Ausfälle mindestens bis Mitte Januar

Tennis-Punktspiele erst wieder im Sommer? Rotenburgs Nordliga-Saison vor Generalabsage

Ein Tennisspieler dreht an der Spielstandsanzeige.
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Die Herren des TC Grün-Weiß Rotenburg bekommen Ende Dezember eine endgültige Nachricht zur Saison.

Rotenburg – Bei Bernd Wacker klingelt das Telefon häufig und das Mail-Postfach ist gut gefüllt. „Die Vereine drängeln. Ich kann verstehen, dass alle wissen wollen, wie es weitergeht“, sagt der Spielleiter der Tennis-Nordliga. „Ich habe nur keinen direkten Draht zu Frau Merkel und kann nicht viel sagen.“ Auch die Tennis-Herren des TC Grün-Weiß Rotenburg warten auf ein Signal, wann die Hallenspielzeit startet. Eigentlich wäre bereits am nächsten Wochenende für sie der erste Spieltag. „Im Dezember wird aber definitiv nichts passieren“, so Wacker. Er rechnet nicht mit dem ersten Aufschlag vor Mitte Januar und hat die Vereine per Mitteilung über die Absagen im Dezember informiert.

Der Berliner schließt nicht aus, dass die Saison komplett abgesagt wird. „Wenn wir im Januar nicht beginnen können, dann machen die Spiele im Februar und März den Kohl auch nicht mehr fett“, erklärt Wacker. Ende Dezember will er eine endgültige Entscheidung treffen. Ein Ausfall wäre für die Wümmestädter besonders bitter. Immerhin wollten sie erstmals in ihrer Vereinsgeschichte in der im Winter zweithöchsten deutschen Spielklasse aufschlagen.

Es gibt mehrere Probleme, die sich sammeln. Da wäre zunächst der Zeitdruck. Ab Mitte April geht es für die Tennisspieler nach draußen, weil die Sommersaison bereits Anfang Mai beginnt. Das heißt, dass bis April sechs Spieltage unter dem Hallendach durchgezogen werden müssen in der Nordliga. „Drei Partien aus dem November und Dezember müssen bereits verlegt werden. Nur wohin ist die Frage“, sagt Wacker. Neue Termine gibt es nicht. Der Liga-Boss wird sich in den kommenden Wochen nicht darum kümmern. „Das macht noch keinen Sinn.“

Rotenburgs Trainer Zlatan Burina denkt bereits über eine weitere große Schwierigkeit nach, „Wir müssen sehen, ob wir das alles schaffen. Für so viele Punktspiele haben wir ja eigentlich keine Halle zur Verfügung.“ In Rotenburg zeigt sich der Engpass besonders deutlich. Der Verein hat zwei Plätze zur Verfügung. Allerdings haben die Wümmestädter elf Teams am Spielbetrieb angemeldet. Da der Club seine Spielstätte an Blockbucher vermietet, können an einem Wochenende nur zwei Begegnungen durchgezogen werden – eine am Samstag und eine am Sonntag. „Man muss bedenken, dass es nicht nur unsere Nordliga-Saison gibt. Es gibt in jedem Verein sehr viele Teams in verschiedenen Ligen. Ich glaube nicht, dass es umzusetzen ist, weil viele nur zwei Plätze haben“, fügt Rotenburgs Nummer zwei Sebastian Loss an. „Das Hallenproblem sehe ich natürlich auch ganz deutlich. Zumal viele Clubs gar keine eigene Halle haben und auf die kommerziellen Anbieter angewiesen sind“, bestätigt Wacker.

Ohnehin wird am Ende die Frage bleiben, in welchen Bundesländern das Wettkampfverbot für Tennis aufgehoben wird. Rotenburg spielt gegen vier Teams aus Hamburg (Hamburger Polo Club, Großflottbecker THGC II, Klipper THC, Uhlenhorster HC), einen Kontrahenten aus Schleswig-Holstein (Suchsdorfer HC) und einen Teilnehmer aus Niedersachsen (Hildesheimer TC). Es müssen also die Regelungen in drei Bundesländern übereinstimmen. Das wird schwierig. Ein Blick auf die aktuellen Tennis-Bestimmungen zeigt: In Niedersachsen und Schleswig-Holstein ist aktuell ein Einzel erlaubt. Die Rotenburger trainieren also bereits. In Hamburg sind seit dem 2. November jedoch alle Tennishallen geschlossen. Nur draußen dürften sich die Sportler vorbereiten. Das beunruhigt auch Wacker. „Die Frage ist ja auch: Darf in allen Ländern dann Doppel gespielt werden? Wenn nur Einzel erlaubt sind, macht die Saison ohnehin keinen Sinn.“

Der Spielleiter ist vorsichtig optimistisch, an einer Generalabsage vorbeizukommen. Im Sommer hatte er die Nordliga bereits trotz ähnlicher Ausgangslage durchgeführt. „Ich kenne das alles also schon und ich bin ein erfahrener Krisen-Manager“, erzählt er schmunzelnd.

Von Vincent Wuttke

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