Sebastian Roy über das neue „Bad-Boy-Image“ und seine Hoffnung auf Milde

„Provozieren lassen – aber keine Tätlichkeit begangen“

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Sebastian Roy galt bisher nicht unbedingt als „Bad Boy“, sondern eher als umsichtiger und fairer Spieler.

Scheessel - Von Matthias Freese. Sebastian Roy hat für ein Novum gesorgt: Erstmals überhaupt kassierte ein Basketballer der BG ’89 Hurricanes ein disqualifizierendes Foul – geschehen im Oberliga-Spiel gegen den SC Rasta Vechta. Warum der eigentlich so besonnene 29-Jährige doch guter Dinge ist, nicht gesperrt zu werden und wie er die Sache selbst beurteilt, verrät er im Interview.

Herr Roy, was ist da denn in Sie gefahren, als Sie mit Gegenspieler Denis Kiricenko in der 37. Minute aneinandergeraten sind?

Sebastian Roy:Bevor ich 30 werde, wollte ich an meinem Bad-Boy-Image arbeiten und habe meine rebellische Ader ausgepackt. Nein, ernsthaft: Ich habe mich provozieren lassen, aber keine Tätlichkeit begangen. Wir waren auf sechs Punkte dran, da habe ich ihn gefoult, als er zum Korb gezogen ist. Dann kam er direkt auf mich zu, wir standen einen halben Meter auseinander und ich habe mich gehen lassen und ihm aus dem Handgelenk heraus leicht gegen seinen Bauch geschlagen. Wobei: Schlagen kann man das wirklich nicht nennen, und er ist ja auch nicht umgefallen.

Jetzt hoffen Sie, ohne Sperre auszukommen. Warum?

Roy:Ich war schon ziemlich down danach. Ich musste die Halle ja verlassen und bin dann zum Duschen. Nach dem Spiel kam der Schiedsrichter auf mich zu und hat gesagt, er hätte wohl übertrieben und einen Fehler gemacht. Spätabends hat er mich dann nochmal angerufen und erzählt, dass er mit dem Staffelleiter gesprochen hätte und ich wohl nicht gesperrt werden würde. Ich habe noch nichts Offizielles, hoffe aber, dass alles glatt geht. Denn eigentlich zieht ein disqualifizierende Foul wegen einer Tätlichkeit ja automatisch eine Sperre nach sich.

Ein disqualifizierendes Foul kommt ja auch extrem selten vor. Haben Sie es schon mal erlebt?

Roy:Im Jugendbereich habe ich es mal gesehen, bei unseren Spielen selbst aber noch nie. Es gab immer auch mal Situationen, in denen hätte man es durchaus geben können, da haben die Schiedsrichter dann aber stets auf unsportliches Foul entschieden.

Und wie hätten Sie in Ihrem Fall entschieden?

Roy:Ein technisches Foul hätte man geben können, das wäre wohl berechtigt gewesen. Trotzdem darf mir so etwas nicht passieren. Ich gehöre doch zu den Älteren, Erfahreneren und auch Ruhigeren.

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