Ermittlungen dauern an

Mutmaßlicher Mord an Amadou Diabate: Polizei sucht nach einem jungen wichtigen Zeugen

Starker Fußballer, herzensguter Mensch: Amadou „Mo“ Diabate – hier im Duell mit Unterstedts Leon Linke – wird dem TuS Zeven in vielerlei Hinsichten fehlen. „Er war ein so positiver Mensch“, sagt Coach Robin Cordes.
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Starker Fußballer, herzensguter Mensch: Amadou „Mo“ Diabate – hier im Duell mit Unterstedts Leon Linke – wird dem TuS Zeven in vielerlei Hinsichten fehlen. „Er war ein so positiver Mensch“, sagt Coach Robin Cordes.

Der Schock sitzt noch immer tief – bei den Spielern, im Trainerteam und im ganzen Verein. Der TuS Zeven hat mit Stürmer Amadou „Mo“ Diabate einen beliebten und herzlichen Spieler verloren. Der 27-jährige Ivorer wurde in seiner Wohnung in Zeven erstochen. Nun hat die Polizei einen Verdächtigen festgenommen und sucht einen wichtigen Zeugen.

Update vom 16. September: Die Ermittler der Mordkommission der Polizeiinspektion Rotenburg suchen nach einem noch unbekannten Zeugen, der das spätere mutmaßliche Mordopfer Amadou Diabate am Tag der Tat in Zeven getroffen hat. Von ihm erhoffen sich die Beamten mögliche Informationen.

Wer hat Amadou Diabate in Zeven getroffen?

Den Ermittlungen zu Folge ist es am Mittwoch, den 24.06.2020, gegen 18.45 Uhr, in der Innenstadt von Zeven zu einem Treffen des Unbekannten mit Amadou Diabate gekommen. Dabei habe er sich kurz mit ihm unterhalten, teilt die Polizei mit. Der Zeuge wird als jüngerer, blonder Mann beschrieben und dürfte mit einem Auto mit BRV-Kennzeichen unterwegs gewesen sein. Der Zeuge oder Personen, die ihn kennen, werden gebeten, sich unter Telefon 04281/9306-0 bei der Zevener Polizei zu melden.

Update vom 17. August: Nach dem mutmaßlichen Mord an dem 27-jährigen Amadou Diabate hat die Mordkommission der Polizeiinspektion Rotenburg am Montag einen 34-jährigen Tatverdächtigen in seiner Wohnung in der Samtgemeinde Zeven verhaftet.

Der gebürtige Ivorer war im Zuge der Ermittlungen in den Fokus der Beamten geraten, teilt die Polizei mit. Am Vormittag vollstreckten die Beamten einen Haftbefehl, den das Amtsgericht Stade auf Antrag der Staatsanwaltschaft Stade zuvor gegen ihn erlassen hatte. Dem 34-Jährigen wird vorgeworfen, seinen Landsmann am Abend des 24. Juni 2020 in dessen Wohnung erstochen zu haben. Zum Motiv der Tat können derzeit keine Angaben gemacht werden. Die Ermittlungen dauern an.

Originalmeldung vom 15. Juli: Zeven - Eine Mordkommission der Polizeiinspektion Rotenburg ermittelt. Noch ist aber nicht klar, wer diese grausame Tat begangen hat. Nun, einen Tag nach der Bestattung von Diabate im engsten Familienkreis, versucht Robin Cordes, Trainer des Fußball-Kreisligisten, seine Gefühle in Worte zu fassen. Zwar habe er sich vom ersten Schock inzwischen erholt, „aber so richtig glauben, kann ich es noch immer nicht“, offenbart er und fügt an: „Wir können uns das einfach nicht erklären.“

Schließlich sei „Mo“, wie Diabate von seinen Mitspielern genannt wurde, in Zeven absolut integriert gewesen, machte erfolgreich eine Berufsausbildung. „Er war ein so positiver Mensch, der immer und überall pure Lebensfreude versprüht hat. Wenn er durch Zeven gelaufen ist, hat er immer allen Menschen gegrüßt“, erzählt Cordes. Dem Coach ist bewusst, dass seine Mannschaft nicht nur einen starken Fußballer verloren hat, sondern vielmehr einen herzensguten Menschen.

Amadou „Mo“ Diabate: Spendenaufruf für die Beerdigung

Um Diabate eine muslimische Bestattung zu ermöglichen, hat der TuS Zeven gemeinsam mit der Freundin des 27-Jährigen auf Facebook eine Spendensammlung gestartet – an dieser beteiligte sich auch unter anderem der FC Ostereistedt/Rhade, ein Ex-Verein des Ivorers. „Wie es aussieht, konnten so alle Kosten gedeckt werden. Es war uns ein Anliegen, dass ,Mo‘ eine Beerdigung nach seinem Glauben bekommt“, betont Robin Cordes. Die Anteilnahme in der Region – vor allem in der Sportwelt – sei sehr groß gewesen. „Es hat einmal mehr gezeigt, dass Fußball mehr ist als ein Hobby. Fußball verbindet“, betont der Coach.

Daher sei es dem Verein und den Angehörigen auch ein Anliegen, eine größere Gedenkfeier für Freunde, Arbeitskollegen und Mitspieler zu organisieren – natürlich im Rahmen der Corona-Verordnung. „Jeder soll die Möglichkeit bekommen, sich vernünftig verabschieden zu können“, stellt Cordes klar. Der Bestatter sei dieser Tage bereits mit den zuständigen Behörden im Gespräch. Sofern feststeht, wann, wie und wo die Gedenkfeier stattfinden soll, werden diese Rahmenbedingungen auf Facebook veröffentlicht. Auf der Gedenkeseite von Amadou Diabate können Kondulenzbotschaften für den Fußballer hinterlassen werden.

Der TuS Zeven möchte nun auf jeden Fall nach vorne schauen. So leitete Cordes Dienstagabend das erste Mannschaftstraining nach dem Tod von Diabate.

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