Projekt Winterrasen beginnt / Auch Flutlichtanlage wird saniert

Der „Rasenpapst“ ist da

Spender Rolf Ludwig, Claus Mehnert und Clemens Mehnert (v.l.) schreiten den Grandplatz ab. Fotos: Freese

Rotenburg - Von Matthias Freese. Ein Spaten, eine Spitzhacke und eine flache Kelle, dazu zwei rote Eimer, etwas Wasser, ein Zollstock und ein vor der Sonne schützender Strohhut – mehr benötigt Clemens Mehnert nicht. Am Mittwoch erkundete der „Rasenpapst“ aus Mindelheim im Allgäu zusammen mit seinem Sohn Claus Mehnert den roten Grandplatz auf der Rotenburger Ahe-Sportanlage. Die Voruntersuchungen sind der Startschuss für das Projekt Winterrasen, das durch die zweckgebundene Spendenzusage von Rolf Ludwig, Vorsitzender der Arbeitsgemeinschaft Rotenburger Sportvereine (ARS), möglich wurde.

Wann beginnt die Umwandlung vom Grand- zum Winterrasenplatz?

Diese Woche wurde von der Firma Mehnert, Sachverständige für Golf- und Sportrasen, mit der Grundlagenermittlung begonnen. Die Experten aus Mindelheim übernehmen die „fachliche Baubegleitung“, wie Bürgermeister Andreas Weber (SPD) erklärt. In diesem Jahr soll die Planung abgeschlossen werden, ein per Ausschreibung gesuchtes Planungsbüro wird mit der Bauleitung beauftragt. Möglichst regionale Unternehmen sollen im Frühjahr 2020 den Platzbau realisieren, sodass im April oder Mai ausgesät wird.

Wann ist der neue Platz bespielbar?

Wenn alles nach Plan läuft, voraussichtlich im September oder Oktober 2020. „Gras ist ein Lebewesen und hat auch seine Kinderkrankheiten“, mahnt Claus Mehnert aber zur Vorsicht bei der anfänglichen Nutzung.

Ist der Winterrasen durchgehend bespielbar?

Eher nicht. Er ist vor allem für den Spätherbst und das Frühjahr, für die nassen Jahreszeiten, gedacht. „Wenn Frost oder Schnee darauf liegen, kann man ihn nicht bespielen. Da bricht das Blatt“, erklärt Claus Mehnert. Und fügt an: „Naturrasen braucht seine Regenerationsphasen.“

Welche Größe wird der neue Platz haben?

Er wird die international vorgeschriebenen Maße erfüllen. Laut Platzwart Denis Rohloff wird er zwischen 102 und 104 Meter lang sowie zwischen 66 und 68 Meter breit sein. Er ist damit für Punktspiele geeignet.

Was kostet er und wer bezahlt den Platzbau?

Die genauen Kosten müssen noch ermittelt werden. Rolf Ludwig hat mit seiner gleichnamigen Stiftung bereits 250 000 Euro als Spende auf das Konto der Stadt überwiesen. Er übernimmt alle Kosten abzüglich von Fördermitteln. Die Stadt hat im Rahmen der Sportstättenförderung des Landes Niedersachsen einen Antrag an den Landessportbund gestellt. Eine weitere Unterstützung durch den Landkreis und durch die Lotterieförderung wird geprüft.

Was ist das Besondere am sogenannten Winterrasen?

Als Grassorte wird Deutsches Weidelgras (Lolium) genommen, da es abwehrkräftiger und unempfindlicher ist. Zudem kommt ein sandreiches Substrat zum Einsatz, was zu einer hohen Wasserdurchlässigkeit führt. Allerdings muss eine neue Drainage gezogen werden, die vorhandene reicht nicht. Vermutlich wird der neue Platz 20 Zentimeter höher liegen als der bisherige – er könnte auf den vorhandenen tonig-sandigen Tennenplatz aufgebaut werden. Es folgt die Drainschicht (Sandschicht) sowie die Substratschicht.

Muss der Platz stärker bewässert werden?

Laut Claus Mehnert wird der Winterrasen einen Wasserbedarf haben, der ungefähr 20 Prozent höher ist als bei einem herkömmlichen Rasenplatz. „Man sollte aber generell bei Naturrasen mit der Bewässerung zurückgehen“, empfiehlt er. Auf der Rotenburger Anlage wird das eisenhaltige Grundwasser aus der Zisterne genutzt und kein Trinkwasser verwendet.

Wie viele Stunden kann der Winterrasen bespielt werden?

An die Nutzungsdauer eines Kunstrasens wird er nicht heranreichen. Claus Mehnert ist vorsichtig mit Zahlen, zumal diese stark ortsabhängig sind. Zudem ist es in Norddeutschland der erste Winterrasenplatz, der gebaut wird.

Bedarf es noch baurechtlicher Genehmigungen?

Nein. Ein Bebauungsplan wurde bereits vor zwei Jahren fertiggestellt und ist „rechtsgültig“, wie Bürgermeister Weber betont. Auch mit den Nachbarn gebe es Gespräche. „Vor dem Hintergrund, dass es ein Naturrasen wird, wird es keine Einwände geben“, so Weber. Eine Beschallung ist nicht geplant.

Wird auch das Flutlicht erneuert?

Ja. Geld ist laut Bürgermeister im Haushalt vorhanden, denn auf den geplanten Bau einer Flutlichtanlage auf Platz eins soll verzichtet werden. „Da ist es sinnvoll, das Geld für die Sanierung der vorhandenen Flutlichtanlage zu nutzen, damit man dort Wettbewerbsspiele durchführen kann“, sagt Weber.

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