Physiotherapeutin aus Visselhövede bei Handball-Juniorinnen-WM im Einsatz

Günters Hände sind gefragt

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Caroline Günter hat sichtlich Spaß an ihrem Beruf: Die Physiotherapeutin war bei der Weltmeisterschaft in Kroatien für die Gesundheit und Fitness der Juniorinnen der deutschen Handball-Nationalmannschaft zuständig.

Visselhövede - Von Heinz Goldstein. Als die deutsche Handball-Nationalmannschaft der Juniorinnenbei der Weltmeisterschaft in Kroatien knapp an der Bronzemedaille vorbeischrammte, war Caroline Günter mitten drin. Die 31-Jährige hatte dort – im wahrsten Sinne des Wortes – alle Hände voll zu tun, schließlich war sie als Physiotherapeutin für das Wohlbefinden der Mädchen verantwortlich.

Die medizinische Betreuerin, die sonst in der Praxis von Heribert Lang in Visselhövede arbeitet, hatte täglich sehr viel zu tun: Gleich morgens nach dem Frühstück ging es mit dem Tapen und dem Stabilisierungs- und Aufwärmtraining los. „Während der Spiele habe ich mich dann um die Blessuren gekümmert. Nach dem Abpfiff kamen weitere Behandlungen aufgrund von Verletzungen und zur Regeneration hinzu. Alles fand in enger Zusammenarbeit mit dem Arzt statt. Bereits beim Nachwuchs ist der Ablauf nämlich professionell organisiert“, erzählt Caroline Günter.

An den spielfreien Tagen ging es etwas relaxter zu. „Dann hatten wir auch mal Freizeit“, erzählt sie. Geld ist mit der Arbeit allerdings nicht wirklich zu verdienen. Für die ehrenamtliche Tätigkeit musste sich Günter sogar Urlaub nehmen. Einzig eine Aufwandsentschädigung hat sie für die Zeit bekommen.

Doch das nimmt Günter in Kauf, schließlich macht ihr die Arbeit bei der Nationalmannschaft viel Spaß. Besonders ein Moment ist ihr in Erinnerung geblieben – das Spiel gegen Ungarn. „In letzter Sekunde haben wir erst den Siegtreffer erzielt. Der Siegestaumel, die Freude und Umarmungen bleiben bei mir in Erinnerung“, so Günter.

Doch wie ist sie überhaupt dazu gekommen, als Physiotherapeutin bei der Juniorinnen-Nationalmannschaft zu arbeiten? Damals, noch in Schwerin wohnend, war sie selbst zehn Jahre als Handballerin aktiv. Ein Kreuzbandriss hatte ihre Karriere jedoch beendet, sodass sie in ihrer Mannschaft die Aufgabe als Co-Trainerin übernahm. Aus beruflichen Gründen zog Günter später nach Buchholz in der Nordheide und arbeitete dort als Physiotherapeutin. In dem Ort fand sie schnell Bindung zum örtlichen Verein und engagierte sich als Coach für den Nachwuchs.

Während dieser Zeit hat die 31-Jährige die C-Trainer-Lizenz gemacht. Mit Erreichen der B-Lizenz war sie als Co-Trainerin mit dem Stützpunkttrainer Frank Hamann in Hamburg aktiv. Ein guter Kontakt, wie sich später herausstellte: „Er bot mir an, als Physiotherapeutin für die Jugendmannschaften zu arbeiten. So kam ich bei den Länderpokal-Spielen zum Einsatz.“ Schweren Herzens gab Günter dort ihren Job als Trainerin auf, da die Belastung zu groß geworden war.

Der Deutsche Handballbund (DHB) bot ihr im Dezember 2012 an, als Physiotherapeutin für die Nachwuchsspielerinnen zu arbeiten. „Das war ein Angebot, was ich nicht ablehnen konnte.“ Bereits bei der Europameisterschaft in Dänemark war sie im Einsatz gewesen. Doch nur beim DHB zu arbeiten, kann sich Günter nicht vorstellen. „Mein Tätigkeitsfeld ist in Visselhövede wesentlich variantenreicher. Der Einsatz bei der Bundesauswahl ist schön, aber ich möchte es nicht ein Leben lang machen“, gesteht die Therapeutin.

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