RSV-Reserve patzt zum Auftakt – 0:3 gegen Bremervörde

Noch zu viele Baustellen

Nicht einer Meinung: Bernd Santl intervenierte aus Sicht von Schiedsrichterin Celina-Sophie Böhm zu stark, sodass sie den Coach der RSV-Reserver hinter die Bande schickte. - Foto: Freese

Rotenburg - Von Matthias Freese. In der 82. Minute konnte Bernd Santl nicht mehr an sich halten. „Irgendwann muss ich ja mal Luft ablassen“, erklärte der neue Coach des Rotenburger SV II die Szene, in der Schiedsrichterin Celina-Sophie Böhm (Eintracht Lüneburg) ihn hinter die Bande schickte. Santl hatte sich über einen nicht gegebenen, aber durchaus berechtigten Strafstoß aufgeregt – doch der hätte den Fehlstart in die Saison der Fußball-Bezirksliga auch nicht mehr verhindert. Beim 0:3 (0:0) gegen die Gäste des Bremervörder SC gab es einfach noch viel zu viele Baustellen bei der Wümme-Elf.

Die Disziplin gehört ohne Frage dazu. „Da müssen wir dran arbeiten“, meinte Co-Trainer und Vorstandsmitglied Henning Schwardt, nachdem sich die Rotenburger Akteure wieder vehement über eine Schiedsrichter-Entscheidung beschwert hatten. „Als ob das irgendwas bringt.“ Zum Schluss holte sich Innenverteidiger Dominik Reuter auch noch eine überflüssige Gelb-Rote Karte ab – dabei war bereits vor seinem Foul an Lukas Hincke auf Abseits entschieden worden (86.).

Abseits hieß es auch, als Lennart Broede den Ball über die Linie drückte. Es war die Situation, als Santl der Kamm anschwoll, denn zuvor war Christopher Kiel im Strafraum von Torwart Niklas Kiesow regelwidrig von den Beinen geholt worden – doch der Pfiff ertönte nicht. Verletzt schied Kiel aus, sein Team musste die letzten acht Minuten in Unterzahl weiterspielen, das Wechselkontingent war bereits ausgeschöpft.

Erschöpft wirkte indes fast die komplette Elf. „Nach 50, 60 Minuten haben wir körperlich abgebaut“, sah auch Santl konditionelle Defizite. Das allein darf aber nicht die schon in der ersten Hälfte auffälligen Schwächen in der Rückwärtsbewegung erklären. In dieser Hälfte gestalteten die Gastgeber die Partie auch noch ausgeglichen und besaßen drei gute Chancen zur Führung – Reuters Kopfball (4.) sowie zwei Schüsse von Kay Slominski (25./37.), der auf der Zehnerposition noch bester Rotenburger war.

Letztlich war der Sturm mit Daniel Kiel als einziger Spitze aber nur ein laues Lüftchen. Und auch in der Defensive war die RSV-Reserve zu anfällig. Beim 0:1 sahen Christopher Kiel und Lasse Müller schlecht aus. Patrick Werna störte Konstantin Graf zwar noch beim ersten Versuch, der deshalb an die Latte ging, doch quasi im Sitzen köpfte der Bremervörder dann ein (58.). Dem 0:2 ging ein schwacher Abstoß von Keeper Rüdiger Greve voraus, auch Jewgenij Teichreb war nicht eng genug am Torschützen Pascal Steingröver dran (64.). Und dem gelang sogar noch ein sehenswerter zweiter Treffer, als er zunächst Teichrebs Störmanöver erfolgreich abwehrte und dann Greve elegant per Heber bezwang (77.). Für Santl blieb derweil nur ein Fazit: „Es wartet noch viel Arbeit auf uns“, kommentierte er den Fehlstart.

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