Innenverteidiger erleidet Nasenbeinbruch

Potratz „rächt“ Niestädt – 3:1

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Der sitzt: Karol Karpus (r.) trifft den Ball optimal und erzielt hier das 1:0 gegen Westercelle. Später gelingt dem Innenverteidiger auch noch hinten ein Tor, der RSV siegt aber mit 3:1.

Rotenburg - Von Matthias Freese. Außenverteidiger Andreas Kiel transportierte die entscheidenden Infos vom Zentrum des Geschehens an die Bande. „Die ist durch. Er hat ein riesen Ei“, berichtete der Außenverteidiger des Rotenburger SV in der 68. Minute über den Zustand seines Kollegen Jannis Niestädt.

Der Verdacht auf einen Nasenbeinbruch, erlitten bei einem Luftduell mit Pascal Peschke vom VfL Westercelle, sollte sich später bestätigen. Und doch nahm die Heimpartie in der Fußball-Landesliga für den RSV noch eine positive Wendung: Mit zwei Toren brachte der für Niestädt eingewechselte Tim Potratz den 3:1 (1:0)-Sieg gegen den Aufsteiger.

Auf die Stammkraft in der Innenverteidigung wird der auf Rang vier hochgerückte RSV vorerst verzichten müssen. Aufgrund der Schwellung erhält der 23-Jährige erst am Wochenanfang Klarheit, was womöglich noch operativ gemacht werden muss. „Stand jetzt wird es wohl einen Eingriff geben“, meinte Niestädt am Tag danach und schilderte die Szene: „Ich habe den Ball rausgeköpft und der Gegenspieler kam mir entgegengesprungen.“ Ob er „mit Schulter oder Stirn“ getroffen worden sei, wisse er nicht.

Weiter Improvisation gefragt

Coach Tim Ebersbach wird also weiter improvisieren müssen. Einige personelle Veränderungen hatte er schon gegen Westercelle vorgenommen: Tom Knaak vertrat den verletzten Henner Lohmann im Tor und gab sein Landesliga-Debüt. Im Sturm kam es zum Comeback von Routinier David Airich. Zwar blieb er torlos, dennoch tat der 31-jährige Wiedereinsteiger dem Offensivspiel „brutal gut“, wie auch Ebersbach fand. 

Hinten durfte indes Karol Karpus im Zentrum neben Niestädt ran – und zeichnete sich prompt als Doppeltorschütze aus. In der 19. Minute nahm er einen Freistoß von Oliver Dittmer gekonnt mit der Brust an und hämmerte die Kugel zum 1:0 ins Netz. Allerdings ging auch das 1:1 auf die Kappe des 19-Jährigen, der versuchte, einen Ball von Torben Vogel zu klären, dabei aber Keeper Knaak mit einer Bogenlampe düpierte (54.). Ein anderer Fauxpas war bereits in der achten Minute Stürmer Toni Fahrner unterlaufen, als er nach Foul von Philipp Boie an Yannick Chwolka einen Strafstoß und damit sein Selbstvertrauen für dieses Spiel verschoss.

Kurzzeitiger Kontrollverlust

Nach dem Ausgleich sollte der RSV kurzzeitig die Kontrolle über das Spiel verlieren, Till Heuchert besaß sogar die Chance zur Gästeführung, die Knaak verhinderte (57.). Die teils rustikal zur Sache gehenden Westerceller hätten sich auch über einen zweiten Elfmeter gegen sie nicht beschweren können, doch nach einem Foul von Kai Broschinski an Karpus sah Referee Marvin Schories (TuS Nenndorf) den Tatort außerhalb des Strafraums (72.).

Egal, der RSV hatte ja Tim Potratz. Der hämmerte nach einem von Keeper Jannick Heuer abgefangenen Rückpass einen indirekten Freistoß im Sechzehner ins Netz (79.), um dann noch aus der Drehung volley und mit links einen Freistoß von Kapitän Kevin Klützke zum 3:1 zu verwerten (88.). Der eingewechselte Matchwinner, der die Woche über aus beruflichen Gründen nicht trainiert hatte, gestand: „Die 20 Minuten fühlten sich an wie 90.“

Coach Ebersbach sprach vom einem Arbeitssieg und wusste, dass längst nicht alles rund lief. „Ich hatte den Eindruck, dass die Jungs zu bequem waren, weil sie gemerkt haben, dass wir ja besser sind. Westercelle hat spielerisch gar nichts investiert“, resümierte er.

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