Ralf Hastedt, Vorsitzender des JFV Rotenburg, zieht eine positive Zwischenbilanz

„Es war der richtige Schritt“

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Ralf Hastedt ist Vorsitzender des JFV Rotenburg. Er blickt positiv auf die erste Hinserie zurück, sieht aber auch Luft nach oben.

Rotenburg - Von Matthias Freese. Die erste Hinserie der Vereinsgeschichte ist gespielt – und das durchaus mit Erfolg. Mit einem Fußball-Team auf Bezirksebene im Sommer gestartet, schickt der Jugendförderverein Rotenburg nach der Winterpause gleich drei Mannschaften auch außerhalb der Kreisgrenzen ins Rennen – die U17 als Bezirksliga-Staffelmeister in der Qualifikationsrunde zur Landesliga sowie die U16 und U 14 als Aufsteiger in die Bezirksliga. Wir sprachen mit Ralf Hastedt, dem Vorsitzenden des Vereins, der vom Rotenburger SV und Fortuna Rotenburg gemeinsam gegründet wurde.

Drei Teams auf Bezirksebene – ist der Abwärtstrend im Nachwuchsfußball der Stadt Rotenburg damit gestoppt?

Ralf Hastedt: Ja. Ich möchte es aber nicht nur an den Leistungen unserer ersten Mannschaften festmachen, sondern auch an der Anerkennung und dem Zuspruch auf vielen Ebenen. Wir sind mit 240 aktiven Spielern gestartet und haben jetzt rund 300, werden deshalb wohl bald zusätzliche Mannschaften melden. Es ist aber noch Luft nach oben, wir haben jetzt 18 Mannschaften, müssen aber berücksichtigen, dass die Jahrgänge der U19, U18 und U 15 weiter fehlen. So oder so werden wir bald an die Grenzen der Sportanlage stoßen und müssen uns hierfür etwas überlegen

Also war der JFV Rotenburg die letzte Chance für den Rotenburger Jugendfußball?

Hastedt: Das war definitiv der richtige Schritt. Auf Dauer wären die beiden Vereine in vielen Altersklassen nicht mehr spielfähig gewesen. Sie hätten weitere Jahrgänge verloren, hätte es die Separation Fortuna/RSV weiter gegeben.

Was wurde getan, um den neuen Verein zu entwickeln?

Hastedt: Das fängt mit der gemeinsamen Identifikation auf unserer Homepage und dem Leitbild sowie Verhaltenskodex an. Oder aber die Ausrüstung – jeder hat jetzt das gleiche JFV-Trikot, sogar die Kleinsten spielen in den „Barcelona-Trikots“. Damit haben wir ein einheitliches Erscheinungsbild. Außerdem haben wir uns am Kinderferienprogramm beteiligt und viele Mädchen angesprochen. Ein wichtiges Element ist unser sportliches Konzept. Diesem folgend werden die ersten Mannschaften von Lizenztrainern gecoacht. Und in der Ausbildung haben wir zurzeit 13 Trainer, die dann dem JFV als zusätzliche Lizenztrainer zur Verfügung stehen. Übrigens haben wir für die U 17 und U16 einen Fahrdienst für Spieler von weiter weg eingerichtet.

Wie funktioniert denn das Zusammenspiel von Fortuna und dem RSV im JFV?

Hastedt: Es gibt hervorragende Beispiele wie die U14, wo es toll klappt, aber man kann nur in Teilbereichen sagen, dass die Integration der Vereine schon vollends geschafft ist. Das sind aber in der Regel nicht die Kinder, an denen das liegt, sondern in den meisten Fällen die Akteure drumherum.

Und woran hakt es noch?

Hastedt: Es hakt noch im Bereich der organisatorischen Tätigkeiten und Unterstützung. So haben wir keinen Materialwart, da müsste es mehr Unterstützung von außen geben, etwa von Rentnern, die gerne mit der Jugend zusammenarbeiten möchten. Was als nächste Herausforderung auf uns zukommen wird, ist ein Thema des DFB, der in der Fläche Leistungszentren einrichten möchte. Wir hoffen, als Rotenburger an der Konzeption für unsere Region mitwirken zu können.

Glauben Sie, dass der JFV Rotenburg es mit dem JFV A/O/H aufnehmen kann?

Hastedt: Unser Ziel ist es nicht, jemanden anderen zu bekämpfen und A/O/H das Licht auszublasen. Das ist eine Denke von vor 20 Jahren. Natürlich stehen wir im Wettbewerb, haben aber ein anderes Konzept. A/O/H ist rein leistungsorientiert, wir wollen möglichst viele Kinder für den Sport begeistern und die Guten von ihnen in die ersten Mannschaften bringen, um dann in die höchsten Spielklassen vorzudringen. Wir wollen den Kindern in und um Rotenburg herum eine Alternative geben und haben ja schon Rückläufer von erstklassigen Spielern wie David Kusber in der U17.

Lässt sich der hohe Aufwand des JFV Rotenburg auch finanziell bewerkstelligen?

Hastedt: Wir werden trotz der Trikotaktion unser erstes Halbjahr mit positiver Bilanz abschließen. Aber es kommen weitere Investitionen auf uns zu, die mit den heutigen Beiträgen nicht zu schaffen sind. Wir brauchen eine stärkere Initiative der ortansässigen Wirtschaft, die uns schon jetzt in Teilen unterstützt. Sonst stoßen wir an unsere Grenzen.

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