„80 Prozent Ballbesitz“, aber nur wenige Chancen gegen Eintracht Celle

Ebersbach erlöst RSV erst in der Nachspielzeit – 1:1

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Da wurde der Winkel zu spitz: Tim Ebersbach (vorne) trifft den Ball zwar, setzt ihn nach einer Flanke von Jelle Röben aber neben den Kasten von Christof Rienass. In der Schlussphase machte es Rotenburgs Routinier besser und glich aus.

Rotenburg - Von Matthias Freese. Alles wartete nur auf Christoph Drewes. Während die Mitspieler zum Schlusskreis zusammenstanden, ließ sich der Abwehrchef des Rotenburger SV erschöpft auf der Auswechselbank nieder. „Mensch, lasst mich mal Luftholen“, rief er rüber, ehe er sich doch erhob und losschlurfte. Die 90 Minuten hatten auch bei ihm Spuren hinterlassen. Dabei waren es sogar 93 gewesen – gut für den RSV, denn in der Nachspielzeit war Tim Ebersbach noch das 1:1 (0:1) im Heimspiel der Fußball-Landesliga gegen den MTV Eintracht Celle gelungen.

Da das Ahe-Stadion noch nicht fertiggestellt ist, wurde die Partie auf Platz zwei ausgetragen – einen Leckerbissen bekamen die rund 90 Zuschauer dort aber nicht serviert. Der Gastgeber bestimmte vor allem in der zweiten Halbzeit, in der sich der Aufsteiger aus der Residenzstadt hinten einigelte, die Partie. Doch gefühlte „80 Prozent Ballbesitz“, wie Tim Ebersbach hinterher schätzte, reichten nur zum Ausgleichstreffer, vorbereitet durch Patrick Peter.

Das Rotenburger Problem: Es fehlte an der nötigen Passgenauigkeit und der Kreativität im Angriffsspiel. Zu oft versuchte es der Ex-Oberligist mit hohen Bällen nach vorne. „Zu statisch“ sei das alles noch, monierte auch Ebersbach. „Wir müssen uns noch daran gewöhnen, dass wir gegenüber der Oberliga viel mehr Zeit und Platz haben.“ Und Coach Jan Fitschen verwies darauf, dass sich auch das Spielsystem seines Teams verändert habe: „Wir waren jahrelang eine Kontermannschaft, die erstmal verteidigt hat. Offensivfußball zu lernen und zu spielen ist schwerer.“

Das war gegen die mit einigen ehemaligen Oberliga-Spielern angereisten Gäste zu erkennen, denn im Spiel nach vorne hakte es doch noch sehr, auch das Zusammenspiel zwischen Patrick Klee als Sturmspitze und Rückkehrer Atilla Iscan funktionierte noch nicht. Zudem musste im Mittelfeldzentrum einmal mehr Tobias Kirschke passen. Seine neueste „Errungenschaft“: Eine Gehirnerschütterung, zugezogen beim Freitagstraining im Abschlussspiel gegen die eigene Reserve, als er mit Tim Potratz zusammenrasselte, kurz bewusstlos war und deshalb eine Nacht im Krankenhaus verbrachte.

Da auch Mirko Peter angeschlagen war, lief Tim Ebersbach trotz Mandelentzündung als Sechser an der Seite von Timo Kanigowski auf. Später wechselte der Routinier in die Spitze. Ohnehin waren die zahlreichen Positionswechsel auffällig. Jelle Röben bekleidete bis zu seiner Auswechslung in der 70. Minute sogar vier Ämter – er startete auf dem linken Flügel, wechselte mal auf den rechten, fand sich dann in der Spitze und später als linker Außenverteidiger wieder. „Das war doch schon immer so“, kommentierte er lapidar.

Einsichtig war Tim Ebersbach, was das Gegentor in der 37. Minute durch Daniel Ruchatz betraf. „Die Schuld kann ich nicht abstreiten“, wusste er, dass ihm zuvor im Mittelfeld ein verhängnisvoller Fehlpass unterlaufen war. „Aber beim Tor stehen wir dann mit vier Mann drumherum.“

Zu diesem Zeitpunkt, und spätestens zur Pause, hätte der RSV aber auch führen können. Unter anderem pfiff Referee Timo Röntsch (TuS Fleestedt) ein Tor wegen einer Abseitsstellung ab, nachdem Patrick Klee einen Freistoß von Patrick Peter mit dem Knie Richtung Kasten und Jannis Niestädt über die Linie gedrückt hatte (18.). „Nach dem 0:1 haben wir uns das Leben selbst schwer gemacht. Aber was Celle gespielt hat, war auch destruktiv“, merkte Fitschen an. „Gut, dass unser Mut noch belohnt worden ist.“

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