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Nur Brandt zündet gegen Achim

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Von: Matthias Freese

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Über den Köpfen der Mit- und Gegenspieler befindet sich hier Chris Ole Brandt, der allein elf Tore erzielte.
Über den Köpfen der Mit- und Gegenspieler befindet sich hier Chris Ole Brandt, der allein elf Tore erzielte. © Freese

Gegen Achim/Baden überzeugte vor allem Chris Ole Brandt. Dennoch mussten Rotenburgs Handballer am Ende die dritte Heimniederlage in Folge hinnehmen.

Rotenburg – Die Chance musste Max Borchert einfach nutzen. In der Halbzeit und auch während einer kurzen Unterbrechung in der zweiten Hälfte schlich sich der Rechtsaußen der SG Achim/Baden kurz durch die offen stehenden Seitentüren der Pestalozzihalle nach draußen – frische Luft schnappen. Die sommerlichen Temperaturen, die drinnen herrschten, verlangten den Akteuren einiges ab. Die Gäste behielten im Derby der Handball-Oberliga vor knapp 200 Zuschauern dennoch kühlen Kopf und entführten mit einem 33:31 (17:14) die Punkte beim TuS Rotenburg. Damit machten die Mannen von Coach Tobias Naumann einen großen Schritt Richtung Klassenerhalt. Den verpassten derweil die Wümmestädter nach der dritten Niederlage im dritten Heimspiel in Folge.

„Glückwunsch an Achim! Die haben das super gespielt und waren auf einigen Positionen viel besser vorbereitet als wir“, räumte Rotenburgs Coach Nils Muche – für den ebenso wie für Naumann nach der Saison Schluss ist – ein. „Wir wollten geduldig und schlau sein – auch in der Deckung. Und wir wollten nicht jeden Tempowechsel von Rotenburg mitgehen und uns rauslocken lassen“, erklärte Naumann das Achimer Rezept, das aufging. „Wir konnten zwar nicht jeden Wurf von Chris Ole Brandt verteidigen, aber in der Summe haben wir den Rest gut hingekriegt. Großes Kompliment an meine Mannschaft.“

Kilian Behrens ist zwischen Marvin Pfeiffer (l.) und Lars Auth eingeklemmt.
Wie in einem Sandwich eingeklemmt wird in dieser Szene Kilian Behrens von Marvin Pfeiffer (l.) und Lars Auth. © Freese

Gefahr strahlten die Rotenburger letztlich nur aus dem Rückraum aus, insbesondere der Rückraumlinke Brandt war mit seinen elf Toren ein Gefahrenherd. „Phasenweise war das echt gut bei uns, aber wir haben hinten jeden gekriegt, da kommst du dann nicht ran“, haderte Tim Kesselring, der zunächst für den verletzten Daniel Barkholdt als Rechtsaußen begann, in der zwölften Minute jedoch für Neuzugang Jonathan Wulff Platz machte. Der neue Linkshänder konnte einem bei seinem Debüt jedoch leid tun – in der 59. Minute wurde er erstmals freigespielt. Seinen Wurf parierte Keeper Sebastian Bohling. „Ich frage mich, warum wir nicht einmal die Außen angespielt haben“, wunderte sich Muche. Auch Lukas Misere erhielt auf der linken Seite kaum Anspiele, seine sechs Tore resultierten aus langen Pässen von Keeper Yannick Kelm, aus dem Rückraum oder aus Siebenmetern.

„Sehr gefreut habe ich mich, dass Chris Ole Brandt sehr gut getroffen habe. Sehr gefreut habe ich mich auch über Jens Koch. Seine Deckungsarbeit war sensationell“, betonte Muche. Der frühere Leistungsträger gab ab der 39. Minute sein Comeback in der Abwehr und erzielte sogar das letzte Tor unmittelbar vor dem Abpfiff. Eine Rückkehr des 30-Jährigen war es aber wohl nicht nach dreijähriger Auszeit in der ersten Mannschaft.

Jonathan Wulff (l.) und Jens Koch (M.) versuchen Florian Block-Osmers zu stoppen.
Debütant Jonathan Wulff (l.) und „Comebacker“ Jens Koch (M.) versuchen Florian Block-Osmers zu stoppen. © Freese

Noch etwas älter, nämlich schon 39, ist inzwischen Florian Block-Osmers. Doch nach seiner Einwechslung in der zwölften Minute war der Rückraummann maßgeblich dafür verantwortlich, dass Achim/Baden aus einem 5:7 ein 12:10 machte (23.). Vier Tore und mehrere feine Pässe, wie das klasse Anspiel an den Kreis zum 17:14 von Fabian Balke, gingen auf sein Konto. „Er hat eben den Überblick und kann seine Mitspieler einsetzen“, bemerkte Naumann. „Der ist schon stark“, fand auch Kesselring anerkennend, während sein Coach kritisch anmerkte: „Er macht jedes Mal die gleiche Bewegung, ich sage das vorher noch an – aber es wird nicht umgesetzt.“

Bis auf 20:15 durch Marvin Pfeiffer zogen die Gäste weg (33.), beim vermeintlichen 24:25 durch Brandt war Rotenburg wieder dran (47.), doch wurde der Treffer wegen eines angeblichen Schrittfehlers von den Referees Bjarne Deiters/Jesper Stumpfe (TSV Anderten) nicht anerkannt. Mit dem 33:29 durch Block-Osmers (58.) war die Partie letztlich vorzeitig durch.

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