RSV-Vorstand legt finanziellen Rahmen für einen Aufstieg fest

Oberliga? Das Team entscheidet

Künftig in der Oberliga am Spielfeldrand? Präsident Peter Grewe (l.) und Coach Tim Ebersbach hätten nichts gegen einen Aufstieg, wenn die Mannschaft ihn will. Foto: Freese

Rotenburg - Von Matthias Freese. Mehr als zwei Monate erging es dem Rotenburger SV wie einem Kreuzfahrtschiff, das im Hafen liegt und nicht weiß, wann es wieder in See stechen darf – und mit welchem Reiseziel überhaupt. Doch mittlerweile bereitet sich der Fußball-Landesligist auf seine große Fahrt in die Zukunft vor. Der Vorstand hat grünes Licht für das Oberliga-Abenteuer gegeben. Das wird immer wahrscheinlicher, nachdem der Niedersächsische Fußballverband (NFV) entschieden hat, den Saisonabbruch mit Aufsteigern Ende Juni auf seinem außerordentlichen Verbandstag zur Abstimmung zu stellen. Geht der Antrag wie zu erwarten durch, hat es der RSV auch sportlich geschafft. Zuvor war dem Tabellenführer bereits die wirtschaftliche Leistungsfähigkeit von der Zulassungskommission des NFV bestätigt worden.

„Der Vorstand steht der Sache nicht negativ gegenüber“, betont RSV-Präsident Peter Grewe am Montag auf Nachfrage, bevor er am Abend in eine Sitzung mit den Spielern geht, in dessen Verlauf er den aktuellen Stand darlegt und erläutert, „was bei uns finanziell möglich und momentan absehbar ist. Jetzt kommt es auf die Mannschaft und die Trainer an, was sie möchten.“ Heißt konkret: Stimmt das Team den vom Verein gesetzten Rahmenbedingungen zu, kehrt die Wümme-Elf – eine positive Entscheidung beim Verbandstag vorausgesetzt – nach fünf Landesliga-Spielzeiten in die Oberliga zurück. Die hatte der Verein 2015 als Tabellen-15., damals unter Trainer Jan Fitschen, verlassen müssen.

Dass es in den durch die Corona-Krise wirtschaftlich unsicher gewordenen Zeiten nicht einfach ist, einen Etat für die nächste Spielzeit festzulegen, weiß auch Grewe. Und er erinnert daran, „dass „wir zwei Dinge zu schultern hätten – die Oberliga und den Jugendbereich, für den auch Geld bereitzustellen sein wird“. Große Sprünge oder gar Gehaltserhöhungen für die Oberliga sind nicht zu erwarten. „Es mag ja Spieler geben, die sagen, in der Oberliga müsse es mehr sein – das gibt es aber nicht“, stellt Grewe klar und erzählt: „Wir haben einen Etat aufgestellt. Der ist genauso hoch wie in der Landesliga, im fünfstelligen Bereich, in einem sehr angemessenen Rahmen.“ Das, was an Zusatzkosten im Aufstiegsfall hinzukäme, also höhere Ausgaben für Fahrten und Schiedsrichter sowie Abgaben an den Verband – rund 10 000 Euro –, sei wiederum durch zwei Spenden abgedeckt. „Natürlich gibt es noch das eine oder andere Fragezeichen, ohne es zu kennen“, sagt Grewe. Noch sind die Corona-Folgen bei manch einem Sponsor nicht absehbar. Stand jetzt betont er aber: „Wir haben im Moment überhaupt keine Probleme mit der Liquidität – da ist alles okay.“ Das liegt auch daran, dass der RSV seit Mitte März keine Aufwandsentschädigungen mehr an Spieler sowie Trainer zahlt und er somit die laufenden Ausgaben deutlich reduziert hat.

Gespräche mit Sponsoren sollen demnächst aufgenommen werden. Lange Jahre war hierfür der im vergangenen September verstorbene Paul Metternich zuständig. Nun hat der Verein mit Jörg Niepel jemanden gefunden, der sich bereit erklärt hat, den Posten zu übernehmen, wie Grewe berichtet.

Nach der langen Ungewissheit, in welcher Liga die Rotenburger spielen, legt der Vereins-Boss allerdings auch klare Vorgaben im Falle einer Entscheidung für die Oberliga fest. „Harakiri machen, nach einem Jahr absteigen und alles fällt auseinander – das tun wir nicht. Wir müssen jetzt darauf achten, wie die Zukunft aussehen soll und dürfen nicht in ein System zurückkehren, was wir schon mal hatten und was nicht gut ist. Wir brauchen ein Gerüst, was Bestand hat. Unsere Prämisse ist es, dass wir mit jungen Leuten aus der Region spielen wollen.“

In ein paar Tagen erwartet der Verein die Reaktion der Spieler. „Ich gehen davon aus, dass sie Oberliga spielen wollen“, sagt der Sportliche Leiter Torsten Krieg-Hasch, der die Personalplanungen nach Wochen des Stillstandes vor einigen Tagen wieder aufgenommen hat: „Ich bin mittendrin. Und wenn sich die Mannschaft geäußert hat, geht es sofort in die Einzelgespräche.“ Er betont übrigens, dass zwar „frisches Blut“ dazukommen soll, „aber dieses Gefüge, diese mannschaftliche Geschlossenheit wollen wir beibehalten.“ Womit klar sein dürfte, dass es eine Liga höher nur um den Klassenerhalt gehen kann. „Das ist ein Existenzkampf. Das sollte die Mannschaft wissen“, merkt Krieg-Hasch an. Coach Tim Ebersbach ist sich dessen bewusst: „Aber wir stehen auf Platz eins, haben gemeldet und die Lizenz bekommen. Wenn die Jungs zu 100 Prozent mitgehen, würde es mich freuen“, hat er sich mittlerweile vom Skeptiker zum Fürsprecher gewandelt: „Ich habe Bock auf die Oberliga – es ist eine neue Herausforderung.“ Und Grewe unterstreicht: „Natürlich gibt es ein paar Bedenken. Aber wenn die Meinung so ist, dass man Oberliga spielen will, werden wir es auch tun.“

Das könnte Sie auch interessieren

elona ist da. Ihre lokalen Nachrichten.

Viel Zeit für dänische Hygge auf Bornholm

Viel Zeit für dänische Hygge auf Bornholm

Von der Kunst einen Bonsai zu züchten

Von der Kunst einen Bonsai zu züchten

Tipps für ein pflegeleichtes Grab

Tipps für ein pflegeleichtes Grab

Bund und Länder ziehen die Corona-Notbremse

Bund und Länder ziehen die Corona-Notbremse

Meistgelesene Artikel

Bernholz beendet Walsedes Suche

Bernholz beendet Walsedes Suche

Bernholz beendet Walsedes Suche
Neuschwander hat Linke im Derby gut im Griff - 1:1

Neuschwander hat Linke im Derby gut im Griff - 1:1

Neuschwander hat Linke im Derby gut im Griff - 1:1
Sportlerwahl Rotenburg: Die Kandidaten stehen fest

Sportlerwahl Rotenburg: Die Kandidaten stehen fest

Sportlerwahl Rotenburg: Die Kandidaten stehen fest

Kommentare