Eine besondere Beziehung

Sottrumer Gestüt Fährhof: Pony Lilly beflügelt Galopp-Star Potemkin

Cevin Chan, einer der erfolgreichsten Hindernisjockeys, reitet Potemkin im Training auf der Anlage in Bremen-Mahnforf.
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Cevin Chan, einer der erfolgreichsten Hindernisjockeys, reitet Potemkin im Training auf der Anlage in Bremen-Mahnforf.

Potemkin ist eines der Aushängeschilder des Sottrumer Gestüts Fährhof. Auch mit zehn Jahren ist der Wallach auf den internationalen Rennbahn noch erfolgreich.

Sottrum/Mahndorf – Der Ruhestand war schon beschlossene Sache. Ende 2019 sollte es Potemkin eigentlich lockerer angehen lassen, seine Rennlaufbahn beenden und ins Gestüt Fährhof nach Sottrum zurückkehren. Doch es kam anders. Ein guter Entschluss, denn der zehnjährige Wallach ist auf den internationalen Rennbahnen immer noch erfolgreich unterwegs. „Die Seele eines Pferdes und sein Wohlempfinden spielen für den Erfolg eines Pferdes eine große Rolle. Potemkin fühlt sich blendend“, sagt der Fährhofer Racing Manager und Potemkin-Trainer Simon Stokes, der regelmäßig Seite an Seite mit Pferdeflüsterer Monty Roberts arbeitet.

Potemkin ist weiterhin eines der Aushängeschilder des Sottrumer Gestüts und überhaupt des deutschen Galopprennsports. Er gewann in seiner Karriere bisher 16 Rennen. Darunter siebenmal auf Gruppe-Ebene, der Champions League der Pferderennen. Potemkin, benannt nach einem russischen Panzerkreuzer, steht im Besitz der Stiftung Gestüt Fährhof und des im Bremer Raum bestens bekannten ehemaligen Fußball-Nationalspielers und Funktionärs Klaus Allofs sowie seiner Frau Ute. Der aus der Fährhofer Zucht stammende Wallach begann seine Karriere im Alter von drei Jahren unter der Regie des früher in Bremen ansässigen Trainers Andreas Wöhler. Dort feierte Potemkin seine ersten großen Siege und machte im Jahr 2015 mit sechs Siegen bei sieben Starts ganz Galoppdeutschland auf sich aufmerksam. Seitdem gehört der große Schwarzbraune zu den besten Pferden über die Meile, die es in Deutschland seit vielen Jahren gegeben hat.

Auf dem Weg zur Bahn: Potemkin wird von Cevin Chan, rechte Hand von Simon Stokes, geführt.

2016 gewann Potemkin den Premio Roma, ein Rennen der allerhöchsten Kategorie in Italien. Mit diesem internationalen Gruppe-I-Sieg stieg er in den Renn-Olymp auf. Ein Jahr später versuchte sich Potemkin, damals noch für Andreas Wöhler, sogar in einem prestigeträchtigen Rennen in den USA. So reiste das Pferd per Flugzeug nach New York, um in den Manhattan Stakes an den Start zu gehen.

Für ein Karriereende, so fand der Wallach und New-Approach-Sohn vor anderthalb Jahren offenbar, sei die Zeit aber noch nicht gekommen. Also setzte Simon Stokes das Renntraining mit Potemkin auf der Galopptrainingsanlage in Bremen-Mahndorf als verantwortlicher Trainer fort. Der Erfolg gab ihnen recht, Potemkin siegte zweimal bei sechs Starts, unter anderem gewann er unter Dennis Schiergen ein Gruppe-III-Rennen im italienischen Mailand, den mit 71 500 Euro dotierten Premio del Piazzale. Das war in dieser Kategorie zuvor nur einem anderen deutschen Galopper im Alter von neun Jahren gelungen.

Für Besitzer Klaus Allofs und seine Frau Ute ist der große Wallach mittlerweile zu einem Familienmitglied geworden. „Potemkin ist Ute Allofs‘ Lieblingspferd“, weiß Simon Stokes, sie streichele ihn trotz einer Pferdehaar-Allergie. Auch für Potemkins Rente ist längst gesorgt. Sollte er einmal keine Rennen mehr laufen, wird er als Führpferd für die vielen Jährlinge im Gestüt Fährhof eingesetzt und kann auf den weitläufigen Weiden seinen Lebensabend genießen.

Einen großen Anteil an Potemkins Erfolg – seine Gesamtgewinnsumme liegt mittlerweile über 600 000 Euro – hat übrigens auch Lilly. Das Shetlandpony und das Rennpferd lernten sich auf der Anlage in Mahndorf kennen und lieben. „Lilly hat Potemkin beflügelt. Er respektiert und bewundert die kleine Ponydame. Das hat viel ausgemacht“, erzählt Trainer Simon Stokes über die ungewöhnliche Freundschaft und lacht.

Erst vor wenigen Wochen kehrte Potemkin aus seiner Winterpause aus dem Gestüt in Sottrum auf die Trainingsanlage in Bremen-Mahndorf zurück. Potemkin und sein Team haben den Großen Preis der Sparkasse in Dortmund im Visier, der am 13. Mai ausgetragen werden soll. Ein Listenrennen über die Meile, die Lieblingsdistanz von Potemkin.

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