Rotenburger SV wehrt sich tapfer beim 0:6 gegen den HSV

Patrick Peter hat das Ehrentor auf dem Fuß

Es ging meist nur in eine Richtung – in die des Rotenburger Tores. Hier nimmt der zur zweiten Halbzeit eingewechselte und mit einer guten Leistung aufwartende Hamburger Tolcay Cigerci Fahrt auf.

Rotenburg - Von Matthias Freese, Julian Diekmann und Guido Menker. Noch zehn Minuten waren zu spielen, da wurden die Rufe der Fans erhört. „Wir woll‘n den Schipplock sehen“, sangen einige Anhänger des Hamburger SV, die direkt an der Bande standen. Sven Schipplock eilte zu ihnen rüber und schrieb eifrig Autogramme. Seine schwerste Aufgabe an diesem Abend, denn zum Einsatz kam er nicht.

Für das 6:0 (4:0) des Bundesliga-„Dinos“ im Benefizkick beim Rotenburger SV aus der Landesliga sorgten die Kollegen. Die Tore für die Rothosen erzielten Dennis Diekmeier (21.), Philipp Sven Müller (25.), Michael Gregoritsch (33.), Batuhan Altintas (45.), Artjoms Rudnevs (62.) und Nabil Bahoui (77.). „Am Ende der Saison, da reicht das“, kommentierte Außenverteidiger Diekmeier schmunzelnd die Ausbeute, die angesichts von vier Aluminiumtreffern noch höher hätte ausfallen können. Für Diekmeier war der Auftritt im Ahe-Stadion übrigens ein Wiedersehen. „Ich kenne es noch aus meiner Zeit beim TSV Verden, aber damals haben wir auf dem anderen Platz gespielt“, erzählte der gebürtige Achimer.

Die meisten Akteure im Team des HSV kannten wiederum nur ganz eingefleischte Fans. Insbesondere in der zweiten Hälfte stand der Bundesliga-Zehnte (abgesehen von Rudnevs) mit einem Nachwuchsteam auf dem Platz. Coach Bruno Labbadia hatte zur Halbzeit alle elf Mann ausgewechselt. Bei manch einem der frischen Kräfte fehlte sogar die Namensbeflockung auf dem Trikot – oder war überklebt.

Trotzdem hatte es der RSV schwer, auch wenn er sich redlich mühte. „Wir wollten uns nicht hinten reinstellen so wie gegen Hannover 96 im Sommer. Sonst hätten wir vielleicht zwei, drei Tore weniger bekommen. Ich fand’s gut, dass wir mutig waren“, erklärte Jannis Niestädt, der als Stürmer begann und später als Verteidiger ran musste. Viele Möglichkeiten zum Ehrentreffer hatte sein Team nicht. Die beste Chance vergab noch Patrick Peter in 61. Minute, als er Keeper Tom Mickel zu einer Glanztat zwang.

Rotenburger SV - Hamburger SV

„In der ersten Halbzeit bieten sie uns ein paar Möglichkeiten an, die wir aber nicht nutzen“, dachte Jan Fitschen wohl auch an die erste Minute, als Jelle Röben fast Torwart Jaroslav Drobny den Ball weggeschnappt hätte. „Aber letztlich sind sie taktisch natürlich viel weiter und haben uns einfach laufen lassen“, merkte Timo Kanigowski an. Für den Defensivspezialisten war dieser Auftritt gleichzeitig auch der letzte vor eigenem Publikum – er verlässt den RSV, um zum designierten Oberliga-Aufsteiger Blau-Weiß Bornreihe zu wechseln. „Die Bornreiher haben so gut angefragt, dass ich nicht Nein sagen konnte. Ich will es in der Oberliga probieren“, so Kanigowski, für den es noch einmal ein besonderes Erlebnis vor dieser Kulisse war.

„Fast ausverkauft“, vermeldete Organisator Paul Metternich. Was soviel heißt wie knapp 3 000 Zuschauer. Die HSV-Fans, die nicht vor Ort waren und die Partie im Internet verfolgen wollten, schauten allerdings in die Röhre. „Wir bekommen so ein bisschen einen Shit-storm, denn wir hatten es angekündigt, aber es funktioniert nicht“, erklärte Till Müller, stellvertretender HSV-Pressesprecher. Grund: Der RSV hatte der Produktionsfirma den Zugang zum Tribünendach verweigert – angeblich, weil es das Ordnungsamt untersagt hatte. Ein adäquater Ort für die Kamera wurde nicht gefunden. „Aber sonst war alles gut vorbereitet und organisiert. Wir sind herzlich empfangen worden“, betonte Müller.

Für HSV-Coach Labbadia diente die Partie, bei der der Funke auf die Ränge aber nicht so recht überspringen wollte, ohnehin hauptsächlich dem Fan-Kontakt: „Wir wollen mit dieser Tour ein Stück zurückgeben und nah an den Leuten sein.“ Das taten seine Mannen. Noch lange nach Spielschluss schrieben sie Autogramme und schossen Selfies – volksnäher geht nicht.

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