HALBZEIT „Vissels“ Coach Heidler über Aufstieg, Kader und Adam Posilek

„Qualität für die Bezirksliga ist da“

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Thomas Heidler möchte immer noch nicht vom Aufstieg sprechen. Sein Team, der VfL Visselhövede, soll erst einmal die Leistung aus der Hinrunde bestätigen.

Visselhövede - „Wenn's läuft, dann läuft's.“ Besser hätte Thomas Heidler die Hinrunde seines VfL Visselhövede wohl nicht beschreiben können. Schließlich hat sein Fußball-Kreisligist nicht ein Spiel verloren. Trotz der deutlichen Tabellenführung möchte der Coach noch nicht vom Aufstieg sprechen. Aber warum eigentlich? Das erklärt er im Gespräch mit uns.

Herr Heidler, ist es Ihnen als Spieler oder als Trainer schon einmal gelungen, eine Halbserie ohne eine Niederlage zu überstehen?

Gute Frage. Als Trainer zumindest nicht und ich glaube, als Spieler auch nicht. Aber das ist natürlich echt schön, das schafft man nicht mal einfach so. Und vor allem war es ja nicht zu erwarten.

Haben Sie es sich jetzt auch für die Rückrunde als Ziel gesetzt, ungeschlagen zu bleiben?

Nein. Wir wollen natürlich so lang wie möglich ungeschlagen bleiben. Aber wir müssen das auch realistisch sehen. Wir waren nicht in jedem Spiel überlegen und waren nicht immer die eindeutig bessere Mannschaft. Manchmal haben wir auch einfach Glück gehabt. Das darf gerne so weitergehen.

Glauben Sie denn ernsthaft, dass sich ihre Mannschaft bei zwölf Punkten Abstand auf den Tabellenzweiten den Aufstieg noch nehmen lässt?

Ich bin da immer ziemlich vorsichtig, wenn es darum geht, vom Aufstieg zu sprechen.

Warum?

Wir müssen unsere Leistung der Hinrunde erst einmal bestätigen. Klar, wenn's gut läuft, dann läuft's einfach. Aber es gibt auch Phasen, in denen weniger gelingt. Wenn wir schlecht in die Rückrunde starten und Spiele verlieren, ist der Kopf schnell unten. Wir gehen von Spiel zu Spiel und werden uns in der Winterpause gut vorbereiten.

An was denken Sie da? An die Athletik oder die personelle Situation? Schließlich ist „Vissels“-Kader vergleichsweise klein.

Ich denke ans Sportliche. Wir haben ja mit Björn Penzhorn bereits einen neuen Spieler. Aktuell sind keine Transfers geplant – weder Abgänge noch Neuzugänge. Wir hoffen aber darauf, dass zur Rückrunde einige Verletzte zurückkehren – wie zum Beispiel Ole Bruns.

Falls es mit dem Aufstieg klappt, muss personell aber etwas getan werden. Oder?

Das kann ich nicht sagen, so weit schauen wir noch nicht. Mal sehen, was der Vorstand so für die kommende Spielzeit plant. Unsere Konzentration liegt auf dem Moment.

Aktuell haben Sie neben einigen jungen Spielern auch Adam Posilek, der 46 Jahre alt ist, in Ihrem Kader. Welche Rolle nimmt er im Team ein? Ist er mehr ein Publikumsliebling, wie Claudio Pizarro, oder kann er wirklich mithalten?

Ich bin tierisch froh, dass ich einen Spieler wie Adam im Kader habe. Er ist menschlich einfach wirklich toll und bringt mit seinen drei Saisontoren ja auch seine Leistung. In der Rückrunde wird er uns auf jeden Fall noch einmal helfen können. Wir müssen die Zeit genießen.

Ist er denn so etwas wie die Überraschung der Hinrunde für Sie?

Nein. Es ist eher das ganze Team, was über sich hinaus gewachsen ist. Jeder hatte seine starken Momente – wie ein Max Kregel beispielsweise im Pokal. Wir haben einfach als Mannschaft überzeugt und darauf können wir ziemlich stolz sein.

Kreisliga liegt Ihrer Mannschaft offenbar. Denken Sie denn, dass „Vissel“ auch Bezirksliga kann?

Schwierig zu sagen. Der Kader bestimmt nicht, da fehlt uns die Breite. Aber die Qualität bei vielen Einzelspielern ist natürlich da. Wenn wir uns ein breiter aufstellen können, warum nicht?

Haben Sie denn ein Spiel, auf das Sie sich in der Rückrunde besonders freuen?

Ja, auf das Spiel in Bothel gegen Sven Schumacher. Er war mein Co-Trainer und wir haben unser Trainerschein zusammen gemacht. Ich freue mich, ihn wiederzusehen.

Kommentar von Matthias Freese

Da geht nichts mehr schief 

Es ist keine gewagte These, bereits zur Winterpause zu behaupten, dass der VfL Visselhövede der kommende Meister und Bezirksliga-Aufsteiger ist. Und doch hat der Titelfavorit überrascht – mit einem Mini-Kader hat er eine Maxi-Ausbeute eingefahren und nicht eine Niederlage kassiert. An diese imponierende Bilanz kam selbst der „Vorgänger“ TV Sottrum nicht heran. Natürlich profitiert Visselhövede von der Erfahrung und Klasse, die Demaku, Peter oder Dittmer mitbringen. An ihrer Seite werden auch die anderen Akteure stärker. Maßgeblich am Erfolg beteiligt ist zudem Trainer Thomas Heidler, der eine beeindruckende Bilanz seit seinem Einstieg vorweist: In 43 Punktspielen gab es nur fünf Niederlagen. „Vissel“ kann also für die Bezirksliga planen, muss aber nach neuem Personal gucken. Der Kader ist viel zu klein – es ist das einzige Manko, das in der Kreisliga aber nicht ins Gewicht fällt. 

Zahlen und Fakten

Spielklasse 

Kreisliga 

Aktueller Tabellenplatz 

Unser Tabellenplatz-Tipp vor der Saison 

Spiele / Punkte / Tore 

15 / 39 / 45:17 

Siege / Unentschieden / Niederlagen 

12 / 3 / 0 

Punkte pro Spiel 

2,6 

Tore pro Spiel / Gegentore pro Spiel 

3 / 1,13 

Beste Torschützen 

Drilon Demaku (9), Marcel Fischer (9) 

Eingesetzte Spieler 

19 

Meiste Einsätze Jan-Hendrik Warncke (15), Marcel Fischer (15) Höchster Sieg 

5:0 gegen den TSV Groß Meckelsen 

Höchste Niederlage 

Rote Karten 

Gelb-Rote Karten 

Gelbe Karten 

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