Osnabrück bereitet Hurricanes lange Probleme

Nur ein Rebound fehlt Rosemeyer beim 76:63

Leonie Rosemeyer und Tonia Dölle (l.) springen hoch und haben die Hände über dem Kopf.
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Höher gesprungen: Leonie Rosemeyer gewinnt den Tipp-off gegen Tonia Dölle (l.).

Er war hart umkämpft, am Ende stand aber der vierte Sieg in Folge für die Basketballerinnen der Avides Hurricanes.

Rotenburg – 80 Sekunden waren noch zu spielen, da kehrte Pia Mankertz aufs Feld zurück, obwohl sie kurz zuvor bereits fünf Fouls gesammelt hatte und deshalb nicht mehr mitwirken durfte. Als die Unparteiischen jedoch nach einem Wischer verlangten, reagierte die Kapitänin der Avides Hurricanes am schnellsten, schnappte sich ein Handtuch und „feudelte“ den Boden trocken. Anschließend verteidigten die Teamkolleginnen den erst spät herausgespielten Vorsprung gegen die sich hartnäckig wehrende Panthers Academy Osnabrück. Das 76:63 (37:36) vor rund 140 Zuschauern in der Pestalozzihalle war der vierte Sieg in Serie – die Hurricanes setzen sich im Spitzenquartett der Liga fest.

Ungemein effektive fünfeinhalb Minuten absolvierte Michelle Schisckov (r., hier im Bodenduell gegen Malea Sprehe). Sieben Punkte erzielte sie in der kurzen Zeit.

Mit Voraussagen ist das so eine Sache. In der Halbzeitpause prognostizierte Vorstandsmitglied Utz Bührmann einen Sieg mit acht Punkten Vorsprung. Woher er diesen Optimismus nach einer doch ziemlich durchwachsenen ersten Hälfte nahm? „Bauchgefühl“, antwortete er. Es sollte ihn nicht täuschen, am Ende waren es sogar 13 Punkte Differenz. Bis es so weit war, hatte die Stimme von Christian Greve aber stark gelitten und der Coach etliche Meter an der Seitenlinie gemacht. „Ich habe mich selten so verausgabt wie in diesem Spiel“, gestand er hörbar heiser und verriet: „Einmal musste ich am Ende der Coachingzone abbremsen, um Mirja (Beckmann, Anm. d. Red.) nicht bis zur Baseline anzutreiben.“

Hannah Pakulat meinte hinterher: „Osnabrück ist ein starkes Team, das war uns bewusst. Da hätten wir durchaus aggressiver starten können. Aber wir haben sie nicht unterschätzt.“ Da die Hurricanes jedoch lange Zeit unkonzentriert wirkten, einige Pässe im Nichts landeten und Osnabrück exakt mit dem eigentlichen Erfolgsmittel der Hurricanes, den Dreiern, immer wieder traf, enteilte der Gast zwischenzeitlich bis auf 27:20 (14.). „Ich habe vor ganz vielen Dingen gewarnt – und wir haben sie doch geschehen lassen. Da war ich ein bisschen geschockt“, bemerkte Greve. Erst als Toshua Leavitt nach ihrer achtminütigen Auszeit auf der Bank mit zwei Dreiern sowie einem Freiwurf und einem weiteren Zweier die Hurricanes zum 33:28 führte (26.), schienen diese in der Spur zu sein.

Wenn sich die Anspannung löst: Christian Greve.

Was jedoch noch ein Trugschluss sein sollte. Ausgerechnet Pakulat, die mit 14 Rebounds den Tagesbestwert aufstellte, bekam den vollen Ärger des Trainers mit dem Pausenpfiff ab, weil sie der erst 16-jährigen Maira Banko noch den Dreier zum 36:37 gestattete. „Ein Problem in der Rotation“, erklärte die Flügelspielerin und betonte angesichts der zahlreichen Dreier der Gäste: „Wir hätten härter verteidigen können, da hatten wir noch Abstimmungsprobleme.“ So gelangen den Osnabrückerinnen gleich elf Treffer aus der Distanz – allein sechs Dreier versenkte die langjährige Erstligakraft Melina Knopp.

Gut für die Hurricanes, dass die Panthers an der Freiwurflinie wiederum eine desolate Quote von nur 35 Prozent aufwiesen. Gut auch, dass die Einwechslung von Michelle Schischkov Wirkung zeigte. Sie hielt mit ihren sieben Punkten in nur 5:30 Minuten Einsatzzeit ihr Team Anfang des zweiten Viertels „am Leben“, betonte Greve, um sich gleichzeitig zu entschuldigen: „Ich habe später vergessen, sie wieder einzuwechseln, das muss ich noch mit Michelle klären, aber ich stand so unter Spannung.“

Und wieder sichert sich Hannah Pakulat (r.) einen Rebound – hier gegen Maira Banko (verdeckt).

In der zweiten Halbzeit kam auch Leonie Rosemeyer so richtig in Fahrt und avancierte mit ihren insgesamt 23 Punkten noch zur Top-Scorerin. Immer wieder verwertete sie dabei unterm Brett die Anspiele von Leavitt, traf nun auch zwei Dreier und verpasste mit neun Rebounds nur haarscharf ihr Double-Double. Bei ihrem 69:53 (36.) waren die Hurricanes in diesem sehr physischen Spiel endgültig enteilt.

Letztlich habe sich auch „die tiefe Bank“ ausgezahlt, stellte Hannah Pakulat fest. „Und gerade als Team ergänzen wir uns super.“ Die Spitzen-Rebounderin der Hurricanes macht aber auch keinen Hehl daraus, dass die Erfolgsserie unbedingt weitergehen soll – auch nächsten Samstag bei Alba Berlin. „Wir haben große Ziele für die Saison“, erklärte Pakulat und ergänzte: „Mindestens die Play-offs.“ Vielleicht also auch ein bisschen mehr ...

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