Jungtalent des RC Blau-Gelb Langenhagen

Radsport: Der 13-jährige Jasper Schröder will bei der DM fahren

Im Temporausch: Jasper Schröder während eines Rennens für den RC Blau-Gelb Langenhagen. - Foto: Philipp Ulke
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Im Temporausch: Jasper Schröder während eines Rennens für den RC Blau-Gelb Langenhagen.

Rotenburg - Von Jan Claas Rosebrock. Er macht einen bescheidenen Eindruck und ist doch klar in der Formulierung seiner Ziele: Der 13 Jahre alte Jasper Schröder aus Rotenburg will sich am Sonnabend für die Deutschen Meisterschaften im Mannschaftszeitfahren der U 15 qualifizieren und rechnet sich bei den Fahrrad-Titelkämpfen in Genthin mit seinem Team des RC Blau-Gelb Langenhagen einen Platz unter den Top Fünf aus. Schröder sagt: „Da wir bei den bisherigen Rennen in diesem Jahr schon öfter in diesem Platzierungsbereich gelandet sind, halte ich eine solche Zielsetzung für realistisch.“

Jasper Schröder fährt seit sieben Jahren Rennrad, sein allererstes bekam er damals von seinen Eltern geschenkt. In der Familie ist der Radsport tief verwurzelt. Vater Bernd ist begeisterter Hobbyfahrer und trainiert regelmäßig mit seinem Sohn, sein Onkel und sein Opa betrieben den Sport sogar auf Wettkampfebene – so wie er es selbst mittlerweile auch tut.

Der noch 13-Jährige geht seit nunmehr drei Jahren für den RC Blau-Gelb Langenhagen an den Start, allein in diesem Jahr hat er bereits über 20 Rennen bestritten. Dabei holte er zehn Platzierungen, fünf Rennen entschied er sogar für sich. Die Wettkämpfe finden in der ganzen Republik statt: Remlingen bei Würzburg, Fuldatal oder Gesmold in der Nähe von Osnabrück sind nur drei der Orte, in denen Schröder in diesem Jahr schon startete.

Um die Erfolge zu feiern, erhält er von seinen Eltern jede Menge Unterstützung. Von seiner Heimatstadt Rotenburg bis zu seinem Radsportverein in Langenhagen sind es mehr als 100 Kilometer mit dem Auto. Diese Distanz legen Jasper Schröder und seine Eltern mindestens ein Mal in der Woche zurück, denn dann ist Vereinstraining angesagt. Um sich außerhalb dieser Einheiten fit zu halten, trainiert Schröder auch mit der Triathlon-Abteilung des TuS Rotenburg oder aber mit den Radsportkollegen in Buchholz.

Den Lenker fest im Griff: Jasper Schröder.

Im Sommer besteht das Training vornehmlich aus Intervall- und Sprinttraining. Selbst bei den aktuellen Wetterbediungen reißt er gerne seine Kilometer – weit mehr als 10.000 kommen im Jahr zusammen – runter . „In kurzer Kleidung ist das Fahren viel angenehmer“, findet Jasper Schröder. „Viel besser als im Winter mit langen und dicken Klamotten.“ 

Außerdem sei im Winter und speziell bei Temperaturen unter dem Gefrierpunkt das Fahren nur auf dem Crossrad oder aber gar nicht möglich. „Dann betreibt man sehr viel Zirkeltraining und Kraftsport, um in Form zu bleiben“, erzählt er. Nicht nur das Training ist seinem Verein wichtig, sondern auch die Ernährung. „An Renntagen wird darauf geachtet, dass wir keine Süßigkeiten und zum Teil auch kein kohlensäurehaltiges Wasser zu uns nehmen.“

Anfänglich hatte Blau-Gelb Langenhagen das Radsporttalent mit Leihrädern ausgestattet. Auch weite Teile des restlichen Equipments, wie beispielsweise Fahrradcomputer, Trikot und Ersatzräder bekommt er gestellt. Mittlerweile besitzt er aber selbst ein wettkampffähiges Rennrad. Wert: 4300 Euro.

Manchmal muss Jasper auch an Wettkampftagen büffeln

Wenn er mal nicht auf dem Fahrrad sitzt, trifft er sich gerne mit Freunden und fährt mit ihnen in die Stadt oder schlägt sich die Zeit an der Playstation um die Ohren. Dabei darf natürlich die Schule nicht zu kurz kommen. Schröder besucht das Ratsgymnasium in Rotenburg und berichtet: „Ab und zu muss man auch an Wettkampftagen für die Schule lernen. Speziell bei Rundfahrten (Radsport-Jargon für Etappenrennen, Anm. d. Red.), die sich über mehrere Tage erstrecken.“ 

Er beschreibt sich als durchschnittlichen Schüler und ist dankbar für die Unterstützung, die er zur Realisierung seiner Leidenschaft von der Schule erhält. „Falls Rundfahrten mal in die Woche fallen, werde ich auch von der Schule freigestellt.“

Schröders Wunsch ist es, eines Tages den Sprung in den Profisport zu schaffen, wie sein Vorbild Greg van Avermaet. Sollte er dieses Ziel nicht erreichen, hat er aber schon andere Ideen für seine Zukunft: „Ich könnte mir eine handwerkliche Ausbildung vorstellen, da man diese Arbeit auch im Alltag gebrauchen kann.“ Aber auch ein Jurastudium käme für ihn infrage. „Mein Onkel ist Jurist und erzählt häufig spannende Geschichten aus seinem beruflichen Leben“, verrät er und fügt schmunzelnd hinzu: „Und schlecht bezahlt wird man in dem Job ja in der Regel auch nicht.“

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