Gibt es eine verkürzte Saison?

Northern United steigt am Mittwoch in das Training ein

Footballer der Northern Uniteds liegen im Kampf um den Spielball aufeinander auf dem Platz.
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Es wird wieder getackled: Allerdings müssen die Northern Uniteds dafür auf Gegner wie weiche Matten setzen – Körperkontakt wie in diesem Spiel ist nicht erlaubt.

Rotenburgs Footballer starten mit kontaktlosem Training. Tackling-Gegner sind Dummys und weiche Matten. Der Verband berät Ende Juni über die Saison.

Rotenburg – Ursprünglich hätte die neue Spielzeit in der Football-Oberliga am Wochenende starten sollen. Wie in fast allen anderen Sportarten fiel aber auch das Vorhaben der Corona-Pandemie zum Opfer. Bereits im Januar hatte der American Football und Cheerleading Verband Niedersachsen (AFCVN) deshalb einen alternativen Plan vorgelegt, der nach einer achtwöchigen Vorbereitungszeit einen Saisonstart im September vorsieht. Doch ist dieser Termin umsetzbar? Zumindest keimt nun aufgrund der neuen niedersächsischen Verordnung ein kleiner Hoffnungsschimmer auf. Die Sportler dürfen nach langem Warten zurück auf die Plätze.

Dazu gehört auch die Herrenmannschaft der Rotenburg Cyclones – bekannt als Northern United. Zwar benötigen alle Beteiligten laut Verordnung einen tagesaktuellen negativen Test, dennoch ist die Freude bei Trainer Stefan Amberger groß: „Am Mittwoch geht es endlich wieder los. Wir werden zunächst einmal mit Fitnesseinheiten sowie Wurf- und Fangübungen anfangen.“ Alles mit Abstand und ohne Kontakt – somit ist also kein Block- und Tacklingtraining unter einander möglich. Der Coach hat auch dafür einen Plan: „Wir können Trockenübungen mit Dummys oder weichen Matten machen.“ Die Hoffnung ist allerdings, dass die Inzidenzen weiter sinken, damit auch im Herrenbereich Kontaktsport wieder zugelassen wird.

Die Northern Uniteds sind ein Verbund aus vier verschiedenen Vereinen. Derzeit ist es deshalb auch schwer, alle Spieler unter einen Hut zu bekommen. „Wir starten erst mal mit den Zevenern und Rotenburgern. Die Huder sind auf Abruf. Können also jeder Zeit dazustoßen. Die Jungs aus Vechta könnten auf Sicht dann eher am Wochenende dabei sein. Dann wollen wir auch sonntags trainieren“, erklärt Amberger und fügt an, dass „bereits nach wenigen Stunden mindestens 15 Zusagen für die erste Einheit kamen. Und das werden sicherlich noch mehr.“

So sieht die aktuelle Staffeleinteilung aus

Oberliga Gruppe Süd: Bremen Firebirds, Göttingen Generals, Hannover Grizzlies, Osnabrück Tigers, Northern United.

Oberliga Gruppe Nord: Kiel Baltic Hurricanes II, Flensburg Sea-lords, Hamburg Huskies II, Schwarzenbek Wolves, Rendsburg Black Knights.

Dann werden auch Spieler aus der eigenen Jugend, die vor einigen Wochen schon auf die Plätze zurückgekehrt waren, dabei sein – allerdings nur für Trainingszwecke. „Wir haben leider zu wenig junge Spielerinnen und Spieler, sodass wir keinen Verbund mit anderen Vereinen eingehen können. Die A- und B-Jugendlichen laufen daher bei eventuellen Punktspielen für die Hamburg Ravens auf“, sagt Amberger. Bereits im Januar hatte er gegenüber unserer Zeitung schon klargestellt: „Wir wollen allen interessierten Spielern (...) auf alle Fälle einen Spielbetrieb ermöglichen.“

Ein solcher könnte auch bei den Herren möglich werden. Zumindest gibt es seit Jahresbeginn Pläne des AFCVN, die in den kommenden Wochen konkretisiert werden können. Lars Michael, Pressesprecher des Verbandes, fasst den derzeitigen Stand zusammen: „Wir setzen uns Ende Juni zusammen und entscheiden, wie es weitergeht – vielleicht auch schon vorher, sofern es die Infektionszahlen zulassen. Wenn wir den Plan dann umsetzen, gibt es ab Juli zunächst acht Wochen Vorlaufzeit mit Training. Die wird benötigt, um Verletzungsrisiken zu minimieren. Dann würde eine verkürzte Saison von September bis November laufen.“

Olaf Urbach, Vizepräsident Sport des niedersächsischen Football-Verbandes, präzisiert Michaels Ausführungen: „Für die Oberliga haben sich zehn Vereine bis zur Deadline am 15. Dezember gemeldet. Um flexibel zu sein, haben wir die Gruppen so klein wie möglich gemacht – nämlich zweimal fünf Teams. Angedacht ist, dass Jeder einmal gegen Jeden antritt und daraufhin die beiden Gruppenersten in ein bis zwei Play-off-Partien den Meister ausspielen.“ Absteiger in die Landesliga gebe es keine, und auch Aufsteiger in die Oberliga seien nicht geplant – allerdings auch nicht komplett ausgeschlossen.

Stefan Amberger hat indes „schon fast die Hoffnung in eine Saison verloren“. Er denke da eher an Freundschaftsspiele. Diese spielen in den Gedanken des Verbandes ebenfalls eine Rolle. Urbach dazu: „Die Sportler brauchen unbedingt mal wieder Spielpraxis. Schließlich liegen die letzten Partien eineinhalb Jahre zurück. Unser Ziel sollte es also sein, überhaupt mal wieder ein paar Spiele stattfinden zu lassen. Von mir aus können wir auch erst im Oktober anfangen, im November aber nicht mehr, dann wird es zu kalt.“

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