Niedersachsens Basketballer folgen noch

No Sports! Abbruch auch im Tischtennis, Tennis und Badminton

Aus der Pause wird ein Abbruch: Die Tischtennissspieler absolvieren diese Saison keine Punktspiele mehr.
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Aus der Pause wird ein Abbruch: Die Tischtennissspieler absolvieren diese Saison keine Punktspiele mehr.

Rotenburg – Es ist wie einer dieser unbeliebten Zahnarztbesuche: schmerzhaft, aber wohl unvermeidbar. Auch Niedersachsens Tischtennis-, Tennis- und Badmintonspieler haben ihre unterbrochene Saison auf Landesebene endgültig aufgrund der Corona-Pandemie abgebrochen.

Am Mittwoch erklärte zudem der Handball-Verband Niedersachsen, dass der am Montag bereits angekündigte Abbruch mittlerweile im Umlaufverfahren und einstimmig durch das Präsidium offiziell abgesegnet wurde. Am Donnerstagabend wird voraussichtlich der Niedersächsische Basketball-Verband (NBV) folgen.

Bereits vier Tage, bevor der Tischtennis-Verband Niedersachsen (TTVN) mit seiner Entscheidung an die Öffentlichkeit ging, hatte sich das Präsidium in einer Videokonferenz auf den Abbruch verständigt. „Die Saison wird annulliert und für ungültig erklärt. Es gibt keinen Aufsteiger, keinen Absteiger, keine Relegation und keine zurückgezogenen Mannschaften“, teilt der TTVN mit. Allerdings gilt der Abbruch vorerst nur für den Erwachsenenbereich. Bei der Jugend und in den Seniorenklassen lässt sich der Verband eine Hintertür offen. Aufgrund kleiner Staffelgrößen hofft er hier auf eine spätere Austragung der offenen Spiele.

Die Tischtennis-Ligen waren im September ohne Doppel-Paarungen in die Saison gestartet. Doch nun half auch diese Einschränkung nichts. TTVN-Präsident Heinz Böhne erklärt: „Angesichts der zur Verfügung stehenden Zeit und der großen Unsicherheiten hinsichtlich der pandemischen Entwicklung halten wir es für richtig, die Saison abzubrechen. Neben dem Votum der Gliederungen kamen in den letzten Wochen auch aus unseren Mitgliedsvereinen verstärkt Forderungen nach einem Abbruch.“ Das bedeutet gleichzeitig, dass alle Mannschaften von der Kreis- bis zur Verbandsebene für die Spielzeit 2021/2022 das Startrecht in ihrer bisherigen Liga behalten. Neben dem Mannschaftsspielbetrieb im Erwachsenenbereich werden auch die Landeseinzelmeisterschaften der Damen, Herren und Nachwuchsklassen nicht nachgeholt. Präsident Böhne glaubt indes: „Durch die Erfahrungen nach dem ersten Lockdown und die dabei entwickelten Hygienekonzepte sind wir zuversichtlich, einen Blitzstart hinlegen zu können, sobald es die Pandemiesituation erlaubt.“ Viel werde aber davon abhängen, ob die meist in kommunaler Trägerschaft befindlichen Hallen zügig öffnen. Gleichzeitig arbeitet der Verband an einem „alternativen“ Mannschaftsspielbetrieb für die tischtennisfreie Zeit vor den Sommerferien.

Auch die Badmintonbälle – ob aus Plastik oder Echtfedern – fristen noch länger ein einsames Dasein.

