RSV eine Hälfte lang desolat - 1:3 in Bornreihe

Rot für Niestädt als „Krönung“

Da blieb dem sonst nicht immer richtig liegenden Referee Jonas Mirbach keine andere Wahl: Er zeigte Jannis Niestädt (2.v.l.) wegen Beleidigung die Rote Karte. - Foto: Freese
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Da blieb dem sonst nicht immer richtig liegenden Referee Jonas Mirbach keine andere Wahl: Er zeigte Jannis Niestädt (2.v.l.) wegen Beleidigung die Rote Karte.

Bornreihe - Von Matthias Freese. Die Gesichtsmaske hatte Jannis Niestädt längst abgelegt, stattdessen die Kapuze über den Kopf gezogen. So ging der Innenverteidiger des Rotenburger SV nach dem Abpfiff auf Referee Jonas Mirbach (SF Sahlenburg) zu – aber nicht, um über seine Rote Karte in der Partie der Fußball-Landesliga beim SV Blau-Weiß Bornreihe zu diskutieren.

An der gab es nichts zu deuteln. „Blinder“ habe er den Unparteiischen in der 75. Minute genannt, verriet Niestädt. In Unterzahl war die verhaltene Aufholjagd nach katastrophaler erster Hälfte beendet. Mit dem 1:3 (0:3) war der RSV gestern Mittag noch gut bedient.

„Innerhalb von 20 Minuten haben wir das Spiel brutal hergeschenkt“, ärgerte sich Coach Tim Ebersbach, dessen Team nach dem sechsten sieglosen Spiel den fast schon sicheren dritten Tabellenplatz zu verschenken scheint. „Dann wird halt jetzt wieder angezogen“, kündigte Ebersbach an. Angesichts der englischen Wochen hatte er eigentlich mehr Wert auf Regeneration und Rotation gelegt.

Der erste Durchgang war der vielleicht schwächste der gesamten Saison. Die unkonzentrierte RSV-Defensive produzierte Fehler über Fehler, selbst Außenverteidiger Andreas Kiel wurde von Miguel Mendoza immer wieder überlaufen. 

Kaum Zweikämpfe gewonnen

Die Offensivkräfte gewannen kaum einen Zweikampf und Tobias Kirschke fehlte als einzigem Sechser im 4-1-4-1-System die gewohnte Präsenz, sodass Ebersbach frühzeitig Yannik Malende zurückzog und vorne Marcello Muniz als zweite Spitze neben Toni Fahrner stellte – ohne Erfolg. „Der einzige mit Normalform war Lukas Heller, der den einfachen Ball gespielt hat“, stellte Ebersbach fest. Da passte es, dass dem Youngster per Freistoß unter freundlicher Mithilfe von Bornreihes Keeper Daniel Griesbach auch der Anschlusstreffer gelang (62.).

„Bornreihe hat es aber auch gut gemacht“, bemerkte Jannis Niestädt. Doch seine Elf ließ das Pressing der nun wohl endgültig geretteten „Moorteufel“ ohne große Gegenwehr zu. Und half bei den Toren kräftig mit. „Dass Bornreihe eine individuelle Klasse hat, ist klar. Aber hätten wir erst mal klar gespielt und Ballsicherheit gehabt, wäre das nicht passiert. Wir haben jeden Ball überhastet zum Gegner gespielt. Und wir haben uns zu leicht rauslocken lassen“, fand Ebersbach.

Bornreihe mit zahlreichen Chancen

Schon zur Pause hätte Bornreihe ein halbes Dutzend Tore erzielen können. Es blieb bei drei Treffern. Einen Pass in die Schnittstelle legte Dennis Klindworth quer auf den freien Hendrik Lütjen – 1:0 (17.). Vorm 2:0 wagte Niestädt den Zweikampf gegen Lütjen und geriet ins Straucheln – dieses Mal vollendete Patrick Müller (25.). Sechs Minuten später setzte sich Goalgetter Müller locker gegen Kevin Klützke durch – 3:0. 

Die Rotenburger haderten wiederum damit, dass Referee Mirbach fortan Müller unter „Artenschutz“ stellte. Der bärenstarke Stürmer durfte mehrfach auch die Grenzen des Erlaubten überschreiten – meckern, schubsen, ein wenig schauspielern. „Der hat mir in meine Maske gegriffen und mich dadurch rumgerissen“, verwies Niestädt auf die Szene vorm Platzverweis. „Die Rote Karte ist aber okay“, gestand Ebersbach. „Und die tut mehr weh als die Niederlage.“

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