Zweifel gegenüber neuer Spielklasse

TuS Rotenburg: Neue Liga kommt frühestens 2020

Blicken einer Ligenreform noch kritisch entgegen: Michael Polworth (r.) und Friedrich Behrens vom TuS Rotenburg. - Foto: Freese
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Blicken einer Ligenreform noch kritisch entgegen: Michael Polworth (r.) und Friedrich Behrens vom TuS Rotenburg.

Rotenburg - Von Vincent Wuttke. Beim Handball-Oberligisten TuS Rotenburg haben die Verantwortlichen so ihre Zweifel. „Das aktuelle Ligasystem ist gut“, sagt Teammanager Michael Polworth zu den Überlegungen, eine Regionalliga oder eingleisige Oberliga als neue 4. Liga einzuführen.

Am vergangenen Sonnabend gab es dazu ein Zusammenkommen der Vereine mit Jens Schoof, Vizeleiter Spieltechnik des Handball-Verbandes Niedersachsen, in Verden. Die betroffenen Teams waren aufgefordert, ihre Meinung zu der geplanten Reform abzugeben. Polworth sprach zwar von einer Mehrheit von 60:40 Prozent für eine neue Spielklasse, stimmte aber gemeinsam mit Rotenburgs Handball-Boss Friedrich Behrens dagegen.

2010 waren die fünf Regionalligen im Zuge einer Reform abgeschafft und durch die 3. Liga ersetzt worden. Nun ist ein Comeback geplant. Vor der Saison 2020/2021 wird es aber auf jeden Fall keine Veränderungen geben. 

Grundlegende Reformen können nur auf einem Verbandstag entschieden werden – der nächste ist jedoch erst für Mai 2019 terminiert. Zuvor müsste das erweiterte Präsidium des Handball-Verbands Niedersachsen über einen entsprechenden Antrag entscheiden.

Sorge um weitere Anfahrten und höhere Kosten

Eine Blitz-Reform wird es also nicht geben. Zunächst war noch im Gespräch, dass die neue Liga schon 2019 eingeführt wird. Das hätte bedeutet, dass die ersten sechs Teams aus der kommenden Oberliga-Saison den Weg in die neue Liga gefunden hätten. „Wir wollen aber nichts über das Knie brechen und so eine Veränderung ganz sauber durchführen. Die Mannschaften sollen ja auch in aller Ruhe planen können“, erklärt Schoof.

Wenn es nach Polworth geht, braucht es jedoch keine neue 4. Liga. Er hat einige Bedenken: „Wir haben vor allem den Vorbehalt, dass es zu teuer für die Vereine wird, die in der Klasse spielen wollen.“ 

Zudem führt er an, dass es dann kaum noch Derbys wie aktuell gegen den TSV Bremervörde oder die SG Achim/Baden geben, und die Auswärtsfahrten stattdessen sehr viel länger werden würden. „Es könnte sein, dass wir pro Saison noch 700 Kilometer mehr als bisher fahren müssten.“ Rotenburgs Teammanager weiß, dass vor allem die finanzstarken Vereine aus der zweigleisigen Oberliga für eine Erneuerung sind. „Wir wollen das Paket aktuell aber nicht“, sagt er.

Der Sprung in die dritte Liga soll kleiner werden

Der Verband möchte mit der neuen Klasse zwischen der Oberliga und der 3. Liga den Sprung von der vierthöchsten Spielklasse in die 3. Liga verkleinern. In der Vergangenheit fanden sich die Aufsteiger aus der Oberliga meist schnell am Tabellenende der höheren Klasse wieder. „Das ist ein Grund, weshalb wir etwas Neues machen wollen“, so Schoof. 

Für Polworth kann dies jedoch kein ausschlaggebendes Argument sein. „Immerhin spielen wir künftig wohl in der besten zweigleisigen Oberliga seit langer Zeit“, blickt der Teammanager auf die Drittliga-Absteiger ATSV Habenhausen, VfL Fredenbeck und OHV Aurich. 

Schoof kann die Bedenken der Rotenburger und der anderen zweifelnden Verantwortlichen verstehen, sagt aber auch: „Jeder Verein soll in der Spielklasse sein, die für ihn am besten ist.“

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