Trotz zwei fünfter Plätze bleibt der RSV zurückhaltend / „Kein One-Hit Wonder“

Oberliga – Utopie oder doch realistisches Ziel?

Sie laufen wieder – die Fußballer des Rotenburger SV, hier beim Trainingsauftakt und angeführt von Torwart Henner Lohmann. Fotos: Goldstein

Rotenburg - Von Matthias Freese. Der Präsident schließt nichts aus. „Ich denke, wir haben eine noch stärkere Mannschaft als in den vergangenen beiden Jahren“, sagt Peter Grewe. Einer Rückkehr in die Fußball-Oberliga, wo der Rotenburger SV zuletzt 2014/2015 gespielt hat, schiebt der Vorsitzende unter entsprechenden Voraussetzungen deshalb auch keinen Riegel vor. Als Ziel oder gar Pflicht deklariert er die Angelegenheit allerdings nicht: „Es ist nicht unser Ziel, unbedingt aufzusteigen.“

Am Sonntag bat Coach Tim Ebersbach zum Auftakttraining ins Ahe-Stadion. Zwar hat er mit dem noch fehlenden Marcel Brendel (FC Oberneuland) bisher erst einen externen Neuzugang im Kader, doch die Stammkräfte wurden allesamt gehalten. Da könnten die Ansprüche nach zwei fünften Plätze in den beiden vorherigen Spielzeiten durchaus steigen, oder? „Klar hätte ich mal Bock, in der Oberliga zu trainieren – aber nicht, wenn wir unsere Philosophie verlieren würden. Wir haben hier schließlich auch andere Zeiten mitgemacht“, sagt Ebersbach und denkt an die Jahre, als es kaum Rotenburger Eigengewächse in den Kader geschafft hatten. Genau das soll nicht wieder passieren.

Die Oberliga, zuletzt auch aufgrund der Clubs wenig reizvoll, wird aber „langsam wieder interessant mit den Traditionsvereinen Atlas Delmenhorst und Kickers Emden“, findet Ebersbach. Allerdings sind die sofortigen Abstiege von BW Bornreihe oder Eintracht Celle in der Vergangenheit auch mahnendes Beispiel. Zur neuen Saison ist jedoch keiner von oben heruntergekommen, sodass es womöglich kein Überfliegerteam wie Celle in der Liga gibt, der Titelkampf recht offen scheint.

„Kurzfritig nein, mittelfristig ja“, hält der Sportliche Leiter Torsten Krieg-Hasch nichts von übertriebenen Ambitionen. „Natürlich wollen wir oben mitspielen, man darf die Oberliga auch nie aus dem Blick verlieren – aber es soll ja kein One-Hit-Wonder werden.“ Und schon gar keins, bei dem der eigene Nachwuchs auf der Strecke bleibt. „Wenn, dann wollen wir es mit unserer eigenen Mannschaft schaffen. Und wenn die sich für die Oberliga qualifiziert, wäre es auch durchaus umsetzbar“, glaubt Grewe. Ihm geht es um die Talente, aber auch ums Geld. „Es müsste funktionieren, ohne die Jugendarbeit zu vernachlässigen. Und es dürfte sich von den finanziellen Anforderungen nicht so viel ändern. Wir können uns keine Oberliga-Mannschaft zusammenkaufen – und das wollen wir auch nicht.“ Im Gegenteil: Seit Jahren speckt der Rotenburger SV in Sachen Etat immer mehr ab. Das ist auch diese Saison wieder so. „Der wird in kleinen Schritten niedriger“, verrät Grewe.

Ohnehin ist der Präsident recht entspannt – eine Oberliga-Rückkehr scheint für ihn nicht die oberste Priorität zu genießen. „Ich finde es im Moment auch sehr attraktiv, in der Landesliga zu spielen – von den Gegnern und von den Fahrten her“, bemerkt Grewe. Coach Ebersbach, der mit Lars Neugebauer für Torben Stradtmann übrigens einen neuen Torwarttrainer bekommen hat, glaubt ohnehin: „Dafür ist die Landesliga aktuell doch auch zu stark, um ernsthaft Oberliga-Ambitionen hegen zu können.“

Das könnte Sie auch interessieren

elona ist da. Ihre lokalen Nachrichten.

Welthunger-Index 2019: Klimawandel verschärft den Hunger

Welthunger-Index 2019: Klimawandel verschärft den Hunger

Zahl der Toten nach Taifun in Japan steigt auf 66

Zahl der Toten nach Taifun in Japan steigt auf 66

Pakistan-Reise: William und Kate treffen politische Führer

Pakistan-Reise: William und Kate treffen politische Führer

Schwere Kämpfe in Nordsyrien: Kurden schlagen zurück

Schwere Kämpfe in Nordsyrien: Kurden schlagen zurück

Meistgelesene Artikel

Mit Wahlers' Tor brechen die Dämme

Mit Wahlers' Tor brechen die Dämme

Kurth steigt in Rotenburg ein

Kurth steigt in Rotenburg ein

RSV steckt mitten im Formtief

RSV steckt mitten im Formtief

Hattrick in nur sieben Minuten

Hattrick in nur sieben Minuten

Kommentare