Zu platt für die Play-offs

Hurricanes verabschieden sich mit 61:78 gegen Bad Homburg aus dem Rennen

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Hart umkämpft war die Partie zwischen den Hurricanes und Bad Homburg. Vivien Stoll (l.) und Hannah Pakulat (hinten) versuchen vergeblich, Gergana Georgieva den Ball zu entreißen.

Scheeßel - Von Matthias Freese. Es ist an der Zeit, die Virtual-Reality-Brille abzusetzen und der Wirklichkeit ins Auge zu blicken: Ab sofort haben die Basketballerinnen der Avides Hurricanes mit den Play-off-Rängen in der 2. Bundesliga wohl nichts mehr zu tun. Ein katastrophales Schlussviertel (11:27) im Rückspiel gegen die Falcons Bad Homburg bescherte den Gastgeberinnen eine am Ende deutliche 61:78 (36:34)-Heimschlappe vor 150 Zuschauern in Scheeßel. „Wir finden es alle enttäuschend“, räumte Kapitänin Pia Mankertz ein.

Nein, pure Vernunft darf niemals siegen. Aber bei einem Sechs-Punkte-Rückstand auf Platz vier und dem verlorenen Direktvergleich gegen Bad Homburg noch von den Play-offs zu sprechen, wäre so unsinnig, wie im Wald Laub zu harken. „Für mich waren die Play-offs von Anfang an kein Thema“, betonte Christian Greve. Der Coach verwies auf die Umstände, mit denen er klarkommen muss, insbesondere was die Trainingsbeteiligung angeht. „Da kann ich wenigen einen Vorwurf machen.“

Pia Mankertz (vorne) zog immer wieder zum Korb – wie hier gegen die starke Spanierin Nerea Garmendia Odriozola.

Als Greve etliche Minuten nach dem Abpfiff aus der Kabine zurückkehrte, war sein Kopf immer noch gerötet. „Das sind vielleicht die Emotionen“, gestand er. Schon während des Spiels war er ungewohnt laut und grantig geworden. Vor allem Alecia Cooley hatte sich manches anzuhören, denn die amerikanische Centerin wirkte lethargisch, vor allem, was ihr Reboundverhalten in der Defense betraf. „Sie hatte keinen guten Tag“, stellte Greve fest. Bereits nach fünf Minuten nahm er seine Stammkraft deshalb vom Feld und brachte dafür die junge Vivien Stoll. Das Spielchen wiederholte sich im zweiten, dritten und vierten Durchgang. Und gerade im Schlussviertel war es immer wieder die erfahrene Gergana Georgieva, eine gebürtige Bulgarin mit deutschem Pass, die erfolgreich zum Korb zog, während Cooley staunend zuschaute. Am Ende kam Georgieva auf 20 Punkte.

Dass die Gäste gleich mit vier ausländischen Profis – Nerea Garmendia Oriozola (Spanien), Lea McDerment (Großbritannien), Stephanie Furr (USA) und Alexandra Polishchuk (Kanada) – angereist waren, ließ Greve nicht als Ausrede gelten. Insgesamt vereinten sie zusammen mit Georgieva 73 der 78 Punkte auf sich, aber der Hurricanes-Trainer betonte: „Unsere Deutschen sind auch nicht so schlecht.“ Allerdings fügte er an: „Wir waren am Ende auf zwei Spielerinnen angewiesen. Damit kannst du das Spiel nicht gewinnen.“ In der Tat trugen sich alleine Kama Griffitts (allerdings nur bis zur Pause) und Pia Mankertz (besonders nach der Pause) zweistellig ins Scoring ein.

Auf dem Weg zur Bank: Es war nicht der Tag von Alecia Cooley.

Dennoch legten die Hurricanes immer wieder kleine Führungen vor und zogen auch nach einem Zwischentief im dritten Viertel (36:42/23.) wieder vorbei. Zehn Mankertz-Punkte am Stück – darunter zwei Dreier – brachten das 50:44 (27.). Dann gönnte Greve seiner Kapitänin eine Pause, während Bad Homburg in dieser ohnehin temporeichen und intensiven Partie noch einmal die Geschwindigkeit erhöhte und auf 51:50 vorbeirauschte.

Der endgültige Bruch erfolgte zwischen Minute 32 und 36, als Furr und Georgieva einen 11:0-Run einstreuten. Während Bad Homburg fast alles traf, kamen die Hurricanes gegen die Mann-Mann-Verteidigung der Gäste kaum noch durch und schlossen oft zu früh ab. „Wir waren ziemlich platt“, meinte Greve, während die bis zum Schluss zum Korb ziehende Mankertz fand: „Bad Homburg hat sehr gut zusammengespielt. Aber wir haben es denen einfach gemacht, weil wir uns null bewegt haben, nicht die besten Entscheidungen getroffen haben und kein Timing hatten.“

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