Neuer Vorsitzender des Fußball-Bezirks Lüneburg

Christian Röhling weiß: „Ohne uns läuft es nicht“

Christian Röhling ist vom „Vize“ zum Chef des Fußball-Bezirks Lüneburg aufgestiegen.
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Christian Röhling (rechts) ist vom „Vize“ zum Chef des Fußball-Bezirks Lüneburg aufgestiegen und tritt die Nachfolge von Hans-Günther Kuers an..

Seit Freitag hat der Fußball-Bezirk Lüneburg einen neuen Vorsitzenden: Christian Röhling aus Boizenburg (nordöstlich von Lüneburg) wurde auf dem ersten Online-Bezirkstag zum Nachfolger von Hans-Günther Kuers gewählt.

Rotenburg ‒ Wie geht es mit der Saison weiter? Welchen Einfluss hat der Bezirk auf den Verband? Wir haben mit dem 53-jährigen Christian Röhling, den neuen Vorsitzenden des Fußball-Bezirks Lüneburg, über sein Amt gesprochen.

Glückwunsch zum neuen Amt. Sie sind ja auch noch Vorsitzender des Kreissportbundes Lüneburg. Wie schaffen Sie das eigentlich beides?

Auf den ersten Blick muss man denken: „Der muss ja viel Zeit haben.“ Aber beim Kreissportbund haben wir eine Geschäftsführerin und mehrere Mitarbeiter, die 90 Prozent der Arbeit machen. Ich bin da seit 2012 Vorsitzender, das hat sich so weit alles eingespielt, ich bin da quasi das Aushängeschild.

Das heißt, das Amt des Bezirksvorsitzenden wird Sie mehr in Beschlag nehmen?

Ich gucke mal, was auf mich zukommt. Jetzt habe ich neun Kreise, aber ich kenne die ganzen Jungs ja. Wichtig ist es, den Kontakt zur Basis nicht zu verlieren und kommunikativ zu sein. Ich muss mich da erst mal reinfuchsen, alles Schritt für Schritt. Es gibt ja immer 100 Tage „Probezeit“, die würde ich auch gerne für mich in Anspruch nehmen.

Sitzen Sie als Bezirksvorsitzender auch ein wenig zwischen Baum und Borke. Sie müssen es der Basis recht machen und gegenüber dem Verband, in dessen Vorstand Sie als Bezirksvorsitzender automatisch sind, loyal sein. Ist das nicht schwierig?

Das ist es sicher. Das ist auch das, was mir mein Vorgänger gesagt hat, das ist manchmal wirklich schwer. Einerseits ist man Vizepräsident des NFV, auf der anderen Seite muss man für seine Kreise einstehen, die auch manchmal dagegen sind, was der Verband möchte. Da muss ich sehen, wie ich alle unter einen Hut kriege und ein gutes Händchen haben. Ich kenne das aber von meiner Arbeit im Außendienst, da stehe ich auch manchmal zwischen Kunden und Kollegen.

Ihr neuer Stellvertreter ist Uwe Norden aus Verden. Ursprünglich galt Uwe Schradick, der Rotenburger Kreisvorsitzende, als Anwärter auf den Posten. Warum konnten Sie ihn doch nicht von der Aufgabe überzeugen?

Stimmt. Uwe und ich wollten es eigentlich zusammen rocken – er zunächst als Stellvertreter und später als Schatzmeister, was Jürgen Miltzlaff noch ein, zwei Jahre mir zuliebe macht. Dann hat Uwes potenzieller Nachfolger im Kreis aber abgesagt. Schade, aber wir bleiben natürlich in Kontakt.

Was sind die wichtigsten Aufgabenfelder, wo liegen Ihre Schwerpunkte?

Momentan ist es schwierig, man kann ja relativ wenig machen. Zunächst hoffe ich, dass wir noch ein paar Spiele hinkriegen, sodass wir in den Staffeln die Hinrunde abschließen können. Was mich auch sehr interessiert, ist die Jugend, da möchte ich gerne ein offenes Ohr haben. Das sind die Fußballer, die wir am häufigsten verlieren, da müssen wir an der Basis anfangen. Müssen wir zum Beispiel Funino (ein vom DFB vorangetriebener spezieller Modus im Kleinfeldbereich – ohne Torwart und mit vier Toren, Anm. d. Red.) wirklich spielen?

Wieso, kommt das bei den Vereinen nicht gut an?

Überhaupt nicht. Die kleinen Kinder und Jugendlichen möchten ihren Vorbildern nacheifern, die wollen das Ding in die Maschen hauen. Insofern halte ich Funino im Training für gut, aber als Spielform sollten wir bei der normalen bleiben oder dahin zurückkehren.

Welches Gewicht hat Ihr Wort als Bezirksvorsitzender denn überhaupt beim Verband?

Zusammen mit den drei Kollegen aus den anderen Bezirken haben wir als Vizepräsidenten im Verband schon eine gewisse Macht. Wenn wir vier uns einig sind, dann läuft es nicht ohne uns. Der Verband kann ohne seine Bezirke gar nichts machen. Es war ja auch nicht alles schlecht, was bisher gelaufen ist. Stefan Voth aus dem Bezirk Braunschweig ist ja auch neu. Ich denke zu viert, also zusammen mit Dieter Ohls aus Weser-Ems und August Wilhelm Winsmann aus Hannover, sind wir eine gute Koalition und können neue Ideen auf den Weg bringen.

Sie selbst haben noch als Kreisvorsitzender die drei Kreise Lüneburg, Uelzen und Lüchow-Dannenberg zum Fußball-Kreis Heide-Wendland zusammengeführt. Müssen andere im Bezirk diesem Beispiel folgen?

Naja, wir haben jetzt neun Kreise im Bezirk. Die Großkreise wie Stade, Harburg oder auch Rotenburg brauchen das nicht. Die sind so gut aufgestellt, dass man da nichts machen muss, auch was die Zahl der Mannschaften angeht. Hier im Osten war es grenzwertig. Dannenberg hatte mit Abstand die wenigsten Mannschaften und Spieler, alleine hätten die bald nur noch ein paar Staffeln gehabt. Die Anfangsskepsis hat sich auch relativ schnell in Wohlgefallen aufgelöst. Einen Zusammenschluss sehe ich für andere Kreise aber nicht.

Was alle Vereine wissen wollen: Wann geht die Saison weiter – können Sie da Auskunft geben?

Ich rechne damit, dass wir frühestens Mitte April anfangen können zu trainieren. Dann können wir im Mai und Juni noch ein paar Spiele machen, wahrscheinlich nur die Hinrunde zu Ende bringen und in den Bezirks- und Landesligen die Auf- und Abstiegsrunden spielen. Ende Juni müssen wir fertig sein, weil ab 1. Juli die neue Saison beginnt.

Also keine Verlängerung darüber hinaus?

Nein. Dann hätten wir das Problem, dass wir die dritte Saison in Folge kaputtmachen würden. Das müssen wir alle durchziehen. Es wird dieses Mal auch Absteiger geben, das können wir uns sonst gar nicht leisten. Meine Meinung ist: Am 30. Juni ist Schluss, Cut. Und meine Hoffnung ist, dass wir die neue Saison dann wie gewohnt zu Ende spielen können.

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