Bremervörder SC II bezichtigt Fans der SG Oste / Spielausschuss tagt Donnerstag

Rassismus-Vorwurf in der Kreisklasse

Der Bremervörder SC erhebt schwere Vorwürfe gegen Fans der SG Oste.
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Der Bremervörder SC erhebt schwere Vorwürfe gegen Fans der SG Oste.

Nieder Ochtenhausen – Es steht Aussage gegen Aussage, dennoch wiegen die Vorwürfe des Bremervörder SC II schwer. „Ich bin fassungslos, dass es heutzutage überhaupt noch zu solchen Äußerungen kommt“, fehlen Christian Hilck auf Nachfrage die Worte. Der Coach des Fußballclubs aus der 1. Kreisklasse Nord war zwar nicht selbst beim Auswärtsspiel gegen die SG Oste dabei. Ihm hätte aber eine Vielzahl an Zuschauern bestätigt, dass ein paar Fans des Gastgebers rassistische Parolen wie „Geht in euer Land zurück“ oder „Drecksvolk, zurück mit euch in den Zoo“ rausgehauen hätten. Daraufhin sei die Partie in der 65. Minute beim Stand von 3:0 abgebrochen worden, da der Bremervörder SC II geschlossen das Feld verlassen hat.

Die SG Oste, eine Spielgemeinschaft des TuS Nieder Ochtenhausen und des SV Glinde-Kornbeck, weist die Vorwürfe entschieden zurück und distanziert sich auf Facebook klar von Rassismus. „Wir stehen für Toleranz und Gleichberechtigung und dürfen nicht tatenlos zusehen, wenn einzelne Unverbesserliche die Begeisterung für Fußball dazu missbrauchen, rassistische sowie fremdenfeindliche Parolen zu verbreiten und Menschen wegen ihrer Hautfarbe, Herkunft, Sprache, Kultur oder Religion zu beleidigen“, schreibt der Verein in den Sozialen Medien.

Oliver Stahs, Fußball-Boss des SV Glinde-Kornbeck, betont aber: „Wir distanzieren uns zwar klar von jeglicher Art des Rassismus, aber unsere Leute sagen alle, dass da überhaupt keine Äußerungen dieser Art getroffen worden sind.“ Es habe schließlich nicht einmal einen Grund für Aufregung gegeben. „Klar, es war wieder eine provozierende Partie vom BSC, aber warum sollten wir bei einem Spielstand von 3:0 für uns derart die Kontrolle verlieren?“, fragt er. Auch Stahs habe nicht in Reichweite zum vermeintlichen „Tatort“ gestanden, habe die Geschichte ebenfalls nur erzählt bekommen. „Ich kann mich nur auf das berufen, was unsere Leute berichtet haben. Völlig unabhängig voneinander betonten aber alle, dass da nicht mal im Ansatz etwas Rassistisches zu hören war“, stellt Stahs klar. Es sei aber natürlich „immer schön einfach, dann die Nazi-Keule rauszuholen“ und irgendwelche Vorwürfe in den Raum zu stellen.

Bremervördes Coach Hilck kann derweil nicht glauben, dass sich seine Informanten so etwas ausgedacht haben. „Warum auch? Das macht ja keinen Sinn.“ Unterstützung erhält er von seinem Spieler Juan Saido, der auf Instagram über den Vorfall informiert. „Es fielen immer wieder heftige rassistische Beleidigungen gegen Spieler, Betreuer und Zuschauer“, berichtet er und fügt an: „Rassismus hat keinen Platz im Fußball oder sonst wo.“

Wie gesagt, es steht Aussage gegen Aussage. Da die Vorwürfe noch vom Spielausschuss geprüft werden, darf sich Schiedsrichter Klaus Borchers aktuell nicht äußern – „kein Kommentar“, sagt er auf Nachfrage. Staffelleiter Gerhard Schröder (Bremervörde) hält sich ebenfalls bedeckt, erklärt aber: „Noch ist es ein schwebendes Verfahren, bei dem schwere Vorwürfe im Raum stehen. Donnerstagabend kommt der Spielausschuss zusammen, dann klären wir, wie’s weitergeht.“

Von Lea Oetjen

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