Annullierung bevorzugtes Modell

Niedersächsischer Fußballverband: Saisonabbruch klare Sache

Durchkreuzter Fußball.
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Das war es: Die Pläne des Niedersächsischen Fußballverbandes wurden vom Lockdown durchkreuzt.

Jetzt also doch! Auch für Niedersachsens Fußballer wird die Saison abgebrochen. Noch ist es nicht amtlich, der Beschluss soll nächste Woche gefasst werden.

Rotenburg – Die Lockdown-Verlängerung bis zum 18. April hat offensichtlich den Niedersächsischen Fußballverband (NFV) mit seinen Plänen zur Saisonfortsetzung endgültig zu Fall gebracht. Am Dienstagabend leitete der Verbandsvorstand deshalb den Abbruch der aktuellen Saison ein. In einer ordentlichen Sitzung des NFV-Vorstandes soll in der kommenden Woche dann „zur weiteren Planungssicherheit für Vereine und Verband eine alternative und finale Entscheidung zum Umgang mit dem Spieljahr 2020/2021“ getroffen werden, heißt es in einer Pressemitteilung, die zunächst den Vereinen zugestellt wurde.

Die Frage nach dem Ob hatte sich im Prinzip bereits vor der Videokonferenz des NFV-Präsidiums mit seinen 33 Kreis- und vier Bezirksvorsitzenden erledigt. Eigentlich geht es nun nur noch um das Wie. Wie soll die angefangene und seit November unterbroche Saison nach dem Abbruch gewertet werden? Kommt es zu einer Lösung mit Auf- und Absteigern? Wird die Spielserie vielleicht annulliert, so als hätte es sie nie gegeben, um dann in gleicher Konstellation wieder bei null zu beginnen? Oder ist das „Einfrieren“ und Fortsetzen im Sommer die beste Variante? Hier gibt es bereits eine Tendenz: „Bevorzugte Variante ist nach dem heutigen Austausch der Abbruch in Form der Annullierung – unter Berücksichtigung der Schnittstellenlösungen zwischen dem Niedersächsischen Fußballverband und den Spielklassen- und Pokalwettbewerben von übergeordneten Verbänden“, schreibt der NFV.

„Die Annullierung wäre am ehrlichsten“

Torsten Krieg-Hasch, Sportlicher Leiter des Rotenburger SV aus der Oberliga plädiert für diese Annullierung. „Das wäre am ehrlichsten“, findet er, weiß aber: „Das sehen die, die oben stehen sicher anders.“ Der Aufsteiger von der Wümme ist mit sechs Punkten Viertletzter der Staffel Weser-Ems/Lüneburg. Allerdings hatte sich Verbandsspielausschuss für die Oberliga hinsichtlich der Auf- und Abstiegsregelung auch sämtliche Freiheiten als Sonderbestimmungen in die Ausschreibung schreiben lassen. Im Falle eines Abbruchs kann er „abweichende Beschlüsse bezüglich Spielsystem sowie Auf- und Abstieg“ treffen.

Aufgrund der Lockdown-Verlängerung wäre der früheste Termin für den Re-Start der 2. Mai. Zu spät, um in vielen Ligen selbst bei der beschlossenen Saisonverlängerung rechtzeitig durchzukommen. Zumal damit gerechnet werden müsste, dass sich der Wiederbeginn aufgrund der Pandemie-Lage noch weiter nach hinten verschieben würde. „Der Verbandsvorstand (...) muss die Corona-Sachlage anhand von Fakten und ‚auf Sicht‘ bewerten, um zu verhältnismäßigen Entscheidungen im Umgang mit dem Spieljahr zu gelangen. Unsere feste Absicht war die sportliche Beendigung der Saison. Inwieweit dieses Ziel angesichts der inzwischen wieder drastisch gestiegenen Infektionszahlen und der Beschlüsse der Bund-Länder-Konferenz noch realistisch ist, war Gegenstand unserer Erörterung“, erklärte NFV-Präsident Günter Distelrath. Und weiter heißt es: „Dabei zeichnet sich ab, dass mangels Eintritts der nach dem Stufenplan erforderlichen Inzidenzwerte und Öffnungsschritte das Mannschaftstraining und der Pflichtspielbetrieb nicht rechtzeitig wieder aufgenommen werden können, um an der sportlichen Fortsetzung und Beendigung der Saison 2020/2021 bis max. zum 21.07.2021 festzuhalten.“

„Man kann darüber diskutieren, wie man die Saison beendet, aber der Abbruch war sinnvoll und überfällig“, sagt auch Krieg-Hasch.

Kommentar

Saisonabbruch: Der NFV hat es endlich begriffen!

Na also! Die Erkenntnis kommt spät, aber immerhin: Der Niedersächsische Fußballverband (NFV) hat begriffen, dass diese Saison nicht mehr zu retten ist. Die erneute Lockdown-Verlängerung bis zum 18. April lässt ein weiteres Hinauszögern und weitere Durchhalteparolen des Präsidenten Günter Distelrath nicht mehr zu. Willkommen zurück in der Realität!

Seit Wochen hat der Verband ein totes Pferd geritten, statt abzusteigen und zu erkennen, dass die Pandemie ein Gegner ist, der sich nicht mit Worten oder auf dem Platz bezwingen lässt. Wohl nicht mal mit dem „Team Vorsicht“.

Das Einzige, was den Funktionären von Landesverband bis DFB einfiel: Sie reklamierten dickköpfig wieder und wieder für den Fußball, dass dieser kein Pandemietreiber sei. Viele Amateurvereine waren da weiter. Sie sahen einen Re-Start seit Wochen kritisch. Weil sie die Gefahr und die Probleme erkannten. Gerade im Amateursport ist es aus Kosten- und Organisationsgründen nicht möglich, regelmäßige Tests durchzuführen. Gerade Amateurvereine sind auf Zuschauer angewiesen – nicht auf englische Wochen. Ganz abgesehen davon, dass die Inzidenzzahlen immer weiter steigen. Der Abbruch der Saison ist der einzig logische Schritt. Alles andere wären schlechte Kompromisse gewesen.

Wieder einmal hatte der NFV es aber verpasst, frühzeitig die Basis mit einzubinden. Vielleicht schafft er es ja, wenn es nun darum geht, wie die Saison gewertet wird. Der nächste Ärger ist jedoch in Sichtweite. Für die bevorzugte Annullierung wird es nicht nur Fürsprecher geben. Klar ist: Der Verband wird es nicht allen recht machen können.

Matthias Freese

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