Finteler räumt Beleidigung ein, bestreitet aber rassistische Äußerung

Nach Kopfnuss nimmt Holsten Bezeks Entschuldigung an

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Seine Platzwunde am Auge musste mit drei Stichen genäht werden: Fintels Florian Holsten.

Sottrum - Von Mareike LudwigSiwan Bezek zeigt Reue! Der Mittelfeldmann des TV Sottrum griff noch am Sonntagabend zum Telefon, um sich persönlich bei Florian Holsten zu erkundigen, wie es dem Abwehrspieler des TuS Fintel geht. „Er hat meine Entschuldigung angenommen. Mein scheiß Verhalten tut mir total leid“, gesteht Bezek, der dem 23-Jährigen im Derby der Fußball-Kreisliga eine üble Kopfnuss verpasst hatte.

Holsten hatte bei der Attacke noch Glück im Unglück. Mit drei Stichen musste seine Platzwunde über dem linken Auge genäht werden. Noch am Abend durfte Holsten das Krankenhaus wieder verlassen, „da es keine Anzeichen auf eine Gehirnerschütterung oder weitere Verletzungen gab“, zeigt sich der Finteler erleichtert. Und auch Bezek war über den glimpflichen Ausgang froh: „Ein Glück ist ihm nicht noch mehr passiert.“

Zur Kopfnuss in der achten Minute der Nachspielzeit war es aufgrund von Beleidigungen gekommen. „Er hat mich als ‚Schwarzer‘ und ‚Hurensohn‘ bezeichnet. Daraufhin sind bei mir die Sicherungen durchgebrannt. Ich war eh schon frustriert, da ich zunächst auf der Bank gesessen hatte und wir zudem zurücklagen“, erklärt Bezek. Und er verspricht: „So etwas wird mir nicht noch mal passieren.“ Eine rassistische Beschimpfung bestreitet Holsten allerdings: „Wir hatten ein heftiges Wortgefecht, aber ‚Schwarzer‘ habe ich ihn definitiv nicht genannt. Auch seine Beleidigungen gingen mir sehr nahe. Und plötzlich kam er auf mich zu und hat mir die Kopfnuss verpasst.“ Den genauen Wortlaut wollte er allerdings nicht verraten.

Am Tag nach dem Vorfall wirkte der Finteler bereits wieder gelassener. „Siwan und ich haben darüber gesprochen. Damit ist die Sache für mich gegessen. Wir haben uns für unser Verhalten gegenseitig entschuldigt. Er hat mich zudem eingeladen, das finde ich eine tolle Geste. Ich bin ihm daher auch nicht mehr böse. Dennoch finde ich es richtig, wenn er lange gesperrt wird, da solch eine Körperverletzung nicht auf den Fußballplatz gehört“, erklärt der Kaufmann im Groß- und Außenhandel.

Auch Fintels Coach Hans-Jürgen Kotteck sieht die Sache inzwischen etwas entspannter: „Vor allem, dass Betreuer Helmut Lange direkt zu uns in die Kabine gekommen ist und sich für das Verhalten in aller Form mehrfach entschuldigt hat, rechne ich ihm hoch an.“ Freude über den 3:2-Erfolg wollte nach dem Abpfiff bei Fintel allerdings nicht richtig aufkommen. „Florians Gesicht war komplett blutverschmiert. Alle waren geschockt und konnten nicht glauben, was passiert war“, erinnert sich Kotteck.

Sottrums Trainer Ralf Brockmann wollte sich dagegen gestern noch nicht zu möglichen Konsequenzen für seinen Schützling äußern. „So etwas darf ihm natürlich nicht passieren, darüber gibt es keine zwei Meinungen. Ich muss erstmal mit ihm persönlich darüber sprechen. Grundsätzlich hat er aber eine zweite Chance verdient, denn er ist eigentlich ein anständiger Junge.“ Wann er diese bekommt, steht noch nicht fest – denn Bezek droht eine mehrmonatige Sperre.

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