Nur Nilles hält beim „Dreier-Contest“ mit

Hurricanes brechen früh ein – 52:61

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Andrea Baden hat sich den Ball gegen Braunschweigs Neuzugang Lyndi Laborn geholt – vor allem in den ersten 15 Minuten gehörte das Eigengewächs zu den auffälligsten Spielerinnen auf dem Feld. Hinten kann Caroline Clifford nicht mehr eingreifen.

Rotenburg - Von Matthias Freese. An einen Sieg glaubte angesichts der gezeigten Leistung wohl selbst Christoph Treblin rund zwei Minuten vor dem Ende nicht mehr ernsthaft. Also dachte der Hallensprecher, gleichzeitig Vorstand Sport, einen Schritt weiter und erinnerte per Lautsprecherdurchsage das Team und die knapp 150 Zuschauer daran, dass es „auch um den direkten Vergleich geht“.

Doch die Zweitliga-Basketballerinnen der Avides Hurricanes verloren selbst diesen. Das 52:61 (29:26) im Heimspiel gegen Eintracht Braunschweig – es war ein Rückfall in alte Zeiten. „Die bisher schlechteste zweite Halbzeit“, fand auch Coach Mahir Solo.

Das Lächeln im Gesicht des Bosniers war kein Zeichen von Zufriedenheit. „Es ist ein Lachen des Erstaunens“, meinte er und ergänzte: „Ich bin enttäuscht – keine Offense, keine Defense, ständige Ballverluste. Wir waren nicht konzentriert.“ Verantwortlich machte Solo dafür die Punktspielpause und klammerte deshalb den Pokalauftritt eine Woche zuvor aus. „Wir waren mental noch nicht wieder in der Saison, sondern in den Ferien – das ist die einzige logische Erklärung.“ Auch für den Knick nach einer zwischenzeitlichen 28:16-Führung (16.). „Von da an haben wir unseren Kopf verloren“, so Solo.

Hurricanes schienen das Spiel zu kontrollieren

Bis zu dieser Phase schienen die Hurricanes die Gäste aus Braunschweig zu kontrollieren. Allen voran Andrea Baden hatte ein starkes erstes Viertel mit sechs Punkten erwischt, um auf 18:12 zu erhöhen und einen Block mit Steal nachzulegen (11.). Auch Hannah Pakulat zeigte sich trotz ihrer Knieprobleme sprunggewaltig, begann mit einem Dreier und kam insgesamt auf elf Rebounds! Doch ein 10:1-Run der Löwenstädterinnen bis zur Pause deutete die Wende an. Plötzlich waren die Hurricanes gedanklich oft einen Tick zu spät.

Shaniqua Nilles (am Ball, gegen Ilona Brox) hielt die Hurricanes mit ihren Dreiern im dritten Viertel im Spiel. Doch am Ende genügten auch ihre insgesamt 21 Punkte nicht.

Nach der Pause wurde es nicht besser, sondern schlimmer, statischer, bewegungsärmer. Es schien, als hätten die Hurricanes es sich in der Kabine auf einer gemütlichen Couch bequem gemacht und wären nicht wieder hochgekommen. Die Turnover-Quote explodierte und stieg derweil auf 20 an. Vor allem für Kapitänin Pia Mankertz, sonst die Leaderin des Teams, war es ein gebrauchter Tag. Aber nicht nur für sie. Immer wieder verloren die Gastgeberinnen das Spielgerät beim Ballvortrag – verhängnisvoll, weil Braunschweig so zu leichten Korblegern kam.

Und dann streuten die abstiegsbedrohten Gäste allein im dritten Viertel sechs Dreier ein: Ariel Hearn, der immer besser ins Spiel findende Neuzugang Lyndi Laborn und Youngster Melody Haertle trafen jeweils doppelt. Einzig Shaniqua Nilles hielt in diesem Dreier-Contest mit drei erfolgreichen Würfen mit – und ihr Team einigermaßen im Spiel (44:50). 31 Sekunden vor dem Ende verkürzte Cassidy Clark auf 52:57 – eine Fünf-Punkte-Niederlage wäre nach dem 59:53 im Hinspiel ein Trostpflaster gewesen. 

„Zum Schluss hätten wir aber nicht foulen dürfen, dann hätten wir den direkten Vergleich gewonnen“, fand Andrea Baden. Als acht Sekunden vor Schluss Mankertz noch einen Einwurf in die Arme von Hearn beförderte, war schließlich auch die letzte Möglichkeit, auf fünf Punkte zu verkürzen, endgültig dahin. Dementsprechend genervt war Coach Solo: „Das war ein komplett schlechtes Spiel von uns als Team“, übte er ungewohnt harte Kritik.

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