Ähnlich stellt sich die Lage beim Tennisverband Niedersachsen-Bremen (TNB) dar. Während der Spielbetrieb für die Altersklassen und die überregionalen Klassen (Regionalliga und Nordliga) bereits vor wenigen Wochen gecancelt wurde, folgte nun die Absage der Winterrunde bei den Damen und Herren in den Ligen des TNB. „Die Verlängerung des Lockdowns und die Unsicherheiten über diesen Zeitpunkt hinaus haben uns keinen Spielraum mehr gelassen“, bemerkt Vizepräsident Jörg Kutkowski in einer Pressemitteilung. „Die Termine wären einfach zu weit in die nahende Sommersaison gerückt.“ Immerhin könnten in Niedersachsen und Bremen – im Gegensatz zu manch anderen Bundesländern – die Trainer weiterhin arbeiten und Einzel gespielt werden. Der Verband weist auch darauf hin, dass aufgrund des hohen und Kosten verursachenden Aufwandes die Mannschaftsmeldegebühr nicht erstattet werden.

Neben Tischtennis und Tennis hat auch die dritte mit dem Schläger betriebene Sportart die Saison für beendet erklärt. Der Niedersächsische Badminton-Verband (NBV) hatte „bis zuletzt gehofft, mit einer Einspielzeit von vier Wochen, bis Ende Mai zumindest eine Halbserie durchführen zu können. Diese Möglichkeit sehen wir nun leider nicht mehr“, begründet der Verband den Abbruch.

Für unsere     Mitgliedsvereine ist es wichtig, wieder einen geregelten Sportbetrieb anbieten zu können. Das heißt bewusst, nicht direkt in einen Wettkampfbetrieb einzusteigen. (...) Wer in die Schule geht, dem muss auch die Gelegenheit zum außerschulischen Sport gegeben sein.

Klaus-Dieter Vehling, Präsident des Nordwestdeutschen Volleyball-Verbandes 

Der dürfte auch bei den Basketballern unterhalb der Regionalligen nur noch Formsache sein. Der Verband hat für Donnerstagabend eine Präsidiumssitzung anberaumt. Für Vizepräsident Wolfgang Thom steht das Ergebnis schon vorher so gut wie fest: „Ich gehe stark davon aus, dass die Saison beendet wird“, sagt er auf Nachfrage. Das hieße im konkreten Fall für die BG ‘89 Hurricanes, dass die Oberliga-Herren und alle Jugendteams auf Landes- und Bezirksebene nicht vor September aufs Parkett zurückkehren. „Im Prinzip rechnet jeder damit, dass es eingestampft wird. Alles andere könnte ich auch nicht verstehen“, betont Hauke Sievers, Abteilungsleiter der Hurricanes und berichtet von ersten Stimmen von Spielern, die „vor der Impfung nicht mehr spielen wollen“. NBV-Geschäftsführer Danny Traupe ergänzt noch: „Neben der Saison werden wir auch über ein Maßnahmenpaket zur Förderung des Basketballs und zur Unterstützung der Vereine entscheiden.“

Vor den anderen Sportarten hatten sich die Verantwortlichen des Nordwestdeutschen Volleyball-Verbandes (NWVV) Mitte Dezember dazu entschlossen, den Spielbetrieb der Saison 2020/2021 einzustellen und Auf- sowie Abstieg auszusetzen. In einer aktuellen Stellungnahme fordert NWVV-Präsident Klaus-Dieter Vehling nun: „Für unsere Mitgliedsvereine ist es wichtig, wieder einen geregelten Sportbetrieb anbieten zu können. Das heißt bewusst, nicht direkt in einen Wettkampfbetrieb einzusteigen, sondern vielmehr den Vereinen und den vielen Volleyballerinnen und Volleyballern das Training in geregelten Kleingruppen zu ermöglichen. Dabei liegen mir die Kinder und Jugendlichen besonders am Herzen. Wer in die Schule geht, dem muss auch die Gelegenheit zum außerschulischen Sport gegeben sein.“ Seiner Meinung nach sei Sport unter geordneten Bedingungen kein Infektionsherd: „Aus diesem Grund richtet der NWVV noch mal die Bitte an den Landessportbund Niedersachsen und die Niedersächsische Landesregierung sowie den Bremer Senat, den Sport zu berücksichtigen und eine schrittweise Öffnung in einem geordneten und kontrollierten Trainingsbetrieb zu Mitte März 2021 zu ermöglichen.“

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