Neue Ideen

Fußball-Oberligisten wollen eine andere Lösung für die Saison-Fortsetzung

Wann es in der Oberliga weitergeht, ist derzeit fraglich. Gleiches gilt auch für den Spielmodus.
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Wann es in der Oberliga weitergeht, ist derzeit fraglich. Gleiches gilt auch für den Spielmodus.

Rotenburg – Die Fußball-Oberliga sucht den Ausweg aus dem Dilemma. Nicht nur der Verbandsspielausschuss, sondern auch die Vereine selbst. Sie alle benötigen den Masterplan, den es nicht gibt. Eine Fortsetzung der Punktspiele im Januar ist längst Utopie, eine Rückkehr in den Spielbetrieb im Februar erscheint aktuell unrealistisch. Klar ist: In einer Videokonferenz hat sich die Mehrheit der Clubs gegen die von Staffelleiter Burkhard Walden vorgestellte Lösung entschieden. Die Aufstiegsrunde sollte von zehn auf sechs Teams verkleinert und zwei Abstiegsrunden à sieben Mannschaften gebildet werden.

Als einer der wenigen Oberliga-Vereine sympathisierte der abstiegsbedrohte Rotenburger SV mit der Idee des Verbandes. Aber gerade bei den Teams, die aktuell auf Platz vier und fünf liegen und somit plötzlich in der Abstiegs- statt der Aufstiegsrunde wären, sowie bei denjenigen, die sich noch Hoffnungen auf einen dieser Ränge machen, stieß der Verbandsspielausschuss mit seinem Plan auf Ablehnung. „Das war keine Überraschung, das hatte sich nach den Rückmeldungen abgezeichnet“, berichtet Thorsten Tunkel. Der Fußball-Boss der SVG Göttingen ist der Sprecher der Oberliga-Vereine und gehört damit dem Verbandsspielausschuss an. Er betont, dass „die Vereine alle sehr solidarisch“ waren. „Es geht ihnen in erster Linie darum, dass weitergespielt wird und es eine vernünftige Lösung gibt.“

Und dabei kristallisierte sich eine Idee heraus, die eine Mehrheit unter den Vereinen fand – von Tunkel als Variante zwei benannt. Auch hier sollen die ausgefallenen Spiele der Hinrunde nachgeholt, die Rückrunde gestrichen, aber die Auf- und Abstiegsrunde in ihrer bisherigen Form beibehalten werden. Mit einem Zusatz: Gegen die Teams, die aus der eigenen Qualifikationsstaffel mitgekommen sind, sollen auch noch die Rückspiele bestritten werden. Somit wären in Auf- und Abstiegsrunde für jedes Team noch 14 Partien zu spielen.

Die vier von den Vereinen diskutierten Varianten

Variante 1

Der Vorschlag des Verbandsspielausschusses: Die Rückrunde der Qualifikationsrunde fällt weg, Nachholspiele der Hinrunde werden ausgetragen. Anschließend folgen eine Aufstiegsrunde mit nur noch sechs Mannschaften (jeweils den ersten drei Teams der beiden Staffeln) sowie zwei Abstiegsrunden mit jeweils sieben Teams – mit Hin- und Rückspiel. In den Abstiegsrunden werden 14 Spieltage benötigt.

Variante 2

Auch hier entfällt die Rückrunde, Nachholspiele aus der Hinrunde werden absolviert. Die Auf- und Abstiegsrunde soll wie in der Ausschreibung mit jeweils zehn Teams mit Hin- und Rückspielen durchgeführt werden. Zusätzlich werden noch Rückspiele gegen die Teams, die aus der eigenen Staffel mitgekommen sind, ausgetragen. Macht 14 Spiele für jede Mannschaft.

Variante 3

Auch keine Rückspiele in der Qualifikationsrunde, aber Auf- und Abstiegsrunden werden exakt so wie in der Ausschreibung festgelegt ausgetragen, also mit jeweils zehn Teams. Gespielt wird also nur gegen die fünf Teams aus der anderen Qualifikationsstaffel, mit Hin- und Rückspiel macht das zehn Partien.

Variante 4

Die Qualifikationsrunde wird mit Hin- und Rückrunde zu Ende gespielt. Es gibt keine Auf- und Abstiegsrunde. Die Staffelsieger spielen den Meister und Regionalliga-Aufsteiger sowie den Relegationsteilnehmer aus. Unten gibt es festgelegte Abstiegsplätze, bei ungerader Anzahl an Absteigern kommt es zu Entscheidungsspielen. Das ergibt insgesamt 18 Punktspiele, sodass die Vereine nach der Lockdown-Pause noch neun bis elf Liga-Partien absolvieren müssen.

Als Variante eins bleibt der Verbandsvorschlag bestehen, Variante drei wäre quasi die Umsetzung des ursprünglichen Konzepts – im Anschluss an die beendete Hinrunde. Als Kompromisslösung sieht Tunkel die diskutierte vierte Variante an, zumal es bei dieser Alternative bei der Regionalisierung bleibt. Hierbei sollen Hin- und Rückspiele der Qualifikationsrunden ganz normal durchgeführt werden, stattdessen entfällt eine Auf- und Abstiegsrunde. Die Staffelsieger ermitteln am Ende Meister und Regionalliga-Aufsteiger, die Letzten der Staffeln steigen jeweils ab – je nachdem, wie viele Mannschaften die Oberliga verlassen müssen. Laut Ausschreibung sind es sechs, bei vermehrten Regionalliga-Absteigern auch mehr.

Es ist alles spekulativ. Es sind Gedankenspiele, die völlig abhängig vom konkreten Anfangsdatum sind. Erst dann kannst du sagen, welche Variante praktikabel ist.

Torsten Krieg-Hasch (Rotenburger SV)

„Es ist alles spekulativ. Es sind Gedankenspiele, die völlig abhängig vom konkreten Anfangsdatum sind. Erst dann kannst du sagen, welche Variante praktikabel ist“, findet Torsten Krieg-Hasch, der Sportliche Leiter des Rotenburger SV. Er glaubt: „Vor März wird das sowieso nichts.“ Ähnlich sieht es Christian Ahlers-Ceglarek, Trainer des Tabellensechsten TB Uphusen: „Im Moment ist das für mich alles noch sehr weit weg. Letztlich haben wir es ja auch nicht in der Hand, da keiner weiß, wann es wieder losgehen soll. Erst wenn das geklärt ist, kann man über mögliche Varianten sprechen.“ Und auch Tunkel weiß: „Es steht und fällt alles damit, wann wir wieder trainieren können. Können wir ab Februar wieder trainieren und am ersten März-Wochenende spielen? Dann hätte man die Möglichkeit 14 Spieltage zu spielen.“ Die Varianten drei und vier kommen mit weniger Spielen aus.

Der Verbandsspielausschuss muss sich übrigens nicht nach dem Wunsch der Vereine richten. „Ich hoffe aber, dass wir Gehör finden“, sagt Tunkel und meint: „Wir müssen alle ein bisschen Abstriche machen.“ Der Vertreter der Vereine hat übrigens darum gebeten, dass der Spielausschuss bis Mitte Januar keine Entscheidung trifft, „sondern erst abwartet, ob der Lockdown verlängert wird. Der Verband hat uns das auch zugesagt.“

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