Plötzlich nicht mehr berücksichtigt

Wie Torwart-Talent Hannes Butt beim JFV A/O/B/H/H durch das Sieb fiel

Hannes Butt steht mit Ball in der Hand im Heeslinger Waldstadion neben dem Tor.
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Im Heeslinger Waldstadion wird Hannes Butt nicht mehr auflaufen – zumindest nicht für den JFV A/O/B/H/H.

Folgt eventuell ein Wechsel zum RSV? Fest steht, dass Hannes Butt nicht mehr für den JFV A/O/B/H/H aufläuft. Die Gründe dafür sind brisant.

Zeven/Rotenburg – Der Kampf um die Nummer eins ist ein besonders harter. Es kann schließlich nur einer im Tor stehen. Der Zevener Hannes Butt hat dabei eine ganz bittere Erfahrung gemacht. Der Nachwuchskeeper des U 17-Regionalligisten JFV A/O/B/H/Heeslingen musste sich einem Auswahlverfahren unterziehen, an dessem Ende er durchs Sieb fiel. Profitieren könnte davon nun die künftige U 19 des Rotenburger SV.

Mit dem Wechsel vom TuS Zeven zum JFV A/O/B/H/H hatte Hannes Butt eine neue Herausforderung im Leistungsfußball gesucht. Doch nach nur einer Saison kam für den talentierten und ehrgeizigen Torhüter das Aus. Neu-Coach Olaf Lakämper verzichtet nächste Saison auf die Dienste des 17-Jährigen im U 19-Niedersachsenliga-Kader. Ein individuelles einstündiges Training war am Ende ausschlaggebend.

„Wir hatten Hannes immer auf unserer Liste. Dass er nach langem Werben doch noch in unseren U 17-Kader wechselte, fand ich super“, blickt Maximilian Künne zurück. Der bisherige Co-Trainer der U 19 hatte den Youngster bereits im Talentteam zu Leistungsvergleichsspielen gegen Bundesliga-Nachwuchszentren mitgenommen. „In den Spielen hat Hannes gezeigt, dass er das Potenzial hat, sich zu einem sehr guten Keeper zu entwickeln. Ich finde es sehr schade, dass er nicht mehr berücksichtigt wurde, zumal er ein Junge aus der Gegend ist“, betont Künne. In der Tat: Die vier Kilometer zum Training nach Wiersdorf hätte Butt zum Anschwitzen nutzen können. „Das Flutlicht auf dem Trainingsplatz konnte ich von meinem Zimmer aus sehen“, erzählt der Schüler des Kivinan-Wirtschaftsgymnasiums.

Die Basics lernte er beim TuS Zeven. Dort entwickelte er sich unter Trainer Jens Hinrichs prächtig, war ein Garant für die Aufstiege bis in die Landesliga. Beim SV Werder Bremen gehörte Hannes Butt von der U 11 bis zur U 13 ebenfalls zum Talentteam. Das individuelle Torwarttraining an der Weser sorgte für einen weiteren Schub.

Durch den Wechsel zum Jugendförderverein ins Waldstadion erhoffte er sich eine weitere kontinuierliche Entwicklung. „Nicht nur das Torwarttraining hatte eine ganz andere Qualität. Das kannte ich so nicht“, sagt Butt, der sich in den Regionalligaspielen mit dem Selsinger Leander Hoppenrath abwechseln sollte. Für die Spiele gegen die Nachwuchsteams des Hamburger SV und SV Werder Bremen hatte Coach Alexander Weser ihn vorgesehen – doch fielen sie aufgrund der Pandemie aus. Somit kam Butt zu keinem Pflichtspiel – und das Kapitel A/O/B/H/H war für den aufstrebenden Torhüter damit überraschend abgeschlossen.

Das Trainerteam um Coach Olaf Lakämper setzt nicht mehr auf ihn und entschied sich für Leander Hoppenrath, Joel Schulz und Trainersohn Brian Lakämper. Eine angesetzte 60-minütige individuelle Trainingseinheit entschied in der Summe. Die Tests übernahm der neue U 19-Torwarttrainer Moritz Niebuhr. „Ich hatte zwei Monate kein Training und damit keinen Ball am Fuß. Da fehlt es einfach an der nötigen Sicherheit“, erinnert sich Butt.

Das Ergebnis gab es zwei Tage später – auf Nachfrage. „Moritz hat nichts von sich hören lassen, daraufhin habe ich ihn angeschrieben“, erzählt der Keeper. In einem zweiminütigen Gespräch folgte das negative Ergebnis. „Das Trainerteam hat sich für die anderen drei Torhüter entschieden. Du bist raus“, gibt Butt die Worte wieder. „Ich war über die Art und Weise der Absage total enttäuscht. Was ich sehr vermisst habe, war eine sportliche Begründung. Dabei war ich voller Vorfreude, dachte es wird eine richtig geile Saison mit Olaf als Trainer, den ich von den Regionsauswahl-Spielen kenne“, sagt Butt.

„Wir haben uns zunächst die Einschätzung der JFV-Verantwortlichen, des Torwarttrainers sowie der U 17- und U 19-Trainer eingeholt. Es war eine schwierige Situation, um eine Entscheidung zu treffen. Natürlich sind wir nicht unfehlbar. Hannes ist schon ein toller Typ. Auf das Angebot, in der U 18 zu spielen, ist er aber nicht eingegangen“, erklärt Lakämper.

„Ich habe Hannes schätzen gelernt, er ist sehr ehrgeizig, hat viel Entwicklungspotenzial. Ich finde es schon bitter, dass Entscheidungen so fallen. Ich hätte die Arbeit mit Hannes, Joel und Leander gerne fortgesetzt, denn es war ein gutes und faires Miteinander“, bemerkt der langjährige Torwarttrainer Horst Lemke. „Aus meiner Sicht ist für ihn die Landes- oder Oberliga drin.“ Butts sportliche Zukunft ist damit offen. Der Oberligist Rotenburger SV ist ein mögliches Ziel und sicher eine gute Adresse. Dort könnte er zunächst mit der U 19 in der Landesliga spielen. Und ein gutes Training gäbe es bei Oberliga-Torwarttrainer Lars Neugebauer ebenfalls.

Von Manfred Krause

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