das tut mir nicht mehr weh.“ Er bemühe sich auch nicht um einen Verbleib, gehe aber weiter fair mit dem RSV um. Aus seinen Stiftungen sollen künftig allerdings keine Gelder mehr an den Verein fließen, erklärt Ludwig. Bei der Mittelverteilung der Stadt – die bisher über die ARS lief – dürfte das Fußball-Aushängeschild von der Wümme wohl nicht leer ausgehen. 2017 erhielt der Club 1 274 Euro, die ihm zustehende Summe wird die Stadt künftig wohl direkt überweisen.

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