Trainerwechsel beim TuS Westerholz / „Eine Operation am offenen Herzen“

Ohlmann geschasst – Ludwig aus dem Hut gezaubert

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Cord Ohlmann kann seine Entlassung als Trainer des TuS Westerholz nicht nachvollziehen. ·

Westerholz - Von Matthias Freese. Paukenschlag kurz vor der Winterpause beim Fußball-Kreisligisten TuS Westerholz: Der abstiegsbedrohte Club hat auf die sportliche Krise reagiert, Trainer Cord Ohlmann geschasst und Peter Ludwig als Nachfolger verpflichtet.

Bereits gestern Abend leitete der 56-jährige Rotenburger die erste Übungseinheit, am Sonntag wird er die Westerholzer im Heimspiel gegen den TV Sottrum coachen. „Das wird für mich eine Operation am offenen Herzen – aber das reizt mich einfach“, bemerkt Ludwig zu seinem neuen Engagement.

„Wir sind zu der Entscheidung gekommen, dass Cord Ohlmann den Abstieg nicht verhindern kann. Wir mussten etwas tun, um das Ding rumzureißen“, so der Vorsitzende des TuS Westerholz, Manfred Riepshoff, auf Nachfrage. Fußball-Abteilungsleiter Mark Wulfmeyer nahm deshalb den Kontakt zu Peter Ludwig auf, der bis vor zweieinhalb Jahren erfolgreich beim SV Hamersen tätig war und zuletzt eine Pause eingelegt hatte. „In der Vergangenheit habe ich mich immer bedankt, wenn ein Angebot kam, aber Nein gesagt. Dieses Mal war es anders. Vielleicht auch, weil es Westerholz ist“, erzählt Ludwig. Zwar hat er noch keinen Spieler des aktuellen Kaders zuvor trainiert, doch war der Bundesbahnbeamte schon von 1988 bis 1991 als Spielertrainer bei den Blau-Weißen. „Von daher kenne ich viele Väter der Jungs. Als Björn Banehr geboren wurde, war ich zum Beispiel beim Baby-Pinkeln.“

Endgültig klargemacht wurde die Zusammenarbeit Freitagabend. „Wir haben im Sportlerheim zusammengesessen. Dann ist Peter für zehn Minuten rausgegangen – und als er wieder reinkam, gab’s den Handschlag und es war perfekt. Wir sind ein Verein der schnellen Entschlüsse“, berichtet Riepshoff.

Am Sonnabend, selber Treffpunkt, folgte das Gespräch mit Cord Ohlmann. Der Stapeler hat wiederum wenig Verständnis für die Entscheidung des Vereins. „Menschlich bin ich von drei, vier Leuten im Vorstand enttäuscht. Ich bin mir zu hundert Prozent sicher, dass ich mit der Mannschaft die Klasse gehalten hätte. Und wenn wir letztes Jahr nicht um den Aufstieg mitgespielt hätten, wäre ich jetzt nicht entlassen worden“, betont der 40-Jährige und sieht die zu hohen Erwartungen als Hauptgrund für sein Scheitern. „Ich hatte im Sommer schon gewarnt, aber das Umfeld war der Meinung, dass wir Meister werden müssten.“

Davon redet inzwischen keiner mehr – der Klassenerhalt ist bei derzeit elf Punkten und dem drittletzten Platz das vorrangige Ziel für Ludwig. Dafür setzte der passionierte Golfer auch prompt eine dritte Übungseinheit an – eigentlich wäre erst heute wieder Training gewesen. „Ich habe gefragt, ob der Platz montags gesperrt ist. Wir haben ja keine Zeit zu verschenken“, will Ludwig möglichst schnell versuchen, „für eine Aufbruchstimmung zu sorgen“. Dabei steht ihm künftig der „reaktivierte“ Thorsten Rathjen als Co-Trainer zur Verfügung, während Paul Hädecke als Torwart-Trainer im Betreuerstab erhalten bleibt.

Was Cord Ohlmann betrifft, könnte er womöglich schon bald wieder als Coach anderswo einsteigen. „Das Trainergeschäft boomt anscheinend. Um 17.40 Uhr wurde mir Samstag meine Entlassung mitgeteilt, um 18.30 Uhr hatte ich schon das erste Angebot“, berichtet er etwas verwundert.

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