Nach Hurricanes-Blamage lädt Coach zum Horrorfilm

„Entschuldigung!“

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Gesprächsbedarf: Angela Rodriguez (l.) und Shay Selby setzten nicht die nötigen Akzente.

Aus Oberhausen berichtet Matthias Freese. Christian Greve musste lange warten. Erst nach einer Viertelstunde kamen die ersten Spielerinnen der Avides Hurricanes wieder aus der Kabine und stiegen die Treppenstufen in der Willy-Jürissen-Halle hoch, wo ihr Ex-Coach sie in der drittletzten Reihe in Block C empfing.

Beim Wiedersehen schaute Ex-Coach Christian Greve in Oberhausen in viele traurige Gesichter.

„Er wollte uns mit seinem Besuch überraschen“, verriet Kapitänin Pia Mankertz. Doch vielmehr überraschte das Team Greve – allerdings im Negativen. Im Duell der Basketball-Bundesliga setzte es bei Kellerkind NB Oberhausen eine 61:78 (32:53)-Blamage. Ab sofort stecken die Hurricanes mitten im Abstiegskampf. Zumindest hatten die Verursacher der Pleite ein gutes Gespür. „Nur ein Wort: Entschuldigung!“, meinte Trainer Tomas Holesovsky. Und Pia Mankertz betonte: „Wir möchten uns als Team bei allen Fans für unsere schlechte Leistung entschuldigen. Das ist nicht der Kampfgeist, den wir ansonsten auf dem Feld zeigen wollen.“ Wohlwissend, dass sich die Hurricanes so den Support ihrer treuesten Anhänger verspielen. Die, die mitgereist waren, gerieten denn auch ins Grübeln. Und als Oberhausen in der 25. Minute mit 63:32 die höchste Führung erzielte, hatte Detlef Rathjen, der „Manolo“ der Hurricanes, längst frustriert seinen Platz an der Trommel geräumt.

Erst in der 27. Minute gelang Shay Selby der erste Punkt für die Hurricanes im dritten Viertel. Aus dem Spiel heraus war Maggie Skuballa in diesem Durchgang gar erst zwei Minuten später erfolgreich. Zu diesem Zeitpunkt hatte Holesovsky bereits auf eine Ganzfeldpresse umgestellt – damit kehrte auch die benötigte Aggressivität zurück, durch die die Hurricanes zumindest das letzte Viertel gewannen. Eine Umstellung, die wohl zu spät kam.

Keine Lust mehr zu trommeln: Detlef Rathjen.

Dabei war die BG ’89 eigentlich gut ins Spiel gekommen, hatte nach Mankertz’ Dreier zur 10:5-Führung aber nur noch eine Spielerin auf gehobenem Erstliga-Niveau: Centerin Kierra Mallard, die am Ende auf stattliche 23 Punkte und zehn Rebounds kam – ihr fünftes Double-Double der Saison. Ansonsten lässt sich nichts Positives finden: In der Defense wurde nicht zugepackt, sondern Oberhausen eine Schutzzone gewährt, vorne fehlten die Ideen und wurden die Bälle weggeworfen. 21:31 nach dem ersten Viertel, 32:53 zur Pause – gegen einen Abstiegskandidaten!

Die Hurricanes sind aktuell kein Team – so wirkt es. „Man sieht wenig Teamplay auf dem Feld“, bestätigte Mankertz. „Wodurch das kommt, da sind wir alle überfragt.“ In der Kabine herrschte nach diesem Waterloo eine Stimmung, die „dem Spiel entsprechend war – deprimiert und enttäuscht davon, was nicht funktioniert“. Coach Holesovsky, während der Partie stets aktiv, wirkte hinterher ratlos. „Wir haben Oberhausen vielleicht unterschätzt, kommen nicht ins Tempo, haben keine Verteidigung – und dann ist das wie eine Schneekugel“, resümierte er.

Morgen kann sich das Team auf eine wenig angenehme Trainingseinheit einstellen. Holesovsky plant unter anderem, einen Horrorfilm zu zeigen: „Wir werden uns das Spiel noch einmal auf Video anschauen“, verspricht er. „Und ich hoffe, dass dann alle verstehen, dass wir es nur zusammen schaffen. Ansonsten kann ich nur in die Kirche gehen und beten.“

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