Oberliga als Sonderfall

NFV annulliert die aktuelle Saison

Nun ist es offiziell: Die Bälle rollen in dieser Saison nicht mehr in Niedersachsen.
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Nun ist es offiziell: Die Bälle rollen in dieser Saison nicht mehr in Niedersachsen.

Der Niedersächsische Fußballverband hat neben der Saisonannullierung auch eine Entscheidung für die Pokalwettbewerbe gefällt - zudem gibt es eine Sonderrolle für die Oberliga.

Rotenburg – Nach Wochen des Wartens haben die Fußballer im Amateurbereich nun Gewissheit: Der endgültige Abbruch der pausierenden Saison 2020/2021 wurde durch den Vorstand des Niedersächsischen Fußballverbandes (NFV) am Mittwochabend offiziell bestätigt. Zudem wurde die gesamte Spielzeit annulliert. Diese Schritte standen noch aus, nachdem das NFV-Präsidium mit seinen 33 Kreis- und vier Bezirksvorsitzenden bereits in der vergangenen Woche in ihrer Videokonferenz den Saisonabbruch auf den Weg gebracht hatte.

Aus der Pressemitteilung des NFV geht auch hervor, dass der Beschluss (167 Stimmen bei 31 Gegenstimmen) keinen Auf- und Abstieg vorsieht und „alle Alters- und Spielkassen auf Kreis-, Bezirks- und Verbandsebene [betrifft]. Auch die Spielklassen, die eine Schnittstelle zu anderen Verbänden aufweisen (zum Beispiel zum Norddeutschen Fußball-Verband oder Deutschen Fußball-Bund), fallen unter diesen Beschluss. Allerdings können in diesen Spielklassen der/die Aufsteiger im Wege einer alternativen Entscheidungsfindung ermittelt werden; soweit die Beschlusslage im übergeordneten Norddeutschen Fußball-Verband einen Aufstieg zulässt.“ Mit diesen weiteren Schritten befassen sich laut NFV-Präsident Günter Distelrath nun „die spieltechnischen Ausschüsse“.

Überraschend kommt die Annullierung nicht mehr, denn schon beim letzten digitalen Zusammentreffen gab es die Tendenz zur Streichung. Szenarien mit einer Quotientenregel oder dem jetzigen „Einfrieren“ und Fortsetzen im Sommer bekamen eher wenig Zuspruch.

Auch in den darauffolgenden Tagen seien in den einzelnen Kreisen die Stimmen für eine Annullierung lauter geworden, erzählt Manfred Finger, Teamleiter Presse beim NFV, auf Nachfrage dieser Zeitung. Ein derartiges Votum wurde im Kreis Rotenburg nicht eingeholt. „Wir wollen damit keinen bevormunden! Aber letztlich hätte dieses Votum zum Beispiel für ein ,Einfrieren‘ nichts geändert und wir hätten eventuell Hoffnungen geweckt, die wir nicht erfüllen können. Am Ende entscheidet schließlich der Verband und dies ist dann auch für uns bindend“, begründet Frank Michaelis, Spielausschussvorsitzender des NFV-Kreises Rotenburg, das Vorgehen.

In die Frage, ob aus der Oberliga Teams in die Regionalliga Nord aufsteigen, kommt mit dem Entschluss vom Mittwochabend also nun neuer Drive rein. Vieles deutet darauf hin, dass sich die Anwärter Hoffnungen machen können. Denn: Auch schon am Dienstag sorgte ein Blick auf die Oberliga-Tabelle kurzzeitig für Aufsehen. Dort stand für ein paar Stunden hinter den gewöhnlichen Werten auch zusätzlich noch der errechnete Quotient, wodurch die Reihenfolge der Teams sich veränderte – der Heeslinger SC überholte beispielsweise den nach Punkten führenden SC Spelle-Venhaus und setzte sich an die Spitze. Demzufolge würden die Heeslinger als Tabellenerster den Niedersachsenmeister – wie sonst Usus – ausspielen und hätten damit die Möglichkeit, in die Regionalliga Nord aufzusteigen. Der Vizemeister würde wie sonst üblich mit den Meistern aus Schleswig-Holstein, Bremen und Hamburg an der Aufstiegsrunde im Juni teilnehmen. In einer einfachen Runde würden dann zwei weitere Regionalliga-Aufsteiger sportlich ermittelt.

Entschieden wurde auf der Videokonferenz des NFV mit seinen 33 Kreisvorsitzenden auch der weitere Umgang mit dem Pokalspielbetrieb. „Die Teilnehmer am DFB-Pokal sollen, sofern es die Verfügungslage zulässt, sportlich ermittelt werden. Andernfalls kommt auch hier eine alternative Entscheidungsfindung in Betracht. Gleiches gilt für den Pokal auf Kreis- und Bezirksebene“, sagte Günther Distelrath.

Kommentar

Saisonannullierung - Fata Morgana beim NFV

Ja Moin, lieber NFV. Wochenlang mussten die Fußballerinnen und Fußballer dabei zusehen, wie ihr einer Fata Morgana namens „Fortsetzung der Saison“ hinterherlauft. Letztlich seid ihr gerade noch rechtzeitig abgebogen und habt Vernunft walten lassen.

Nach dem „Ob“ der vergangenen Woche, nun also die Sache mit dem „Wie“. Und die Antwort heißt: Annullierung der aktuellen Saison – die beste Entscheidung für die breite Masse der Vereine. Denn: Eine Quotientenregel wäre in Ligen, in denen manche Clubs erst ein Spiel, andere aber schon zehn Partien absolviert haben, nicht umsetzbar gewesen. Da hätte eher noch das „Einfrieren“ und „Auftauen“ im Sommer einen deutlich größeren Charme gehabt – jedenfalls für die Teams, die in der Tabelle weiter oben stehen. Die haben sich innerhalb der zwei Monate, in denen gespielt werden durfte, die Punkte erkämpft und haben durch diese Entscheidung nichts davon. Es wäre also durchaus denkbar, dass diese Mannschaften sich in nächster Zeit lautstark zu Wort melden...

Von Hendrik Denkmann

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