SPIELER DES WOCHENENDES Jannis Steenbocks überraschender Aufstieg

Plötzlich Kreisliga

Fokussiert bei der Sache: Stemmens Keeper Jannis Steenbock feierte ein starkes Kreisliga-Debüt.
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Fokussiert bei der Sache: Stemmens Keeper Jannis Steenbock feierte ein starkes Kreisliga-Debüt.

Westerholz/Stemmen – Die Fußballer der SG Westerholz/Hetzwege hatten sich mit Blick auf den Spielberichtsbogen im Vorfeld mit Sicherheit gedacht, dass das Toreschießen für sie ein Kinderspiel werden könnte. Schließlich stand beim TV Stemmen nicht wie sonst üblich Stammkeeper Helge Witt auf dem Zettel, sondern der erst 19-jährige Jannis Steenbock. Doch weit gefehlt: Bei seiner Kreisliga-Premiere zeigte der „Unbekannte“ keine Nerven. Mit starken Paraden brachte er die Blau-Weißen immer wieder an den Rand der Verzweiflung. Dass beim 1:1 (0:0) Steenbocks Weste am Ende nicht ganz sauber blieb, daran war der Keeper machtlos. Zu genau war das Last-Minute-Freistoßtor von Björn Banehr geschossen.

Erst am Sonntagmittag hatte Coach Heiko Meyer seinen Ersatzkeeper darüber informiert, dass er kurz darauf sein Debüt in der Ersten feiern würde. „Ich wollte nicht, dass er unnötig nervös wird. Dass er es direkt so souverän meistert, damit hatte ich ehrlich gesagt nicht gerechnet. Das war eine super Leistung“, freute sich der Trainer. In diese Lobeshymne stimmte auch Abwehrchef Stefan Ehrke ein. Dem Defensivmann war zu keinem Zeitpunkt bange, den unerfahrenen Steenbock hinter sich zu wissen. Im Gegenteil: „Für uns war es nicht schwierig. Wir wissen aus dem Training, dass er gut halten kann. Es war bloß sein erstes Kreisliga-Spiel. Daher dachten wir, dass er vielleicht nervös ist. Er hat das aber richtig gut gemacht. Jannis hat uns ein paar Mal gerettet, sonst hätte das Spiel auch anders ausgehen können“, dachte Ehrke an die guten Chancen der Westerholzer.

Steenbock selbst gestand, anfangs „sehr aufgeregt“ gewesen zu sein. Mit seiner ersten Parade bekam der angehende Erzieher jedoch mehr und mehr Sicherheit. Gerade in den Eins-gegen-Eins-Situationen zeigte er seine Reflexe. „Das ist meine Stärke, dann kann ich meinen Körper groß machen“, so der Keeper.

Muss Witt nun also um seinen Stammplatz zwischen den Pfosten fürchten? „Nein, ich weiß, dass die anderen (Helge Witt, Florian Schirmacher und Frederik Narten, Anm. d. Red.) vor mir stehen. Ich habe daher absolut kein Problem damit, mich wieder unterzuordnen. Aber natürlich will ich es langfristig versuchen, an die Erste heranzukommen“, erklärte Steenbock. Zwar gehört der 19-Jährige bereits zum Kader der Kreisliga-Elf, doch an den Wochenenden steht er normalerweise bei der Reserve in der 4. Kreisklasse Ost im Tor. Der Vier-Klassen-Unterschied sei seiner Meinung nach „sehr, sehr groß“.

Der ehrgeizige Stemmer durfte sich nach seinen Glanzparaden über zahlreiche Schulterklopfer und Komplimente freuen. „Es war schon eine komische Situation für mich. Vor dem Spiel hieß es noch, dass es nicht schlimm wäre, wenn mir ein Fehler passieren würde. Hinterher waren dann alle begeistert und haben mich gelobt“, dachte er gerne an sein Debüt zurück.

Und wer weiß, wenn er im Training weiterhin so viel Gas gibt, steht er schon bald wieder auf dem Spielberichtsbogen der ersten Mannschaft. Dann dürfte der Gegner mit dem Namen Jannis Steenbock auf jeden Fall etwas anfangen können.

Von Mareike Ludwig

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