RSV-Coach Benjamin Duray bezieht Stellung und spürt keinen Druck

„Ohne Kohle kann ich auch nicht bei Prada kaufen“

Rotenburg - Von Matthias FreeseDie sportliche Situation ist prekär: Als Tabellenschlusslicht der Fußball-Oberliga tritt der Rotenburger SV am Sonntag (15 Uhr) beim VfL Osnabrück II an. Wir sprachen zuvor mit Coach Benjamin Duray (34) über Oberliga-Reife, Fehler und Druck.

Herr Duray, zwei Punkte aus sechs Spielen – der Fehlstart ist perfekt. Hat Ihr Team aktuell keine Oberliga-Reife?

Benjamin Duray:Ich glaube, wir haben in den Spielen gezeigt, dass wir absolut oberligatauglich sind. Wir mussten nur in zwei, drei Momenten für unsere Unerfahrenheit Lehrgeld zahlen. Sicher hätten wir gerne ein, zwei Dreier mehr gehabt. Das war nicht unrealistisch.

So hinkt Ihr Team dem Soll hinterher, oder?

Duray:Um auf Schlagdistanz zu bleiben, ist ein Dreier zu wenig. Aber es sind noch 72 Punkte zu holen. Rechnerisch können wir sogar noch Meister werden.

Haben Sie vielleicht falsch „eingekauft“?

Duray:Wenn ich keine Kohle habe, kann ich auch nicht bei Prada kaufen. Dann muss ich zum Discounter gehen. So einfach ist es tatsächlich. Wir haben Jungs, von denen ich mir eine gute Zusammenarbeit verspreche und die reinpassen. Wir müssen uns finanziell dermaßen strecken, warum sollen wir dann so ein Risiko eingehen und mit Leuten arbeiten, die für ein halbes Jahr kommen und die Kohle abholen? Das ist unvernünftig. Die Wirtschaftlichkeit steht mittlerweile an erster Stelle. Man hat doch das Beispiel Heeslingen. Wir können nur das ausgeben, was wir haben.

Haben andere Vereine denn mehr Geld zur Verfügung?

Duray:Ja. Jeddeloh holt sich noch mal eben Julian Lüttmann aus Oldenburg, der kommt nicht für fünf Euro, der spielt eher für einen vierstelligen Betrag. Und dann erzählen die noch, sie hätten den kleinsten Etat …

Aber irgendwas passt ja noch nicht. Sie haben auch bereits diverse Spielsysteme ausprobiert – war das richtige noch nicht dabei?

Duray:Wir machen ja keine Fehler aus dem System heraus, es sind individuelle Sachen. Variabilität ist gefragt, man kann sich nicht mehr auf ein System festlegen. Und wir sind nicht in der Lage, dass wir jedes Mal dem Gegner unser Spiel aufdrücken können. Wir sind in einem Lernprozess. Die jungen Spieler müssen sich noch an das raue Oberliga-Klima gewöhnen und unterliegen auch noch extremen Schwankungen.

Was haben Sie als Trainer denn falsch gemacht?

Duray:Im Nachhinein kann man immer über Entscheidungen diskutieren. Das ist alles spekulativ. Wir als Trainerteam beschäftigen uns 80 Stunden die Woche mit Fußball, andere für 90 Minuten. Die haben es dann leicht zu sagen, das waren falsche Entscheidungen.

Im letzten Spiel standen die Stürmer neben sich. Axel France, der beste Goalgetter des Vorjahres, spielte bisher Außenverteidiger und wirkte zuletzt nicht ganz sattelfest. Wird es Zeit, ihn wieder offensiver aufzubieten?

Duray:Das ist immer noch eine Option, über die wir nachdenken. Aber „AJ“ hat es hinten super gemacht und ist ein Garant, dass wir sicher stehen. Die Frage ist doch: Warum treffen unsere anderen Stürmer nicht?

Und?

Duray:Maximilian Schulwitz ist noch jung. Die Kurve wird aber auch wieder nach oben zeigen. Für ihn und die anderen gilt einfach: Sie müssen sich noch an die Klasse gewöhnen.

Nun geht es zum VfL Osnabrück II, der auch unten drin steht. Verlieren verboten?

Duray:Wir sind uns der Schwere der Aufgabe bewusst, haben aber die Möglichkeit, sie mit unten reinzuziehen. Wir müssen versuchen, uns eine gewisse Lockerheit zu bewahren.

Spüren Sie Druck?

Duray:Der Verein ist sehr ruhig und absolut realistisch. Da kann man gut arbeiten. Die versuchen alles, damit die Jungs sich auf Fußball konzentrieren können. Das ist besser denn je in Rotenburg. Jetzt gilt es, da etwas zurückzuzahlen.

Fans können mit nach Osnabrück fahren – Busabfahrt: Sonntag, 11 Uhr, Ahe-Stadion.

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