Mit präsidialem Beistand zum 7:3

RSV nach Torfestival in Stinstedt noch zwei Punkte hinter Nichtabstiegsplatz

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Karol Karpus (l., gegen Christian Spill) stand in der Startelf.

Stinstedt - Von Matthias Freese. Es waren noch einige Minuten zu spielen, da hatte Reinhard Grindel sein Fazit bereits gezogen: „Es wird fürs Eintrittsgeld was geboten“, stellte der DFB-Präsident, der live vor Ort war, sichtlich angetan fest.

Zumal „sein“ Rotenburger SV maßgeblich dazu beigetragen und durch den 7:3 (3:1)-Auswärtssieg beim Schlusslicht SG Stinstedt die Chancen auf den Klassenerhalt in der Fußball-Landesliga deutlich erhöht hatte. Nur noch zwei Zähler liegt der RSV jetzt hinter dem ersten Nichtabstiegsplatz, den der TuS Bodenteich belegt.

Während des Spiels die Krise - danach keinen Grund zu kritisieren

Grindel blieb bis zum Schluss, meist an der Seite des RSV-Vorsitzenden Peter Grewe – und der doppelte präsidiale Beistand schien zu wirken. „Wenn ich etwas kritisiere, dann wäre das auf verdammt hohem Niveau“, wollte auch Coach Andre Schmitz nach dem Abpfiff gar nicht erst ein Haar in der Suppe suchen. Drei Gegentore? „Scheißegal, Hauptsache gewonnen!“ Während des Spiels hatte er noch – gewohnt emotional – ob der recht offenen Abwehr gezürnt: „Ich kriege die Krise.“

Interessierte Zaungäste: DFB-Präsident Reinhard Grindel (r.) und RSV-Boss Peter Grewe erlebten ein kurzweiliges Spiel.

Hinterher war der Puls wieder heruntergefahren. Und vor allem das Ergebnis von Eintracht Celle, wo der direkte RSV-Rivale FC Verden 04 mit 0:9 eingegangen war, sorgte für gute Laune. Auch Flügelspieler Atilla Iscan, aus Verden kommend, wusste: „Vielleicht spielt das Torverhältnis am Ende noch eine Rolle“. Das jedenfalls spricht aktuell für den RSV.

Zwei Debütanten im Abstiegskampf

Schmitz war dabei durchaus ein gewisses Risiko eingegangen, indem er sein Team auf mehreren Positionen verändert und zwei Startelf-Debütanten gebracht hatte: In der Innenverteidigung agierte Karol Karpus neben Jannis Niestädt, im Sturm erstmals nach seiner Knieverletzung der Albaner Klejdi Jazaj, für den Toni Fahrner zunächst auf der Bank blieb. Ebenfalls nur draußen: Routinier Tim Ebersbach. Seinen Sechser-Part übernahm Kevin Klützke.

Der Brustlöser nach dem Frust: Patrick Peter (vorne) schreit seine Freude über das 1:0 heraus, Klejdi Jazaj, der später auch noch treffen sollte, kommt zum Gratulieren angelaufen.

Nach einer druckvollen Startphase geriet das Offensivspiel der Rotenburger auf dem Stinstedter Sportplatz – idyllisch zwischen Bauernhof und Weideflächen gelegen – etwas ins Stocken. Rotenburg spielte zwar mit Rückenwind, aber ohne die nötige Ruhe. In der 33. Minute gelang jedoch dem bis dato etwas unglücklich agierenden Patrick Peter der Brustlöser. Mit einem wiederholten Freistoß traf er mit links zum 1:0 ins Eck. Nur drei Minuten später erhöhte Iscan nach Vorarbeit von David Airich auf 2:0, kurz darauf markierten Karol Karpus und Jannis Niestädt gemeinsam das 3:0 nach einem von Schmitz vehement geforderten Freistoß-Trick, ausgeführt von Klützke (40.). „Ich habe den Ball mit der linken Pike getroffen, aber Jannis war auch dran“, mochte sich Karpus den Treffer nicht allein zuschreiben. „Wir haben beide gleichzeitig den Ball getroffen – kurios“, ergänzte Niestädt.

In der Euphorie geht die Disziplin etwas verloren

Eindeutig war, dass Karpus noch vor der Pause Patrick Hildebrandt zu Fall brachte und Christian Giese vom Punkt verkürzte (42.). Munter ging es in der zweiten Halbzeit weiter. Jazaj mit seinem ersten Pflichtspieltor (48.) und Airich (58.) bauten das Ergebnis auf 5:1 aus, Hildebrandts Anschlusstreffer (61.) beantworteten wiederum Airich und Niestädt nach einer Klützke-Ecke – 7:2 (64./71.).

„Wenn man erst einmal ins Laufen kommt, will jeder ein Tor machen – aber dadurch geben wir auch die Disziplin auf“, merkte Iscan mit Blick auf das 3:7 durch Christian Spill an (85.). Den Schlusspunkt verpasste derweil Andreas Kiel, als er einen Strafstoß nach Foul von Malte Wencke an Karpus übers Tor setzte (88.). Aber auch so konstatierte Schmitz: „Wir haben uns den Frust runtergeschossen und melden uns im Abstiegskampf stark zurück.“

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