Nördlingens Trainer Patrick Bär rechnet fest mit drei Spielen

„Nicht nur Mallard und Mankertz“

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Sieht ein wenig nach Ententanz aus, ist es aber nicht: Patrick Bär ist als Coach der BG Donau-Ries engagiert dabei.

Scheeßel - Von Matthias Freese. Im bayerischen Nördlingen fühlt Patrick Bär sich wohl. Nicht umsonst coacht der 34-Jährige bereits zum zweiten Mal in seiner Trainerkarriere die Basketballerinnen der BG Donau-Ries, die als TH Wohnbau Angels antreten und Sonntag (16 Uhr) im ersten Spiel des Play-off-Viertelfinales um die Deutsche Meisterschaft die Avides Hurricanes empfangen. Wir sprachen im Vorfeld mit Bär.

Mal ehrlich, sind Ihre Spielerinnen wirklich alle Engel?

Patrick Bär: (lacht) Das kommt auf die jeweilige Lebenssituation an, aber ich kenne die Mädels alle nur als Angels.

Und vor wem haben sie am meisten Angst, wenn es gegen die Hurricanes geht?

Bär: Von Angst kann man nicht sprechen. Wir wissen, dass bei den Hurricanes das Trio Mankertz, Mallard, Young eine tragende Rolle spielt. Schaffen es die drei, sich durchzusetzen, wird Rotenburg gewinnen, schaffen wir es, wenigstens eine von ihnen in ihrem Wirkungskreis einzuengen, steigen unsere Chancen.

Am 18. Spieltag hat Ihr Team in Scheeßel verloren – was haben Sie daraus gelernt?

Bär: Nicht wieder mit vier kranken Spielerinnen anzutreten. Wir waren damals zu acht oben in Scheeßel, vier davon hätten eigentlich gar nicht spielen dürfen. Den Kräfteverschleiß konnten wir nicht mehr kompensieren. Rotenburg hat es aber auch toll gemacht. Jetzt liegt es aber an uns.

Das Spiel der Hurricanes wird ja immer als wild bezeichnet …

Bär: Ich würde es nicht als wild bezeichnen. Sie penetrieren viel, legen Wert auf die Eins-gegen-eins-Verteidigung, haben ihre Stärken von außen und kennen sich untereinander gut. Dadurch sind sie schwer zu kontrollieren. Aber wir haben ja drei Spiele …

Also glauben Sie nicht, dass sich ein Team nach zwei Partien durchsetzt?

Bär: Ich gehe davon aus, dass es drei Spiele werden. Beide Teams sind von der Leistung sehr dicht beieinander und stehen zurecht auf Platz vier und fünf. Wasserburg, Herne und Saarlouis – von denen konnte man es erwarten, dass sie vorne einschlagen. Bei unseren zwei Teams ist es eher eine Entwicklung gewesen.

Für die Hurricanes waren die Play-offs nie ein Ziel. Für Ihr Team denn?

Bär: Nein. Bei uns wurde die Mannschaft neu zusammengestellt, es gab einen großen Umbruch, wir hatten viele Fragezeichen, da wusste keiner genau, wo es hingeht, ob einige sich auf Erstliga-Niveau messen können. Aber selbst eine Melissa Jeltema, von der man es wusste, hat die Erwartungen übertroffen. Für beide Teams gilt: Das sie auf vier und fünf stehen, ist schon ein Erfolg.

Bei Ihnen ist das Spiel auf Jeltema und Nayo Raincock-Ekunwe zugeschnitten – sind Sie dadurch zu ausrechenbar?

Bär: Wir haben es nicht bewusst darauf zugeschnitten, aber die zwei sind Spielerinnen, die besondere Fähigkeiten haben. Natürlich versucht jeder, die beiden aus dem Spiel zu nehmen, diese Marschroute gibt es schon seit dem ersten Spiel. Danach gab es aber ja noch weitere 21 Spiele – und ganz so einfach ist es wohl doch nicht, beide aus dem Spiel zu nehmen. Aber es ist wie bei Rotenburg – da gibt es auch nicht nur Kierra Mallard und Pia Mankertz. Da gehört auch immer eine funktionierende Mannschaft dazu, die Freiräume schafft. Wir sind da schon sehr ähnlich von der Grundstruktur her.

Was halten Sie als Nachwuchs-Bundestrainer von der Abschaffung der bisherigen Deutschenregelung und der Selbstverpflichtung der Liga, künftig mindestens eine Deutsche auf dem Feld zu haben.

Bär: Ich persönlich finde es sehr, sehr schade, dass zurückgegangen wird auf eine Deutsche. Wir sind der Entwicklung und dem deutschen Basketball verpflichtet und können deutsche Spielerinnen nur voranbringen, wenn wir ihnen eine Plattform geben. In Nördlingen wird sich gar nichts ändern. Unsere Philosophie verändert sich dadurch nicht – unser Ziel ist es trotzdem, die Entwicklung der deutschen Talente voranzubringen.

Kurze Schlussfrage zu Ihrer Zukunft: Haben Sie in Nördlingen schon verlängert?

Bär: Es ist zwar noch nicht vertraglich fixiert, aber ich werde weitermachen. Das ist hier schließlich ein ganz besonderes Fleckchen Erde.

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